Worthülsen

Zwei Federn auf dem Weg, Christine, Sept. 2021

Du sagst, Ich liebe dich, Ich dich, sag ich. Welten von Deutungen, öffnen sich. Galaxien von Bildern, Meere von Gefühlen.

Du sagst Worte, wie ich, mehr nicht. Vehikel nur ins Licht, des Augenblicks. Von Angesicht zu Angesicht.

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An meine Muse

Foto: Christine, September 2021

Es ist Freitag gegen zehn, ich will gerade duschen gehen, Handy klingelt, ich geh ran, ruft mich meine Muse an.

Fein, denk ich, bin inspiriert, weil ich weiß, was gleich passiert. Funkenflug in Hochfrequenz, ohne eine Konkurrenz.

Muses Themen ohne Gleichen, niemand kann ihr ‘s Wasser reichen. Ich hör zu und speicher ab, lache mich dabei fast schlapp.

Leben ist nicht nur ein Reim, auch die Muse sieht das ein, grüsst und ist auch schon verschwunden. Ich gestehe unumwunden, dass ich meine Muse brauch.

Und ich weiß, sie braucht mich auch.

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Coffee & Cigarettes

Foto: pixabay

You are pale my darling. Shadows under your eyes, too long the nights without sleep, coffee and cigarettes

Demons of longing. You are pale my darling, where is the glow of your eyes, only coffee and cigarettes.

Your laughter falls silent, my heart, your soul a battlefield. Stop fighting, stop being brave, jump into the river, let hope carry you. You are pale my honey from coffee and cigarettes,

Too pale from what brings you to your knees. Shaded by doubt, tired of waiting. What are you waiting for baby, with coffee and cigarettes?

You are pale my darling. Look ahead, to where the music is playing, to where we will be. Taste the red wine, let it flow through your veins, instead of coffee and cigarettes.

Come alive, unconventional and free. Don’t be pale my darling, feel yourself, show yourself in your colors with coffee and cigarettes, both of us.

(c) ideenlese

Könnte ’n Song werden 😎🧐

Der kleine Mut

Foto: Martina Brüne, Kunstraum 300

Er lernte gerade selber laufen, allein ein Erdbeereis zu kaufen, mit Sahne, drunter und viel drauf und träumte von dem großen Lauf, den er aus eigner Kraft mal schafft.

Er lernte gerade, Ich zu sagen, sich mal zu zeigen, was zu wagen und spürte, das tut richtig gut, hey, Ich bin Knut, der kleine Mut. Und wenn ich erstmal größer bin, krieg ich ganz andre Dinge hin.

Die Zeit verging und Knut begann, Fuß zu fassen und fing an, manches zu tun, andres zu lassen, erkannte, es gibt kein Zurück und großer Mut führt oft ins Glück. So wuchs er Stück für Stück.

Jetzt kauft sich Knut ganz ohne Scham, denn darauf kommt es gar nicht an, ein riesengroßes Sahneeis und denkt sich still, Jawoll, vom Glück weiche ich keinen Zoll. Ich weiß ab jetzt, was mir gut tut, lächelt, grüßt freundlich und wünscht Mut,

Danke liebe Martina, für die Inspiration am Morgen. Sahneeis für meine mutige Seele! 🍦

(c) ideenlese

Durchhalten

Foto: Christine, Sept. 2021

Halte durch, hast du gesagt, Wie denn?, ich mich still gefragt, und dann keinen Plan gehabt, weder A, geschweige B, ratlos nur, von Kopf bis Zeh.

Mach‘s dir schön, hast du gesagt, Wie denn?, mich flüsternd gefragt, Buch gelesen, Zigaretten, Waldspaziergang, Welt noch retten?

Sorg dich nicht um mich geschrieben, mich dann stoisch angetrieben, mal geduscht nach drei, vier Tagen, sogar etwas Neues wagen, Nagellack und Lippenstift, weißt du wie es wirklich ist?

Ungeschminkte Wirklichkeiten, sind es, die zu allen Zeiten uns zum Durchhalten streng zwingen, sind wie Messers scharfe Klingen, stechend Schmerzen uns abringen.

Dann, ein feines, helles Scheinen, Licht im Tunnel, Schluss mit Weinen und mit Jammern auch, Garaus dem nur halb sich fühlen und Geschirr mit Hand mal spülen, dazu Musik für den Bauch, Herzgebrauch.

Durchhalten.

(c) ideenlese

Ruhestand

Im Ruhestand, gelobtes Land, da fang ich an zu leben. Als Pensionist da kann ich dann erzittern und erbeben.

Wenn ich die Arbeit erst beende, dann lass ich’s richtig krachen. Dann werd ich dies und jenes tun, dann fang ich an zu lachen.

Gelobtes Land, der Ruhestand, für diese und für jenen, für etliche verbranntes Pfand, zu spät für dieses Leben.

Im Hier und Jetzt, praktisch nur heute, könnt ihr gestalten, sein, Mensch, Leute!

Wenn du nicht lebst und liebst, gleich jetzt in der Sekunde, dann schlägt nicht erst im Ruhestand dir deine Todesstunde.

(c) ideenlese

Portugal & die Löffelliste

Einmal war ich in einem Land, von Lissabon bis an den Strand, Melancholie getaucht in Licht, Fernweh mein Freund? Was fragst du mich?

Einmal noch werd ich mich erheben, ne Spanne Zeit, ein wenig Leben, am Fado meine Sehnsucht stillen, mir damit einen Traum erfüllen.

Das Salz des Meeres auf der Haut, Rauschen der Wellen, leise, laut. Einmal das Abenteuer wagen, von Lissabon bis an den Strand, mit allen Sinnen, Hand in Hand.

(c) ideenlese

Ich brauche dich nicht

Ich brauche dich nicht, damit du mein Ego mit Champagner abfüllst, duselig machst von sich selbst, ihm schmeichelst, es anbetest wie ein Götzenbild.

Ich brauche dich nicht, als Ideal, geschniegelt und geleckt, wie aus dem Ei gepellt, glatt wie Mamor, eine immer gleiche Statue, glänzend und stark.

Ich brauche dich in deinem Schmerz, deiner Erschöpfung, deiner Müdigkeit. Mit all deinen Wunden und Narben, in deinen schwächsten Momenten, in deinen dunkelsten Stunden, deiner Angst, deinem Zweifel.

Ich brauche dich wie einen Spiegel meiner Seele, brauche dich auf den Schlachtfeldern der Kämpfe, die meine und deine sind, wie sie schon immer unsere waren.

Ich brauche dich in allen Facetten der Liebe. So brauche ich dich. So brauche ich mich. So brauchen wir uns.

(c) ideenlese

Inner Picture

Christine, 21/09/12

Turned into space, in me, I see true colors of soul. My inner image shines out of space into space.

Entering the universe, in you, I see your soul, your colors. Mix with my belief that we are from space, in space.

Forever and ever. One.

(c) ideenlese

Ziehen

Es zieht mich zu mir hin, hinein, tief ins Sein, das mir allein gehört, mich nichts und niemand stört.

Es zieht mich an, das was ich sehe, spüre, was mich trägt, mit stillem Lächeln mich bewegt, dahin wo es mich zieht.

(c) ideenlese

Ohne Dich

Wie wär es wohl, so frag ich mich, gewesen, so ganz ohne dich, wie wär es wohl, die nächste Frage, wärest du nicht an diesem Tage, hereingeflogen in mein Leben?

Wie wär es wohl, wenn ich nicht weiß, wo du heut wohnst und wie du heißt, was dir gefällt und auch was nicht, wie wäre es wohl ohne dich?

Wie wär es wohl, wenn du verschwindest, und das auch gar nicht erst begründest, ganz einfach weg bist ohne Grüße? Ich glaub, ich kriegte kalte Füße und Schüttelfrost dazu.

Wer wäre ich denn ohne dich? Ich wäre ich. Zwar jämmerlich für Ewigkeiten, zu schwach um Essen zu bereiten, zu traurig um zu lächeln gar. Und trotzdem wäre ich noch da.

(c) ideenlese

Schritte ins Meer

Ich gehe Schritt für Schritt ins Meer, seicht, es reicht mir bis zum Knie, ich halte kurz inne, neben mir steht ein kleines Mädchen, ein Augenblick, vorbei.

Ich gehe weiter Schritt für Schritt ins Meer, das Wasser reicht mir bis zur Hüfte, neben mir eine Frau, ein Lächeln, vorbei.

Ich gehe weiter, Schritt für Schritt ins Meer, das Wasser umspielt meine Schultern, spüre den Grund unter meinen Füßen, neben mir eine alte Frau, Blicke voller Weisheit, vorbei.

Ich überlasse mich den Wellen des Meeres, es trägt mich, weiter und weiter. It’s my turn.

(c) ideenlese

Ein Weg

Ich ging den Weg schon eine Weile,
sprang über Stöcke und auch Steine.
Fiel mal aufs Maul, stand wieder auf,
entschied mich oft für Dauerlauf.

Pflückte die Rose, riss mir den Dorn.
empfand oft Glück, doch noch mehr Zorn.
Guckte mal hier, probierte da, entfernt von dir,
mir selbst nicht nah.

Ich machte Rast an einem Teich
und sah erschrocken und sehr bleich
mein Spiegelbild und fragte mich
Du meine Güte, bin das ich?

Ich wollte weg von diesem Ort,
den Weg zurück, nur ganz schnell fort,
doch hinter mir war alles öde,
und in mir eine tiefe Leere.

Da fing ich an, nach dir zu schreien.
Doch das Echo schalt mich Nein.
Tief in dir selbst ist Potenzial,
werd‘ still und dann versuch‘s noch mal.

Wie eine Schlange schälte ich
von einer Haut zur nächsten mich.
Und bei der ganzen Prozedur
verlor ich gründlich deine Spur.

Doch mit der Ruhe kam die Kraft,
ich hab es irgendwie geschafft,
mir selber wieder nah zu kommen.
Dabei denke ich oft versonnen
an dich.

Und wieder fängt von vorne an
ein Weg.
Ohne dich.

©ideenlese 2010
Foto: privat, bearbeitet mit Clips

Die Wut

Heute, gleich nachdem es geschah,
war ich ihr ganz nah.
Ihr heißer Atem zischte mich an,
fauchte,
Funken stoben,
glühend,
von ganz unten
bis ganz oben.
Und zurück.

Fast hätte sie es geschafft,
zu inkarnieren,
in Worte, lauthals, grob, ohne Sinn
formulieren,
was Emotionen diktieren,
Zensur,
kauert, in einer Ecke
im dunklen Flur.

Es ist wie es ist,
dauert, bedauert
leckt wild die alten Wunden,
zerreißt sich in Fetzen
bis sie sich vollständig entladen
hat.
Ausgepowert,
dem Gipfel ganz nah,
ausgerutscht.
Flutsch!

Auf dem M,
einem schnöden,
beliebigen
M,
das sie dreht und wendet,
auf die Füße stellt,
Bodenhaftung,
aufrechter Weitblick
Tiefblick,
ins Herz, ins Wesenliche.

Transformation.
Aus Wut wird Mut.

©ideenlese