Worthülsen

Zwei Federn auf dem Weg, Christine, Sept. 2021

Du sagst, Ich liebe dich, Ich dich, sag ich. Welten von Deutungen, öffnen sich. Galaxien von Bildern, Meere von Gefühlen.

Du sagst Worte, wie ich, mehr nicht. Vehikel nur ins Licht, des Augenblicks. Von Angesicht zu Angesicht.

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Dirndl Gaga

Foto: privat; bearbeitet mit Clips

Gaga Flusensieb in SockenhautSiebenleben unvertrautBlahblahmann mit WissensfrustHimmelsmahl ganz ohne LustElfentanz spielt LebenstraumMiezekatz auf …

Kleine Art LXIII – Gaga

Amüsiert inspiriert vom „Pfefferminzprinzen im Wissensfrust“, Lyrikblogger Dichterling

Dirndl Gaga

Es hebt den Busen, streckt den Bauch, ist guten Tuches und aus Brauch, besticht es durchaus generell, Betrachters Blick gewöhnlich schnell.

Es kann mit bunten Blumen glänzen oder sich eher schlicht kredenzen, selbst jenen, die mitunter rüde, spielt es stets smart an Stachels Sieben- Tage-Bart.

Jedoch ist unter all den feschen, oft eins dabei, das kann selbst sprechen, und dadurch etwas gaga sein; entblößt es manch pikante Stelle und schlägt damit enorme Welle, Schäume empörter Neidereien:

Wie kann sie nur so gaga sein? So durchgeknallt direkt, Oh Nein! Wie kann sie denn ein Dirndl wagen, als Jeans und Pulli-Typ zu tragen?

Dirndl Gaga hör ich sagen, Weil‘s geht und weil ich‘s einfach kann! Was geht es euch eigentlich an?

Es hebt den Busen, streckt den Bauch, ein bisschen gaga ist es auch, zeigt Herz und hat gewissen Witz, oazapft is.

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Des Dichters Frau und deren Mann

Des Dichters Sinnen ist, als Mann, zu finden Eine, die sodann, wie er, des Dichtens kundig, schwelgt, als Muse möglichst niemals welkt, im Geiste frisch so wie im Fleische, ihm möglichst gut das Wasser reiche.

Der Dichterin geht es nicht anders, sie denkt ganz gern, Der Mann, der kann was, dichten und in anderen Dingen, die zu zweit famos gelingen.

Ist sie schlau wird sie nicht scheuen, auf den Dichtermann sich freuen, der irgendwo auf dieser Welt, sicher schon Ausschau nach ihr hält.

Die Frau von einem Dichter ist, hier formuliert simpel und schlicht, ne Dichterfrau, die dichten kann, am liebsten für ihr‘n Dichtermann.

(c) ideenlese

Elfe

Wenn ich eine Elfe wär, flög ich ständig um dich her, schüttete dir Glitterstaub über über auf dein Haupt.

Könnt ich eine Fee nur sein, zaubern, und betörend fein, dich mit Input überfluten, schützen dich auf deinen Routen.

Hätte ich ne Superkraft, oder einen Zaubersaft, oder irgendeine Macht, zöge ich es in Betracht, Wünsche flux dir zu erfüllen.

Nix von dem hab ich zu schenken, außer stets an dich zu denken, selbstverständlich auch zu fühlen. Wenn du lächelst, kannst du‘s spüren.

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Herz vs. Ratio

Müdes Säuseln im morschen Gebälk, Gedankenbiegen bis zum Bersten, Splitter widerhakend, schmerzhaft hautunter, fast.

Riss in der Spule, Alter Film, schmorend, unansehnlich, unbrauchbar.

Freies Schwingen im Dachstuhl, Grübelkaskaden in Lebendfalle, Freiflug.

Triumph der Konfettibombe, Fanfaren in den Serpentinen, Lernkurve mit Bravour. Absturz?

Nope.

Teamwork.

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Schnecke auf Speed

Fernab von Zeitdruck oder Uhr, kroch langsam stets auf ihrer Spur, nur scheinbar ziellos um die Ecke, Cleopatra, die kleine Schnecke.

Zu gleicher Zeit, Zufall das alles, machte sich Speed, genannt Gonzales, aus andrer Richtung schnellstens auf und glitt auf Cleos Schleimspur aus.

Untröstlich und voll Mitgefühl, lud Schnecke Speed zu einem Spiel, just in ihr tiny Häuschen ein.

Sie sang ein Lied, er fand es super, stieg ein in Schneckes super trooper und tanzte mit ihr um die Ecke. Auf Speed ist seither unsere Schnecke.

Gonzales Speed, ganz aus dem Haus, nahm seinerseits das Tempo raus, was schließlich, kurz ums Eck gedacht, gemeinsam Kriechen möglich macht.

(c) Ideenlese

Romeo & Julia

Zwei Augen und sein ganzes Herz, die warf beharrlich, ohne Scherz, Bro Romeo mit sinnlich Sinn, der Julia zur Ansicht hin.

Julias Herz schlug stetig höher, und sie spürte froh und fröher, dass vorgenannter Freier Geist, den Weg zur Liebe ihr nun weist.

Doch diese hier? Oh nein, mitnichten, schrieb todestragische Geschichten,
zwei Menschen tauschten in der Not, die Liebe ein, gegen den Tod.

Was man nun daraus schließen kann, ist, ob divers ob Frau ob Mann,
die Liebe, wenn man sie erkennt, nicht lange um den Einlass flennt.

Ihr ist es völlig einerlei, ob man gebunden oder frei, ob’s einem passt oder grad nicht, auch welchen Dialekt man spricht, das alles stört die Liebe nicht.

Sie ist robust, lässt sich nicht scheuchen, es ist nicht möglich, zu entfleuchen.
Die Liebe ist. Manchmal auch schwer, doch ist sie weg, wünscht man sie her.

Und schenkt sie frei und sinnlich froh, wie Julia einst Romeo.

(c) ideenlese

budenzauber

sei der grund
weshalb sich jemand willkommen, gesehen, gehört, geschätzt, geliebt und unterstützt fühlt.

lese ich.

einseitig?
frage ich.
bedingungslos?
frage ich.

sei der impuls
wenn jemand dich nicht willkommen heißt, dich nicht sieht, nicht hört, nicht schätzt, nicht liebt und dich nicht unterstützt.

denke ich.
fühle ich.

und übe mich im handeln.

ich bin der grund
mich selbst willkommen, gesehen, gehört, geschätzt, geliebt und unterstützt zu fühlen.

me and myself.
first step.

second step.

go?
go!

turn the music on.
budenzauber für die verschnupfte seele.


©ideenlese

Schlaflos

Schaf 1003 ist ausgewiesen
als eins von jenen angepriesen,
mich einzulullen mit Gezähle,
dass ich mich bald im Schlafe wähne.

Eintausendzwei gingen voran,
blökend getrieben aber dann,
versagten sie den Dienst verwegen,
so warte ich auf Schlafes Segen.

Bevor ich dich mit Schlaf beglücke,
mit Träumers hohem Gut bestücke,
hast du mir einen Dienst zu weisen,
dich von Gegrübel loszueisen.

Wer spricht, frag ich und kanns nicht lassen,
das Thema nochmal nachzufassen.
Na rate mal, Frau Neunmalschlau,
Ich bin es, Räuber Schlafes Klau.

Der Typ, oh alle Himmelsheere,
gibt sich in Penetranz die Ehre,
jetzt macht mal hin, ihr Engelschöre,
dass Schlafes Klau die Schafe schere.

Anstatt die Ruhe mir zu nehmen,
soll er sich flux und fix bequemen,
das Weite schnellstens aufzusuchen,
sonst back ich nächtens auch noch Kuchen.

Frohlockend rauschen daraufhin,
mit Zimbeln und Glockengekling,
die Engelein aus ihren Ecken,
bestücken lieblich meine Decken.

Wohlan, du Bäckerin der Nacht,
son Kuchen ist doch schnell gemacht.
Wir Wesen aus der andern Welt,
haben den Kuchen doch bestellt.

So sitze ich mit tausend Schafen,
Engel hellwach, anstatt zu schlafen,
Charmanter Räuber, frei und frisch,
nachts um zwei am Küchentisch.

©ideenlese

Gezeitenwende

Stille wiegt mich in die Zeit, wie eine Melodie,
aus der ich gefallen war, ein leiser Ton nur,
weit hinausgelehnt aus dem Fenster,
gesprengter Zeitrahmen.

Stille zeitigt meine Zeit, ein Summen erst,
dann Worte,
lebendigen Spiels, Zeitzeichen tönen,
zeitlos dem Puls der Zeit huldigen sie,
dem Rhythmus der Zeiten.

Stille, am Nerv der Zeit getroffen, hohes C,
noch rau, gebrochen, zaghaft, ungestützt,
ungeschützt,
liegt sie, zwischen den Zeitlinien,
Ruhezeit, bis zum richtigen
Zeitpunkt, Segen des Zeitlichen einkehrt,
von ewig Zeit zu Ewigkeit.

As time goes by.

Gezeitenwende.

©ideenlese 2021

Das Reh

Gewagt, mutig, dem Schutz des Waldes entsagt,
ruhig der Blick, gelassen noch, entgegen,
der Gefahr, die rasend, grell und laut
vorbeizischt.

Klopfendes Pochen, Herz springt in die Läufe,
flink und zart passiert die Grenze, wachsam noch, sanft,
verharrt, bereit zur Flucht,

vor reißenden Zähnen, Jagdgetriebe der Meute,
dem mörderischen Preschen, Ende als Rehragout,
zurück,
in die Tiefe, Herzgehege, stilles Schauen, sanftes Sein,
der Atem geht ruhig, wieder, friedliches Besinnen, für eine Weile.

Das Reh.
In mir.

©ideenlese 2021

Der Wurm

Der Wurm, der sich verspäten kann,
besonnen und geschickt,
der hegt in sich heimlich den Plan,
dass Vogel ihn nicht pickt.

Die Zeit, die er gewonnen hat,
die will er prima nutzen,
und fängt sogleich behände an,
sein Image blank zu putzen.

Wenn ich es lang genug poliere,
sinniert und träumt der Kriecher,
dann bin ich bald viel besser dran,
als all die andern Viecher.

So geht er’s an, strafft seine Falten
und pellt sich aus dem Ei
fühlt sich als Tiger denn als Wurm,
im Boden vogelfrei.

Aus Spät wird Früh, die Zeit sie rennt,
Sie reicht nicht für den Mogel,
ein Wurm der bleibt doch stets ein Wurm,
da naht auch schon der Vogel.

Pick, Pick, Pick.

Du willst Moral aus der Geschichte,
als Mensch oder als Tier?
Vielleicht ist es die Frage nur,
wer sind wir und wofür?

(c)ideenlese 2021




April Punk

Der Frühling brüllt mit Vehemenz:
Ey, mach mir auf, ich bins, der Lenz.
Sein Füllhorn ist bestückt mit Wonne,
mit Pollenstaub und praller Sonne.

Er ist ein schriller, schräger Typ!
Ein Punk, ein Freak, ein Sinnendieb.
Kam er vor Zeiten saft geschlichen,
ist dieser Zug von ihm gewichen.

Aus dem charmanten Kavalier,
wird mehr und mehr ein wildes Tier!
Archaisch reißt er an der Wolle,
dass sie der Seide Ehre zolle.

Und du und ich und sie und er,
holen in Trance das T-Shirt her,
fühlen die Lebenssäfte fließen,
und hier und da in Lust ergießen.

Der Frühling grinst, genießt die Macht.
Er sieht dich trunken Tag und Nacht!
So folge ihm auf sein Geschrei –
Frühling!
Ist ungestüm und frei.

(c) ideenlese
Foto: privat, bearbeitet mit clips

Pusteblume

Glaubst du, es stört die Pusteblume,
wenn einer kommt und an ihr zupft?
Meinst du, es stört das Blatt am Baum,
wenn Regen es sehr stark betupft?

Die Erstgenannte ist so keck
und breitet sich auf jedem Fleck
mit frischer, gelber Energie
bombastisch aus, so wie noch nie!

Und unser fröhlich grünes Blatt,
lässt ganz in Ruhe und gelassen,
den kalten Tropfen runterrasseln.
Da bleibt noch nicht mal eine Spur.
Es scheint, als wärs fürs Blatt ne Kur.

So hülle dich in gelbe Kräfte,
zieh aus den Tränen starke Säfte,
die niemandem es je erlauben,
dir deine Energie zu rauben!

Ideenlese, 2010, leicht überarbeitet
Foto: privat, bearbeitet mit Clips

Ach Tag



Ach du Tag, was fange ich an,
mit dir und deinem Sinnen,
deinem Trachten,
dich in deiner Gestalt
dem zu beugen, zu bezeugen,
was ich aus dir machen könnte,
wenn ich wollte.

Denn Müssen, mein Tag,
macht mich malade, mutlos
und konfus,
so ist es gut,
dass ich heute nichts muss.

Außer putzen und waschen,
vom Erdbeereis naschen,
die Blumen begießen
und das genießen,
was Leben ist.

Ach du Tag, sei mein,
alles fein.


©ideenlese