Zur guten Nacht

Ganz zart und sanft,
im Wesen still,
nur Spüren, Worte
fast zu viel,
ein Summen,
Feenflügel Spiel,
das was mein Herz
dir sagen will,
das trägt der Wind,
im Schutz der Nacht,
Geheimnis träumt,
ich liege wach,
zu dir.
Zu Dir?
(c)

Gute Nacht

Nacht und Nebel hüllen ein,
Schrittes Ton,
verhalten, dunkel ist es,
und Gestalten, gleiten
schweigend neben mich,
dunstige Gewalten,
flüstern, geh, wir tragen
dich, leicht wirst du,
gehalten.

Also geh ich in die Nacht,
nehme Gutes mit,
folgenlos ist nun mein
Schritt, Stille im Gedanken,
löse mich und werde eins
mit dem schwarzen Kleid,
weine nicht mehr, bin bereit,
Nacht ist meine Zeit.

(c) ideenlese

Spiegel

Foto: privat, Portugal 2022
Ich sehe in den Spiegel,
er spricht.
Meinst du mich? frage ich.
Erinnere dich, sagt der Spiegel,
im Blick zurück,
zeig ich dich, verzerrt, warst
du einst, sprachst von Freiheit
im Geist und im Sein,
und hast dich gezwungen,
ganz du zu sein, doch warst
es nicht, nur gefangen im
Scheffel, verrußtes Gesicht.

Und heute? frage ich,
was sehe ich?
Dein Spiegelbild, das aber
deins nicht mehr ist, sondern
Sog dir, Verlangen, Schimäre,
Schatten, kein Licht.
Ich sehe in den Spiegel
und sehe nicht mich?
Nur ein Bild, ein vergang’nes,
es ist nicht, es war,
erkenne, wer du bist,
und werde gewahr, was Zwang
und was falsche Freiheit ist.

(c) ideenlese

Wichtig

(c) Clarissa Hagenmeyer
Durch die Blume einerseits,
Schmuck und Schokolade,
drückt so mancher gerne aus,
was ich dir hier sage.

Nicht, weil es Routine wäre
oder in der Pflicht mich sähe,
auch der Sonntag und sein Ruhen
haben nichts damit zu tun.

Kurze Rede, langer Sinn,
komm ich auf den Punkt nun hin,
dir, du weißt schon, zu bedeuten,
schon die Glocken können’s läuten,

Dass du für mich wichtig bist,
und es eine Freude ist, dich,
in deinem ganzen Wesen, wie ein
gutes Buch zu lesen.

Eule überbringt zum Schluss
dir nun diesen feinen Gruß,
bleib und werde, das ist wichtig,
erst danach kommt falsch und richtig.

(c) ideenlese

Eine Art Soul

Kann sein, es wird ein Lied daraus. Dann, später am Tag, wenn die Stimme mit der Stimmung d’accord ist.

Morgenlicht in Werther, 14/1/23. Blick über den Rand einer roten Kaffeetasse.
Ich hörte all diese Songs,
doch fand nicht,
was sie in mir suchten.

Ich wusste nicht,
beschwor die Ahnung,
überhörte die Stimme.

Dann, eines Tages, las ich.
Deine Texte, hörte deine Lieder,
wie tausendmal zuvor.

Sah, wie du bist,
so ganz anders, als ich dachte,
dass jemand wie du sein sollte.

Vorher hörte ich all diese Songs.
Jetzt finden sie,
was sie in mir suchen.

(c) Christine Jendrike

Ach nichts!

Foto Dichterling mit freundlicher Genehmigung.
Mucksmäuschenstill versteck ich mich
in einer alten Truhe,
hier finde ich, ganz überrascht,
die alten, roten Schuhe, von damals, das wie gestern flirrt, mich einnimmt, mich berührt, und schließlich, Bowie singt dazu, ganz hemmungslos verführt.

Mucksmäuschenstill klingt es in mir,
das schillernde Let’s dance,
und Take a Chance, on you and me,
sailing across the sea, so schwelge ich und sehne mich nach dem, was so nicht war. Und du fragst in die Stille rein, Hallo? Bist du noch da?

Ich sage nichts, bleib wo ich bin, in meiner alten Truhe, wie ein Gespenst, verstaubt, uralt, hier hab ich meine Ruhe.

(c)