Migräne

 Struck by lightning, it breaks into a thousand pieces. 
The piercing flame bores deep into the coils of being, shreds like grimaces, tear open, shatter against hard rock.
Nausea and pain, they rage, hour after hour after hour.
Powerless, lifeless,
dissolved in dizziness.
Migraine.
A cruel asshole.

Vom Blitz getroffen, zerbricht er in tausend Stücke. Die stechende Flamme bohrt sich tief
in die Windungen des Seins,
zerfetzt, wie Fratzen, reißt auf, zerschellt an hartem Gestein.
Übelkeit und Schmerz, sie toben, Stunde um Stunde um Stunde.
Kraftlos, leblos,
aufgelöst in Schwindel.
Migräne.
Ein grausames Arschloch.

(c) ideenlese

So’ham & Der Schabernack

Einen Tag nach der Migräneattacke geht es zur Sache. Ein kunterbuntes Drunter und Drüber tobt über die Flure der grauen Masse im Oberstübchen. Gedanken spielen Blinde Kuh und Hasch mich, ich bin der Frühling. Flöhe hüten ist einfacher, als diesen Kindergarten der Schlaumeier und Neunmalklugen unter der Schädeldecke im Zaum zu halten.

Legionen von Absurditäten in nächtlichen Traumsequenzen: Inferno, Armageddon, Tsunami; und danach: Stille. Nüscht mehr! Niente. Nada. 

Wenn der Schmerz abebbt, wird es klar. Einsichten von betörender Schlichtheit. Schön, wie ein Butterbrot, wie ein Bergsee, wie ein unerwartetes Lächeln.
Diese Zeit währt kurz, wie ein flüchtiger Flirt. Es ist eine Zeit, in der mich der Schabernack verführt und meinen Verstand lahmlegt. Guter Typ.

Er nimmt meine Hand, dreht die Musik laut auf, Abba, Bay City Rollers & Co., archaische Trigger und lässt meine Hüften die einzig wahre Sprache sprechen. Er verführt mich zu Tätigkeiten, die dank ihrer Einfachheit Juwelen für das Sein sind. Klo putzen, bügeln, wischen und das alles in Zeitlupe.

Mein Schabernack haut mir auf die Finger, sobald ich zu irgendeinem Fachbuch greifen, wissenschaftliche Dokumentationen auf arte und 3Sat starten will, oder sonst einer wichtigen und ernsthaften Beschäftigung nachgehen will.

Er schüttelt mir die Kissen auf, drückt mich mit sanfter Gewalt in dieselben, legt sich neben mich und flüstert: Die Wirklichkeit steht nicht im Lexikon. So’ham und dein Lachen ist alles, was du brauchst.

So’ham. Ein Mantra aus dem Sanskrit, das so viel bedeutet, wie Er ist ich, Ich bin er und die Einheit von Individualseele und dem Absoluten beschreibt.

So’ham.
Schon Marianne Rosenberg hat darüber gesungen. Ich bin wie Du, ahaha, wir sind wie Sand und Meer, uhuhuuu, und füreinander immer nur da, hahahahaha.

Und ich schließe die Augen, lächle, atme und fühle mich mittendrin im Leben, in mir. Ich merke gerade noch, wie der Schabernack mir einen Kuss auf die Stirn gibt, mich in die Wange zwickt und mit einem So’ham, du kannst dich nicht von deinem Schabernack trennen, mitten in mein Herz hüpft.

So’ham.
Mittendrin. All in One.