Vision completed

Foto: Christine, Sept. 2021

Frau Sonne strahlt auf meine Lider, D-Vitamin für müde Glieder. Die Biene nascht an Efeus Blüten, mögen sich Herbst und Winter hüten, mir vorschnell auf den Pelz zu rücken.

Italien, ich bin bereit, dein Dolce Vita, an der Zeit, den Koffer hurtig zu bepacken, mit drei, vier, fünf, Sex, sieben Sachen, leicht und beschwingt ins Antlitz lachen,

Der Dunkelheit und Langeweile, mach’s gut, Tristesse, ich bin in Eile.

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Der kleine Mut

Foto: Martina Brüne, Kunstraum 300

Er lernte gerade selber laufen, allein ein Erdbeereis zu kaufen, mit Sahne, drunter und viel drauf und träumte von dem großen Lauf, den er aus eigner Kraft mal schafft.

Er lernte gerade, Ich zu sagen, sich mal zu zeigen, was zu wagen und spürte, das tut richtig gut, hey, Ich bin Knut, der kleine Mut. Und wenn ich erstmal größer bin, krieg ich ganz andre Dinge hin.

Die Zeit verging und Knut begann, Fuß zu fassen und fing an, manches zu tun, andres zu lassen, erkannte, es gibt kein Zurück und großer Mut führt oft ins Glück. So wuchs er Stück für Stück.

Jetzt kauft sich Knut ganz ohne Scham, denn darauf kommt es gar nicht an, ein riesengroßes Sahneeis und denkt sich still, Jawoll, vom Glück weiche ich keinen Zoll. Ich weiß ab jetzt, was mir gut tut, lächelt, grüßt freundlich und wünscht Mut,

Danke liebe Martina, für die Inspiration am Morgen. Sahneeis für meine mutige Seele! 🍦

(c) ideenlese

Leave me alone

Foto: Christine, 2021, September

Leave me alone for a while, cause I need just to shine, in my own and true style.

So leave me for ages, there are none dangers, to lose kind of love, nothing above.

I leave you alone for a while, just to show, what we are, for ages and ages so far.

(c) ideenlese

Das Schönste

Christine 21/9/13

Man sagt, wenn es am schönsten ist, dann soll man lieber gehen.

Aha, denk ich, schaue mich um und bleib noch etwas stehen.

Was ist das Schönste überhaupt, wie kann ich es erkennen? Ist es verboten und erlaubt? Zum Lachen und zum Flennen?

Wo finde ich das Schönste denn? Und soll ich danach suchen?

Kann sein, das Schönste ist manchmal das letzte Stückchen Kuchen.

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Ich brauche dich nicht

Ich brauche dich nicht, damit du mein Ego mit Champagner abfüllst, duselig machst von sich selbst, ihm schmeichelst, es anbetest wie ein Götzenbild.

Ich brauche dich nicht, als Ideal, geschniegelt und geleckt, wie aus dem Ei gepellt, glatt wie Mamor, eine immer gleiche Statue, glänzend und stark.

Ich brauche dich in deinem Schmerz, deiner Erschöpfung, deiner Müdigkeit. Mit all deinen Wunden und Narben, in deinen schwächsten Momenten, in deinen dunkelsten Stunden, deiner Angst, deinem Zweifel.

Ich brauche dich wie einen Spiegel meiner Seele, brauche dich auf den Schlachtfeldern der Kämpfe, die meine und deine sind, wie sie schon immer unsere waren.

Ich brauche dich in allen Facetten der Liebe. So brauche ich dich. So brauche ich mich. So brauchen wir uns.

(c) ideenlese

Ziehen

Es zieht mich zu mir hin, hinein, tief ins Sein, das mir allein gehört, mich nichts und niemand stört.

Es zieht mich an, das was ich sehe, spüre, was mich trägt, mit stillem Lächeln mich bewegt, dahin wo es mich zieht.

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Die Rückkehr

Nostalgie ist ein Gaukler. In bunte Gewänder gehüllt, ein Wesen wie entsprungen aus einer anderen Welt, lacht er, tanzt und wirft bunte Bälle in die Luft. Er gaukelt dir vor, wie einfach und leicht und sorglos es war. Damals. Früher.

Süß ist erinnert nicht nur süß, sondern zuckersüß. Das Gras ist nicht nur grün, sondern grüner. Der verführerische Gaukler ist sexy. Mit Leichtigkeit lockt er dich, mit vertrauter Innigkeit, nimmt er deine Hand, sieht dir tief in die Augen und singt dir ein Lied, das deine Seele dahinschmelzen lässt und du willst nur noch eins: Dahin zurück, wo es sich so anfühlte. Dein Leben. So wie es war. Vorher. Früher. Damals, bevor… was auch immer. Nur, war es so?

Es ist lange her, dass ich auf dieser Route unterwegs war. Bilder, Gefühle, Erinnerungen ploppen auf. Ungefragt und unkontrolliert, verspielt wie Hundewelpen, drehen sie sich um sich selbst, toben und verbeißen sich spielerisch ineinander.

Heimweh und Sehnsucht keinem auf dem feuchten Beet der uralten Erinnerungen.

Ich fahre durch die Stadt, durch die Straßen, vorbei an den Häusern, in denen ich gelebt, geliebt, gespielt habe. Vorbei an Orten, durch Dörfer, schließlich, im Zwielicht der Abenddämmerung durch den Wald. Ich liebe es. Das Licht und diesen Wald am Ende der Welt.

Was, wenn ich zurückkehre? Hierher, in die alte Heimat?  Es ist so schön hier. Warum habe ich das damals nicht gesehen? Ich biege ab, fahre durch ein Dorf, es ist still, morbide und leblos.

Könnte ich hier wieder leben?
Ich könnte hier wieder leben.

Ach ja? Damals wolltest du raus, einfach nur weg von hier. Erinnerst du dich? An die Enge, auch die in den Köpfen, die dich wie ein Korsett eingeschnürt hat?

Cut.

Es gibt keine Rückkehr.
Schon gar keine Rückkehr zu etwas, das nur in einer weichgezeichneten Erinnerung Bestand hat und das ausblendet, was schon damals nicht gut war. Vor der Zäsur. Es gibt Gründe, warum etwas passiert, reinknallt, aus der Bahn wirft und zerstört. Wenn es zu arg ist, hilft Verdrängung, macht, dass man weiterleben kann, im Sparmodus, weil die Speicher voll sind.

Wie lange geht so etwas? Wann ist es Zeit, hinzuschauen, auszumisten, zu erkennen, dass es anders werden muss, wenn es gut werden soll?

Es ist ein Virus und seine Mutationen, eine Pandemie, die weit über das eigene Leben hinauswirkt, die keiner noch so wohlwollenden Erinnerung standhält, uns aber dennoch glauben und hoffen lässt, dass wir eine Rückkehr antreten können in das Leben, die Bedingungen, die Umstände, die vor Ausbruch geherrscht haben.

Es gibt keine Rückkehr in ein Leben, das in der Vergangenheit liegt. Wir können nicht so tun, als sei nichts geschehen. Es ist viel passiert. Konstruktives wie Destruktives. Wir tragen Masken, die uns lehren, dass Masken fallen müssen. Im Privaten und in der Welt. Es hört nicht auf. Es fängt gerade erst an interessant zu werden.

Der Gaukler der Nostalgie sitzt allein auf einem Stuhl, den Kopf auf die Hände gestützt, die Augen geschlossen. Er spürt, dass es schwerer wird, Menschen etwas vorzugaukeln. Er spürt, dass sein Talent und seine Qualitäten auf eine neue Ebene gehoben werden müssen, damit sie wirken und bewegen können.

Ach?
Cut.
Mut und Lust, Offenheit und die Bereitschaft, das, was früher in unserem Leben war, neu kennenzulernen, einkalkulieren, dass es auch Dinge, Verhaltensweisen, Denkweisen und Menschen gibt, die wir loslassen müssen, auch wenn es wehtut, weil wir sonst nicht in unserem Leben sind, sondern irgendwo anders, halte ich für eine gute Idee.

Der unvoreingenommene, neue Blick auf das, was jetzt und hier ist, die Erkenntnis, dass man einiges so wie es war in Zukunft nicht mehr will und kann, die Sehnsucht, zu gestalten, zu handeln, vielleicht ehrlicher und mutiger, vielleicht kritikfähiger, stiller oder lauter zu werden, wachsen lassen.

Nach einer Zäsur folgt zwangsläufig ein Neuanfang. Muss ein Neuanfang folgen.

Es gibt keine Rückkehr. Sie ist ein Gaukler. Und wenn wir genau hinsehen, dann wirft sie ihre Bälle niemals in der immer selben Reihenfolge in die Luft, singt ihr Lied niemals auf die immer selbe Art und Weise, tanzt ihren Tanz niemals mit den immer selben Schrittfolgen.

Sondern immer ein bisschen neu.