Wenn Kinderliebe erwachsen wird



Es ist eine wunderschöne Erfahrung, wenn ein Gedicht seinen musikalischen Begleiter findet. Der Komponist Stefan Kraus hat mit viel Liebe und Einfühlungsvermögen ein wunderschönes Werk geschaffen.

Ich freue mich zutiefst, das Ergebnis hier präsentieren zu können!

Herzlichen Dank, lieber Stefan!

Es ist mir eine riesengroße Freude.

Blues

Mach mir den Kandelaber an,
damit ich weiter leben kann.
Damit die Seele Wärme spürt
und sich im Herzen etwas rührt.

Lass mir das Wasser in die Wanne,
füll mir den Misteltee in Kanne.
Und lass mich einfach hier nur ruhen,
ich kann und will auch gar nichts tun.

Es ist November, oder nicht?
Und Dunkelheit darauf erpicht,
mit Tod und Abschied rumzuprollen.
Dem soll  ich auch noch Freundschaft zollen?

Es ist ein Kommen und ein Gehen.
Ein Lauf der Dinge, ein Geschehen.
Manches ist leicht und anderes schwerer.
Mal sind wir voll, dann wieder leerer.

Was tun mit dem Blues, dem Herzenskummer?
Verbleiben in dem Todesschlummer?
Wo ist sie hin, die Lebenslust?
Der Lebenstanz namens August?

©ideenlese

Do you remember, 21st night of September?
Love was changing the mind of pretenders.
While chasing the clouds away,
our Hearts were ringing.

(Earth, Wind & Fire)




Von Schafen und Wölfen

Seinerzeit im Herbst, vor vielen Monden,
schlichen wir im Frühling unseres Lebens,
umeinander.
Schafe, im Pelz junger Wölfe, unser Knurren
ein Blöken bloß.

Taxierend das Wagnis der ersten Liebe,
der Witterung auf die Spur gekommen,
beklommen noch und fremd,
die Seelen nur vertraut im Spiel,
taumelten wir.

Mal hier mal da, im kurzen Rausch,
rissen uns tiefe Wunden, Drama,
fanden kein Ende.
Ohne dich ging es nicht,
ohne mich dir nicht besser, ein Lauf,
blind ins gewetzte Messer.

Bis es stumpf war, wir auch,
blutleer das Uns und das Wir am Krepieren,
schwer wiegt was war.
Erinnerungen führen nichts Gutes im Schilde,
manche,
machen den Tag nicht hell,
bleiben wie Nebel hängen in altem Schmerz.

Kürzlich im Frühling, vor einigen Monden,
schlichen wir im Herbst unseres Lebens,
umeinander.
Alte Wölfe im Pelz junger Schafe,
vernarbt vom Leben, ohne einander,
streunen wir im Was wäre gewesen wenn.

Unser Blöken ein Knurren.

Im Sommer hast du dich davon geschlichen,
für immer im Kreislauf der ewigen Jagdgründe,
bist du der, der du immer schon warst.
Ein hungriger Wolf.
Und ich heule den Mond an, still und leise
und lecke heimlich meine Wunden.

©ideenlese, 2021


Denk mich

Denk mich in meiner Muttersprache.

Sing mit mir in der Sprache meiner ersten Liebe.
Music was my first love.

Spürst du die Wärme, das kleine Feuer im süßen, schweren Lied des Südens?
La luz en mi alma. Dort bin ich.

Mein Begehren, ein Chanson, wie die Wellen des Meeres, mal sanft, mal wild,
immer tief.
La mer, qu’on voit danser.

La dolce vita. Leben. Lieben.
E poi atraversare il fiume nella luce.

La fin? Who knows?

Meet me in blue velvet.
Latido del corazón. Dort schlägt mein Herz.
Hier und jetzt und immer.

(c) ideenlese, irgendwann wird ein Song daraus 😉

Schritte ins Meer

Ich gehe Schritt für Schritt ins Meer, seicht, es reicht mir bis zum Knie, ich halte kurz inne, neben mir steht ein kleines Mädchen, ein Augenblick, vorbei.

Ich gehe weiter Schritt für Schritt ins Meer, das Wasser reicht mir bis zur Hüfte, neben mir eine Frau, ein Lächeln, vorbei.

Ich gehe weiter, Schritt für Schritt ins Meer, das Wasser umspielt meine Schultern, spüre den Grund unter meinen Füßen, neben mir eine alte Frau, Blicke voller Weisheit, vorbei.

Ich überlasse mich den Wellen des Meeres, es trägt mich, weiter und weiter. It’s my turn.

(c) ideenlese

The old house

The old house. I was there once more, in the old house, the stairs rotten from the tides, dust, darkness, a place long gone, a time long gone.

You lead me through the rooms I lived in, you say that dreams come true in them and the search ends.

Your rooms, your dreams, your search, not mine. Because a long time ago I closed the doors to the rooms of doubt, search, resentment and greed.

This old house is not my house, it’s yours.

My heart is healed, my rhythm is beating. Nothing that I lack, nothing that I need, no searching, no finding.

My pain is mine. I am the woman in the yellow dress with the red flower in my hand. It is no longer my house, it is your house.

Clean up and ventilate.

(c)ideenlese

Thanks to Stefan for the inspiration of inner pictures 🙏

Kinderliebe

Peter wohnt in Nummer vierzehn,
ich dicht dran, in Nummer acht.
Wir sind fünf, als wir uns treffen,
was das Schicksal halt so macht.

Beide sind wir drauf versessen,
viel zu fragen, viel zu sehen.
Käfer, Blumen, Würmer essen,
mit den Sternen wandern gehen.

Wir sind Nerds, was wir nicht wissen,
weils das Wort noch gar nicht gibt.
Und der Grund, dass wir uns küssen?
Auch mit fünf ist man verliebt.

Wenn wir in die Schule kommen,
kündigt Peter freudig an,
sind wir jeden Tag zusammen.
Kinder spielen Frau und Mann.

Eines Tages, es ist Sommer,
stehe ich vor Peters Tür.
Fremde Frau sagt ganz beklommen,
Peter? Der ist nicht mehr hier.

Herz das blutet, Tränen fließen,
mein Freund Peter ist perdu,
Manches kommt zu spät im Leben,
anderes das geht zu früh.

Viele Jahre in der Schule,
bleibt ein Stuhl für Peter frei.
Peter Schröder, ungelogen,
war mir niemals einerlei.

Peter wohnte in der Vierzehn.
Ich dicht dran in Nummer acht.
Wir warn fünf, als wir uns trafen,
Leben ist, was Leben macht.

©ideenlese 2021


Peter Schröder war mein erster bester Freund.
Ich habe keine Ahnung, was aus ihm geworden ist.
Er verschwand mit seiner Mutter an einem Sommertag 1970.
Ohne Abschied. Wir waren fünf Jahre alt und ein Herz und eine Seele.

Tango am Templiner See

Die Nacht lässt ihre Hüllen fallen und gleitet geschmeidig in die Arme des Tages. Hin und weg durch die Gezeiten, frei vom Sollen und Müssen. Mittsommer in Potsdam.

Der See liegt still. Nur ein paar Schwäne kräuseln das Wasser, der Sand, trocken und heiß, knirscht unter den Reifen der Radfahrer, die nach der Hitze des Tages eine abkühlende Runde um den See drehen.

Ein helles Lachen von irgendwoher steckt an, Vogelgezwitscher, verhaltener als am Morgen, fällt aus den Bäumen und noch vage, aber unverkennbar ein Pandion, die süße, melancholische Melodie eines Tangos.

Wie ein Scherenschnitt vor den Fensterfronten des Pavillons, der am Ufer des Sees liegt, ein Paar. Wiegen, Halten, Loslassen, Schmiegen zum Klang der Musik.

Selbstvergessenes Selbstverständnis, ganz hier und gleichzeitig wie aus der Zeit gefallen, tanzen sie den Tango.

Geschmeidig, eingespielt und doch frei im Spiel der Hingabe.

Ist es diese Hingabe, die Melancholie des Tangos, die anrühren?

Die Kontrolle über Gefühle und Gedanken verlieren, Eintauchen in den Fado der Abgründe, seine Kraft und seinen Schmerz aushalten, ihn geradezu begehren und mit ihm verschmelzen.

Es sind überraschende Momente wie diese, von purer Schönheit, geschmückt mit nichts als der Berührung der Sinne, die ich als reich empfinde.

Eine Bereicherung, eine Zugabe des Lebens! Glück, das so unprätentiös, schlicht und im Reinen mit sich selbst ist, braucht weder Glamour noch Pomp, und schon gar keine Angst oder Befürchtung.

Es war nicht nur deshalb ein ganz besonderes Wochenende in Potsdam, weil ein Paar den Tango tanzte. Es war eine Zeit mit Freude am Sein und mit Freunden.

Heiß war es. Eis, Aperol Spritz und Bier sind unsere Zeugen.

Potsdam im Sommer ist sehr sexy im Sinne von inspirierend, plätschernd, erfrischend, kreativ, lebendig, bewegt, frech und – na klar – frei.







Der Wurm

Der Wurm, der sich verspäten kann,
besonnen und geschickt,
der hegt in sich heimlich den Plan,
dass Vogel ihn nicht pickt.

Die Zeit, die er gewonnen hat,
die will er prima nutzen,
und fängt sogleich behände an,
sein Image blank zu putzen.

Wenn ich es lang genug poliere,
sinniert und träumt der Kriecher,
dann bin ich bald viel besser dran,
als all die andern Viecher.

So geht er’s an, strafft seine Falten
und pellt sich aus dem Ei
fühlt sich als Tiger denn als Wurm,
im Boden vogelfrei.

Aus Spät wird Früh, die Zeit sie rennt,
Sie reicht nicht für den Mogel,
ein Wurm der bleibt doch stets ein Wurm,
da naht auch schon der Vogel.

Pick, Pick, Pick.

Du willst Moral aus der Geschichte,
als Mensch oder als Tier?
Vielleicht ist es die Frage nur,
wer sind wir und wofür?

(c)ideenlese 2021




April Punk

Der Frühling brüllt mit Vehemenz:
Ey, mach mir auf, ich bins, der Lenz.
Sein Füllhorn ist bestückt mit Wonne,
mit Pollenstaub und praller Sonne.

Er ist ein schriller, schräger Typ!
Ein Punk, ein Freak, ein Sinnendieb.
Kam er vor Zeiten saft geschlichen,
ist dieser Zug von ihm gewichen.

Aus dem charmanten Kavalier,
wird mehr und mehr ein wildes Tier!
Archaisch reißt er an der Wolle,
dass sie der Seide Ehre zolle.

Und du und ich und sie und er,
holen in Trance das T-Shirt her,
fühlen die Lebenssäfte fließen,
und hier und da in Lust ergießen.

Der Frühling grinst, genießt die Macht.
Er sieht dich trunken Tag und Nacht!
So folge ihm auf sein Geschrei –
Frühling!
Ist ungestüm und frei.

(c) ideenlese
Foto: privat, bearbeitet mit clips

Pusteblume

Glaubst du, es stört die Pusteblume,
wenn einer kommt und an ihr zupft?
Meinst du, es stört das Blatt am Baum,
wenn Regen es sehr stark betupft?

Die Erstgenannte ist so keck
und breitet sich auf jedem Fleck
mit frischer, gelber Energie
bombastisch aus, so wie noch nie!

Und unser fröhlich grünes Blatt,
lässt ganz in Ruhe und gelassen,
den kalten Tropfen runterrasseln.
Da bleibt noch nicht mal eine Spur.
Es scheint, als wärs fürs Blatt ne Kur.

So hülle dich in gelbe Kräfte,
zieh aus den Tränen starke Säfte,
die niemandem es je erlauben,
dir deine Energie zu rauben!

Ideenlese, 2010, leicht überarbeitet
Foto: privat, bearbeitet mit Clips

Ein Weg

Ich ging den Weg schon eine Weile,
sprang über Stöcke und auch Steine.
Fiel mal aufs Maul, stand wieder auf,
entschied mich oft für Dauerlauf.

Pflückte die Rose, riss mir den Dorn.
empfand oft Glück, doch noch mehr Zorn.
Guckte mal hier, probierte da, entfernt von dir,
mir selbst nicht nah.

Ich machte Rast an einem Teich
und sah erschrocken und sehr bleich
mein Spiegelbild und fragte mich
Du meine Güte, bin das ich?

Ich wollte weg von diesem Ort,
den Weg zurück, nur ganz schnell fort,
doch hinter mir war alles öde,
und in mir eine tiefe Leere.

Da fing ich an, nach dir zu schreien.
Doch das Echo schalt mich Nein.
Tief in dir selbst ist Potenzial,
werd‘ still und dann versuch‘s noch mal.

Wie eine Schlange schälte ich
von einer Haut zur nächsten mich.
Und bei der ganzen Prozedur
verlor ich gründlich deine Spur.

Doch mit der Ruhe kam die Kraft,
ich hab es irgendwie geschafft,
mir selber wieder nah zu kommen.
Dabei denke ich oft versonnen
an dich.

Und wieder fängt von vorne an
ein Weg.
Ohne dich.

©ideenlese 2010
Foto: privat, bearbeitet mit Clips

Josefa & The Bay City Rollers


Ich murmele meinen Namen, mein Alter und meinen Wohnort. Da ich die einzige Zeugin in der Sache bin, zweifle ich meine Aussage an. Skepsis ist mein Steckenpferd, besonders in den Morgenstunden und die enden in meiner Welt frühestens um 10 Uhr.

Ich will sicher sein, dass ich die bin, für die ich mich heute Morgen halte und dass heute der Tag ist, von dem ich meine, dass er es ist. Also befrage ich meinen Mann. Ich könnte auch die Hündin fragen. Doch die guckt nur niedlich, worauf ich ihr den Napf mit Futter befülle; und damit abrupt ihre Aufmerksamkeit verliere: an einen Napf! Ein Omen?

Der Gatte rollt mit den Augen und lässt auf mein Bitten hin meinen Vornamen seinen Lippen entgleiten. Er tut dies nicht einfach so. Er betont jede Silbe, macht eine kurze Pause und setzt achtsam zur nächsten an. Es sind drei. Nimmt man meinen zweiten Vornamen hinzu, kommt man auf sechs. Sechs Silben.

Als er bei der letzten Silbe angekommen ist, hält er erneut inne, atmet tief ein und lässt meinen vollständigen Namen langsam und gedehnt dem Strom seines Ausatmens entfahren. Wie eine leise, sehr sanfte, vornehme Flatulenz, die sich dem eleganten Entweichen ganz und gar hingibt.

Ich sehe ihn fragend an, er versteht und deutet mit dem Zeigefinger ungeduldig tippend auf das Titelblatt der lokalen Landgazette. Datum und Tag stimmen mit meiner Annahme überein. Erleichterung entfaltet sich in mir wie ein Schmetterling, der just dem adipösen Raupendasein entschlüpft ist.

Und gleich darunter lese ich in großen, druckfrischen Lettern: Landfrauen erbitten Spenden.

Mit den Spendengeldern wollen die Damen eine Gedenktafel in Form eines sehr großen Huhns, gegossen aus Bronze, aufgestellt auf dem zentral gelegenen, einzigen Verkehrskreisel im Umkreis von zwanzig Kilometern, errichten. Zwei hiesige Künstler: innen haben sich bereits begeistert aus dem Ruhestand zurückgemeldet, um dem Projekt ihren Odem einzuhauchen.

Die amerikanische Autorin, hat durch ihr Ableben die Damen, Bäckerinnen wundervollster Buttercremetorten und Herrscherinnen über Ställe massenhafter Hühner- und Schweinehaltung und Glyphosat- und jauchegetränkter Felder, abgeholzter Wälder und monokultureller Ländereien in ein Tal der Tränen und Verzweiflung geschubst.

Sie hat uns mit ihren Romanen so viel gegeben, so viel Einsicht und Mitgefühl, sie hat unseren Blick weit gemacht für das, worauf es wirklich ankommt, wird eine der Landfrauen, eine gewisse Josefa M. aus S. zitiert.
Zum Glück heißt es weiter, habe die Schriftstellerin den letzten Band noch vor ihrem Ableben fertigstellen können. Ich weiß nicht, wie es sonst hätte weitergehen sollen. Zitatende.

Na gut, denke ich, im Zweifel gar nicht! Denn toten Autoren dürfte das Halten des Stiftes angesichts ihrer maximal molekularen Daseinsform unmöglich sein. Aber, sage niemals nie. Was weiß ich schon? Nüscht.

Rosamunde P. lässt jedenfalls herzlich und spürbar grüßen und ihre sieben Schwestern fahren reichlich auf. Das Buffet leicht verdaulicher Kost bricht unter der Last der Main gestreamten Bestseller fast zusammen. Aber eben nur fast, denn schließlich wird ja kräftig zugelangt und verschlungen, weit über die Kreise der ländlichen Bevölkerung hinaus.

Josefa! Josefa? Das ist der Name, der diesem Tag gebührt! denke ich. Es ist nicht ein schnöder Dienstag, der sich, wie in meinem Falle heute, in den Dienst bösartig-zynischer, diskriminierender und vor Arroganz strotzender Satire stellt.
Heute ist Josefa Tag. Der Tag der Einsicht, des Weitblicks, Satori, ick hör dir trapsen.

Schau mal genauer hin, sagt eine ruhige, vernünftige Stimme in mir, dann geht dir vielleicht ein Licht auf, warum dir an diesem magischen Dienstag eine Josefa aus deiner egozentrischen Hybris heraushilft und dir einen Blick durch den Türspalt in den Raum der Toleranz, Demut und Gelassenheit ermöglicht.

Also google ich Josefa und staune nicht schlecht. Josefa ist die weibliche Form des männlichen Vornamens Josef, das ist hebräisch und bedeutet: Gott fügt hinzu / möge vermehren.

Gott fügt hinzu. Was für eine Losung für diesen Tag! Josef hieß der Mann von Maria, biologisch dürfte er für die Vermehrung zuständig gewesen sein, die einen gewissen Jesus als vorläufiges Ergebnis hervorbrachte.
Gott möge vermehren. Gesagt, getan.

Der Begriff Gott ist nur bedingt einer, zu dem ich Zugang habe.
Gott ist für mich tief in meinem Nichts und unendlich weit im Alles.

Und daraus schließe ich, dass das, was ich tue, mein Schaffen, mein Schöpfen, mein Sein, ein Teil des Ganzen ist. Ich schließe daraus, dass ich genau das tue, was passt – auch wenn ich meiner Natur gemäß zweifle und hadere, zuweilen und besonders, was mein Schreiben, meine Dichtereien angeht.

Wozu, warum, Gedichte und Geschichten? Sie retten schließlich nicht die Welt!

Das vielleicht nicht.
Aber sie lassen für einen Moment innehalten. Sie piksen vielleicht etwas an. Ein Gefühl. Eine Erinnerung. Eine Idee. Und wer liest, der kann in dieser Zeit des Lesens keinen anderen Blödsinn verzapfen – wie zum Beispiel zu viele Hühner in zu kleine Ställe sperren und flächendeckend Gift versprühen.

Und dafür gebührt der unlängst ins Nirvana entschwundenen Autorin auf jeden Fall das bronzene Huhn!

Magie ist da, wo man sie sehen will, was mich zum Schlusssatz kommen lässt, den ich heute, an diesem Josefa Tag den glorreichen Bay City Rollers überlasse. You made me believe in Magic.

Bye Bye Baby 😉

©ideenlese


Ach Tag



Ach du Tag, was fange ich an,
mit dir und deinem Sinnen,
deinem Trachten,
dich in deiner Gestalt
dem zu beugen, zu bezeugen,
was ich aus dir machen könnte,
wenn ich wollte.

Denn Müssen, mein Tag,
macht mich malade, mutlos
und konfus,
so ist es gut,
dass ich heute nichts muss.

Außer putzen und waschen,
vom Erdbeereis naschen,
die Blumen begießen
und das genießen,
was Leben ist.

Ach du Tag, sei mein,
alles fein.


©ideenlese

Die Pampelmuse

Sie tut mir gut,
ich schließe Frieden,
mit ihren fruchtig, fleischig,
bitter säuerlichen
Allüren, zartes Rosé,
wie dieser Tag,
mit seinem Mimosenstart,
erfüllt von melancholischem Getue,
verzehre ich verzerrten Antlitzes
die Bittersäuerliche, blind vor
dem Spritzer im Auge des Orkans,
und atme Ruhe,
die sich  über dies und das und jenes legt,
wie eine Schicht edler Salben,
nach dem Rütteln und Schütteln,
dem Wund- und Trägsein
dieser Montage,
die ihrer bedürfen, allenthalben, dringlich
dieser Muse.
Mit und ohne Pampel.

©ideenlese