Worthülsen

Zwei Federn auf dem Weg, Christine, Sept. 2021

Du sagst, Ich liebe dich, Ich dich, sag ich. Welten von Deutungen, öffnen sich. Galaxien von Bildern, Meere von Gefühlen.

Du sagst Worte, wie ich, mehr nicht. Vehikel nur ins Licht, des Augenblicks. Von Angesicht zu Angesicht.

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Vision completed

Foto: Christine, Sept. 2021

Frau Sonne strahlt auf meine Lider, D-Vitamin für müde Glieder. Die Biene nascht an Efeus Blüten, mögen sich Herbst und Winter hüten, mir vorschnell auf den Pelz zu rücken.

Italien, ich bin bereit, dein Dolce Vita, an der Zeit, den Koffer hurtig zu bepacken, mit drei, vier, fünf, Sex, sieben Sachen, leicht und beschwingt ins Antlitz lachen,

Der Dunkelheit und Langeweile, mach’s gut, Tristesse, ich bin in Eile.

(c) ideenlese

Adieu

Foto: Christine, Sept. 2022

Absehbar, klar, musste ja sein, nach Sommer stellt der Herbst sich ein. Noch plänkeln beide, weigern sich, einer zu gehen, der andere nicht.

Des Sommers Liebestrilogie, aus Lust und Freude, Fantasie, bekommt allmählich Todesflecken, zu sehen an den braunen Hecken.

Den Blättern, die gen Erde sinken, dem Saft der Trauben, den wir trinken, während wir um den Sommer trauern, das kann dauern.

Dem Herbst im satten Farbenkleid, tut Sommers Tod rein gar nicht leid, hält Hof, so ist es an der Zeit, vom Sommer Abschied nun zu nehmen.

War schön, Adieu, so ist das Leben. Und später dann, in Wintertagen, wird die Erinnerung uns tragen, durch diesen Sommer, diesen einen, wir werden wissen, lächeln, weinen und dann auf einen Frühling hoffen.

Geschichten, Leben, immer offen.

(c) ideenlese

Leave me alone

Foto: Christine, 2021, September

Leave me alone for a while, cause I need just to shine, in my own and true style.

So leave me for ages, there are none dangers, to lose kind of love, nothing above.

I leave you alone for a while, just to show, what we are, for ages and ages so far.

(c) ideenlese

Das Schönste

Christine 21/9/13

Man sagt, wenn es am schönsten ist, dann soll man lieber gehen.

Aha, denk ich, schaue mich um und bleib noch etwas stehen.

Was ist das Schönste überhaupt, wie kann ich es erkennen? Ist es verboten und erlaubt? Zum Lachen und zum Flennen?

Wo finde ich das Schönste denn? Und soll ich danach suchen?

Kann sein, das Schönste ist manchmal das letzte Stückchen Kuchen.

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Ich brauche dich nicht

Ich brauche dich nicht, damit du mein Ego mit Champagner abfüllst, duselig machst von sich selbst, ihm schmeichelst, es anbetest wie ein Götzenbild.

Ich brauche dich nicht, als Ideal, geschniegelt und geleckt, wie aus dem Ei gepellt, glatt wie Mamor, eine immer gleiche Statue, glänzend und stark.

Ich brauche dich in deinem Schmerz, deiner Erschöpfung, deiner Müdigkeit. Mit all deinen Wunden und Narben, in deinen schwächsten Momenten, in deinen dunkelsten Stunden, deiner Angst, deinem Zweifel.

Ich brauche dich wie einen Spiegel meiner Seele, brauche dich auf den Schlachtfeldern der Kämpfe, die meine und deine sind, wie sie schon immer unsere waren.

Ich brauche dich in allen Facetten der Liebe. So brauche ich dich. So brauche ich mich. So brauchen wir uns.

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Dornrose

Die Rose, dachte sich der Knabe,
die ist es, die ich gerne habe.
Sie ist so hold, so schön, so recht.
Ich denk, dass ich sie mir mal brech.

Na super, schmollt die Rose,
das geht voll in die Hose,
denn dieser blöde Bengel,
der bricht mir gleich den Stängel.

Und eh sie sich noch wehren kann,
ist sie schon dicht am Tode dran,
mit ihrer Schönheit geht sogleich,
sie fort und weg ins Himmelreich.

Narziss, dem ging es ähnlich,
der dachte munter nämlich,
als er sich sah in einem See:
„Gott sakra, bin i wunder schee.“

Er beugt sich hin und beugt sich her,
damit er sich noch besser säh,
vergisst bei dem Schönheitsschranz,
jedoch die nötige Balance.

Und rammte bald mit vollem Pfunde
in Richtung Schlamm des Wassers Grund.
Klar, kommen wir zum Schluss,
der gar nicht anders lauten muss:

Sind wir zu schön so führt uns das
zum Kompost und ins kühle Nass.
Die Schönheit nicht zu ernst zu nehmen,
soll dieser Reim uns also lehren.

(2011)