Impetus

Manchmal ist er ungestüm,
und ich kann’s von Weitem sehen,
dass er etwas raushauen muss,
mein geliebter Impetus.

Quasi revolutionär
stellt er sich den Thesen quer,
die ich wäge, minus, plus,
mein geschätzter Impetus.

Fehlt mir Stein im Mosaik,
stößt er auf, an, mit Geschick,
Lücke? Wo? Gezielter Schuss,
Tja. So isser. Impetus.

Da ich jünger bin als du,
sagt er auf den Kopf mir zu,
freue dich an meinem Tun,
später hast du Zeit zum Ruhen.

Impetus streckt Zunge raus,
freches Grinsen, Augenschmaus,
viel dafür, wenig dagegen,
für mein Leben ist er Segen.

(c) ideenlese

Sonntagsnonsensebettgereimtes

Sonntagfrüh, noch nicht mal acht,
Vögel zwitschern, aufgewacht,
Rest von Träumen, torkeln trunken,
in Gedanken noch versunken,
Tee gebraut, nach Hund geschaut,
barfuß durch Garten, Tee zieht,
warten,
Futter in Napf und dann, stapf stapf,
zurück ins Bett, drauf reimt sich nett
aber auch fett, will ich nicht sein,
Schlaf nochmal ein, der Tee wird kalt,
träume vom Wald mit Wasserfall
in Portugal.

(c) ideenlese

Aus der Schwere

So wie ein Schiff auf schwerer See,
das leichte Segel hisst,
und schwerer Mut mit leichtem
Wein sich durchaus lindern lässt.

So wie des Körpers schwere Last
viel leichter wird durch Fasten
und Leichtsinn tiefem Denkvorgang
behilflich ist beim Rasten,

So ist, was manchmal schwer erscheint,
aus anderer Perspektive,
als wenn man nach dem langen Weg
auf leichten Federn schliefe.

Die Kraft der Schwere hält uns
fest und sicher auf dem Boden.
Und manchmal sind wir schwerelos,
im Traum wird gern geflogen.

(c) ideenlese 2022

Spinat

Ein Teller Spinat,
der stand in der Tat,
im Traum heut vor mir.
Und fragte mich dann,
was er mir fortan
Gutes tun kann.

Ich denke, so sprach ich,
verspeisen ist Phase,
Duft von Spinat
steigt mir in die Nase.

Halt ein, mein Kind,
sprach Spinat da leise,
think twice
und entscheide dich weise.

Dann machte es Blubb,
vorbei war der Traum,
nun stehen
Spekulationen
im Raum,
welche Botschaft Spinat
im Traumbild wohl hat.

Ich jedenfalls bin
zufrieden und satt.

Schönen 1. Mai.
Spargel kann jeder.

(c) ideenlese




Von oben gesehen

Der Käse, ist er hoch erhitzt,
zieht Fäden stets statt Kreise.
Das Wasser, wird es richtig kalt,
gefriert schon mal zum Eise.

Die Sonne bringt es an den Tag,
der Mond hüllt sich in Schweigen,
und sieht von oben ruhig zu,
bei dem, was wir so treiben.

Der Käse, den wir fabrizieren,
verbinden und zertrennen,
den kalten Umgang unter uns,
und dann das drüber Flennen.

Die falsche Liebe und die wahre,
das Trauern nach dem Gestern,
die Predigten im Freiheitsreim,
hört, hört, Brüder und Schwestern.

Wir ziehen Fäden wie ein Käse,
blasen, sogar das Laub,
und sind vom ganzen Lärm um nichts,
auf Ohr und Herzen taub.

Der Mensch, ein dünnes Fädchen bloß,
manchmal ein loses Ende,
Erkenntnis wie ein Käse nur,
kein Ausblick auf die Wende.

Der Mond indes total verknallt,
Botschaft an seine Sonne,
Ach du, mein ewig leuchtend Stern,
du bist mir eine Wonne.

Dein helles Herz strahlt unentwegt,
auf meinen dicken Bauch,
ich liebe dich, trotz der Distanz
und weiß, du liebst mich auch.

Die alte Sonne krault dem Mond,
zärtlich Telepathie,
zuerst den Kopf, den Hintern auch
und tiefer, bis zum Knie.

Die eine spielt ihr Spiel bei Tag,
der andere bei Nacht,
so gibt es keinen Sternenkrieg,
Chapeau- echt gut gemacht.


(c) ideenlese 2022