Geier

Den Ast von dem Olivenbaum, krallt sich ein Geier, um zu schauen, ob sich erfüllt sein jüngster Traum, hier unter dem besagten Baum.

Ihm träumte, dass an diesem Fleck, schon bald Lebendiges verreck.

So hockt er lange, ihm wird schwächlich, ihm schwant, dass er beträchtlich, von seinem Traum sich täuschen ließ.

Er magert ab, was für ein Grauen, die Ohnmacht schüttelt ihn vom Baum.

Da liegt er nun und ist am Ende. So mancher Traum führt zu ner Wende, mit der du nicht gerechnet hast. So sitze auf dem rechten Ast und warte nicht zu lange, sonst fällst du von der Stange.

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Dirndl Gaga

Foto: privat; bearbeitet mit Clips

Gaga Flusensieb in SockenhautSiebenleben unvertrautBlahblahmann mit WissensfrustHimmelsmahl ganz ohne LustElfentanz spielt LebenstraumMiezekatz auf …

Kleine Art LXIII – Gaga

Amüsiert inspiriert vom „Pfefferminzprinzen im Wissensfrust“, Lyrikblogger Dichterling

Dirndl Gaga

Es hebt den Busen, streckt den Bauch, ist guten Tuches und aus Brauch, besticht es durchaus generell, Betrachters Blick gewöhnlich schnell.

Es kann mit bunten Blumen glänzen oder sich eher schlicht kredenzen, selbst jenen, die mitunter rüde, spielt es stets smart an Stachels Sieben- Tage-Bart.

Jedoch ist unter all den feschen, oft eins dabei, das kann selbst sprechen, und dadurch etwas gaga sein; entblößt es manch pikante Stelle und schlägt damit enorme Welle, Schäume empörter Neidereien:

Wie kann sie nur so gaga sein? So durchgeknallt direkt, Oh Nein! Wie kann sie denn ein Dirndl wagen, als Jeans und Pulli-Typ zu tragen?

Dirndl Gaga hör ich sagen, Weil‘s geht und weil ich‘s einfach kann! Was geht es euch eigentlich an?

Es hebt den Busen, streckt den Bauch, ein bisschen gaga ist es auch, zeigt Herz und hat gewissen Witz, oazapft is.

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Der kleine Mut

Foto: Martina Brüne, Kunstraum 300

Er lernte gerade selber laufen, allein ein Erdbeereis zu kaufen, mit Sahne, drunter und viel drauf und träumte von dem großen Lauf, den er aus eigner Kraft mal schafft.

Er lernte gerade, Ich zu sagen, sich mal zu zeigen, was zu wagen und spürte, das tut richtig gut, hey, Ich bin Knut, der kleine Mut. Und wenn ich erstmal größer bin, krieg ich ganz andre Dinge hin.

Die Zeit verging und Knut begann, Fuß zu fassen und fing an, manches zu tun, andres zu lassen, erkannte, es gibt kein Zurück und großer Mut führt oft ins Glück. So wuchs er Stück für Stück.

Jetzt kauft sich Knut ganz ohne Scham, denn darauf kommt es gar nicht an, ein riesengroßes Sahneeis und denkt sich still, Jawoll, vom Glück weiche ich keinen Zoll. Ich weiß ab jetzt, was mir gut tut, lächelt, grüßt freundlich und wünscht Mut,

Danke liebe Martina, für die Inspiration am Morgen. Sahneeis für meine mutige Seele! 🍦

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Portugal & die Löffelliste

Einmal war ich in einem Land, von Lissabon bis an den Strand, Melancholie getaucht in Licht, Fernweh mein Freund? Was fragst du mich?

Einmal noch werd ich mich erheben, ne Spanne Zeit, ein wenig Leben, am Fado meine Sehnsucht stillen, mir damit einen Traum erfüllen.

Das Salz des Meeres auf der Haut, Rauschen der Wellen, leise, laut. Einmal das Abenteuer wagen, von Lissabon bis an den Strand, mit allen Sinnen, Hand in Hand.

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Elfe

Wenn ich eine Elfe wär, flög ich ständig um dich her, schüttete dir Glitterstaub über über auf dein Haupt.

Könnt ich eine Fee nur sein, zaubern, und betörend fein, dich mit Input überfluten, schützen dich auf deinen Routen.

Hätte ich ne Superkraft, oder einen Zaubersaft, oder irgendeine Macht, zöge ich es in Betracht, Wünsche flux dir zu erfüllen.

Nix von dem hab ich zu schenken, außer stets an dich zu denken, selbstverständlich auch zu fühlen. Wenn du lächelst, kannst du‘s spüren.

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Ich brauche dich nicht

Ich brauche dich nicht, damit du mein Ego mit Champagner abfüllst, duselig machst von sich selbst, ihm schmeichelst, es anbetest wie ein Götzenbild.

Ich brauche dich nicht, als Ideal, geschniegelt und geleckt, wie aus dem Ei gepellt, glatt wie Mamor, eine immer gleiche Statue, glänzend und stark.

Ich brauche dich in deinem Schmerz, deiner Erschöpfung, deiner Müdigkeit. Mit all deinen Wunden und Narben, in deinen schwächsten Momenten, in deinen dunkelsten Stunden, deiner Angst, deinem Zweifel.

Ich brauche dich wie einen Spiegel meiner Seele, brauche dich auf den Schlachtfeldern der Kämpfe, die meine und deine sind, wie sie schon immer unsere waren.

Ich brauche dich in allen Facetten der Liebe. So brauche ich dich. So brauche ich mich. So brauchen wir uns.

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Ziehen

Es zieht mich zu mir hin, hinein, tief ins Sein, das mir allein gehört, mich nichts und niemand stört.

Es zieht mich an, das was ich sehe, spüre, was mich trägt, mit stillem Lächeln mich bewegt, dahin wo es mich zieht.

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Impülschen

Was kommt dabei raus, wenn was rauskommt, unbedacht überdacht, angedacht, nicht vor- und nicht nachgedacht, mit ohne Bedacht ohne Mittel zum Zweck?

Ein Kribbeln im Bauch, im Herz, im Irgendwo und Überall und tiefer und höher und weiter?

Strahlendes Feixen und lustiges Krakelen im Seelengebälk, das sich biegt vor Lachen und Niesen vom Duft der Blüten und Säfte?

Ein Sprudeln von Wörtern, die Worte nicht sind und nicht werden, geboren aus Nichts, einem Hauch von Flirt mit dem Sein, dem puren, das alles kann und will und nichts von alledem?

Und jetzt?
Mehr und als oder, gleichwohl, gleich viel, gleichgültiges Strömen.

Es macht Spaß, zu leben, zu sprudeln, zu lieben vor dem Sterben.