Worthülsen

Zwei Federn auf dem Weg, Christine, Sept. 2021

Du sagst, Ich liebe dich, Ich dich, sag ich. Welten von Deutungen, öffnen sich. Galaxien von Bildern, Meere von Gefühlen.

Du sagst Worte, wie ich, mehr nicht. Vehikel nur ins Licht, des Augenblicks. Von Angesicht zu Angesicht.

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Spätblüher

Aquarell, Christine 2021

Jetzt nehme ich mir, was ich kann, ich finde, ich bin jetzt mal dran und lasse meine Knospen sprießen, vom Füllhorn Freude mich begießen.

Du sagst, ich sei die Anemone, blüht spät, im Herbst, ob sich das lohne? So kurz bevor der Winter naht?

Und ich frag dich, hast du gewusst, dass eine Blume gar nichts muss? Sie blüht stets wenn sie kann, wie schon gesagt, ich bin jetzt dran.

Drum nehme ich mir diesen Kuss, mag sein, den letzten, vor dem Schluss, tauch ein im Kreislauf der Natur, richte mich nicht nach deiner Uhr.

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An manchen Tagen

An manchen Tagen denk ich mir:
Es reicht! Was soll ich denn noch hier?
Ich spüre tief in mich hinein
und zweifle streng an meinem Sein.

Zu viel gefühlt, verloren im Hoffen,
von Selbstmitleid extrem besofffen.
Vom Sinn des Lebens abgeglitten,
Melancholie zu hart bestritten.

Von Monsterwellen abgetrieben,
fernab von Heiterkeit und Lieben.
Ein Häuflein Elend, schwer verflennt,
der Blick betrübt, das Herz verpennt.

Dann sehe ich den Stift da liegen,
daneben das Papier,
Schreib auf, was mich von mir abtrennt,
und bleibe dann doch hier.

Schwinge mich auf am zarten Faden,
um wieder neu mich aufzuladen,
mit Liebe und dem tiefen Glauben:
Hör auf, dich selber zu berauben.

Von dem was dich erfüllt und trägt,
dir hilft und auch, was dich erregt.
Und wieder sehe ich es klar,
das, was ich brauche, ist doch da!

An manchen Tagen.

Das Wichtigste sogar für immer:
Die Liebe und ihr krasser Schimmer!

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An meine Muse

Foto: Christine, September 2021

Es ist Freitag gegen zehn, ich will gerade duschen gehen, Handy klingelt, ich geh ran, ruft mich meine Muse an.

Fein, denk ich, bin inspiriert, weil ich weiß, was gleich passiert. Funkenflug in Hochfrequenz, ohne eine Konkurrenz.

Muses Themen ohne Gleichen, niemand kann ihr ‘s Wasser reichen. Ich hör zu und speicher ab, lache mich dabei fast schlapp.

Leben ist nicht nur ein Reim, auch die Muse sieht das ein, grüsst und ist auch schon verschwunden. Ich gestehe unumwunden, dass ich meine Muse brauch.

Und ich weiß, sie braucht mich auch.

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Adieu

Foto: Christine, Sept. 2022

Absehbar, klar, musste ja sein, nach Sommer stellt der Herbst sich ein. Noch plänkeln beide, weigern sich, einer zu gehen, der andere nicht.

Des Sommers Liebestrilogie, aus Lust und Freude, Fantasie, bekommt allmählich Todesflecken, zu sehen an den braunen Hecken.

Den Blättern, die gen Erde sinken, dem Saft der Trauben, den wir trinken, während wir um den Sommer trauern, das kann dauern.

Dem Herbst im satten Farbenkleid, tut Sommers Tod rein gar nicht leid, hält Hof, so ist es an der Zeit, vom Sommer Abschied nun zu nehmen.

War schön, Adieu, so ist das Leben. Und später dann, in Wintertagen, wird die Erinnerung uns tragen, durch diesen Sommer, diesen einen, wir werden wissen, lächeln, weinen und dann auf einen Frühling hoffen.

Geschichten, Leben, immer offen.

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Der kleine Mut

Foto: Martina Brüne, Kunstraum 300

Er lernte gerade selber laufen, allein ein Erdbeereis zu kaufen, mit Sahne, drunter und viel drauf und träumte von dem großen Lauf, den er aus eigner Kraft mal schafft.

Er lernte gerade, Ich zu sagen, sich mal zu zeigen, was zu wagen und spürte, das tut richtig gut, hey, Ich bin Knut, der kleine Mut. Und wenn ich erstmal größer bin, krieg ich ganz andre Dinge hin.

Die Zeit verging und Knut begann, Fuß zu fassen und fing an, manches zu tun, andres zu lassen, erkannte, es gibt kein Zurück und großer Mut führt oft ins Glück. So wuchs er Stück für Stück.

Jetzt kauft sich Knut ganz ohne Scham, denn darauf kommt es gar nicht an, ein riesengroßes Sahneeis und denkt sich still, Jawoll, vom Glück weiche ich keinen Zoll. Ich weiß ab jetzt, was mir gut tut, lächelt, grüßt freundlich und wünscht Mut,

Danke liebe Martina, für die Inspiration am Morgen. Sahneeis für meine mutige Seele! 🍦

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Leave me alone

Foto: Christine, 2021, September

Leave me alone for a while, cause I need just to shine, in my own and true style.

So leave me for ages, there are none dangers, to lose kind of love, nothing above.

I leave you alone for a while, just to show, what we are, for ages and ages so far.

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Durchhalten

Foto: Christine, Sept. 2021

Halte durch, hast du gesagt, Wie denn?, ich mich still gefragt, und dann keinen Plan gehabt, weder A, geschweige B, ratlos nur, von Kopf bis Zeh.

Mach‘s dir schön, hast du gesagt, Wie denn?, mich flüsternd gefragt, Buch gelesen, Zigaretten, Waldspaziergang, Welt noch retten?

Sorg dich nicht um mich geschrieben, mich dann stoisch angetrieben, mal geduscht nach drei, vier Tagen, sogar etwas Neues wagen, Nagellack und Lippenstift, weißt du wie es wirklich ist?

Ungeschminkte Wirklichkeiten, sind es, die zu allen Zeiten uns zum Durchhalten streng zwingen, sind wie Messers scharfe Klingen, stechend Schmerzen uns abringen.

Dann, ein feines, helles Scheinen, Licht im Tunnel, Schluss mit Weinen und mit Jammern auch, Garaus dem nur halb sich fühlen und Geschirr mit Hand mal spülen, dazu Musik für den Bauch, Herzgebrauch.

Durchhalten.

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Küssen!

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Wenn ich etwas nicht leiden kann, dann sind es alle Arten von Befehlen, selbst dann, wenn sie als vermeintlich neckische Aufforderung getarnt, quasi harmlos dahingesäuselt werden.

Die Botschaft ist eindeutig, und zwar immer und ohne Zweifel:

Mach! Mach es jetzt! Mach es, weil ich es mir wünsche oder will. Ob dir gerade danach ist, interessiert mich nicht. Stell dich nicht so an, sei doch nicht so zickig!

Frauen und Männern meiner Generation dürfte das sehr bekannt vorkommen.

Die Aufforderung Komm Küssen! Gib der Oma, dem Opa, der Tante, egal wem, egal, ob du ihn oder sie riechen kannst oder nicht, ein Küsschen, versetzt mich in Nullkommanix in das Unwohlsein aus Kindertagen, ja eine regelrechte Ohnmacht:

Gib das schöne Händchen, mach einen Knicks und Komm Küssen!

Bäh!

Nichts turnt mich mehr ab und erzeugt mehr Widerwillen als die direkte Aufforderung, mich körperlich in den Dienst stellen zu sollen.

Denn genau das ist es. Gib mir, gib es mir jetzt, ich will und muss nichts dafür tun, dass du Bock darauf hast. Und wenn du nicht willst, dann hab ich dich nicht mehr lieb.

Geht’s noch? Nein. Das geht überhaupt nicht.
Erst recht nicht, wenn es ums Küssen geht.

Küssen ist in meiner Welt die Sprache innigster Verbundenheit; jedenfalls dann, wenn sich zwei Menschen tief und innig verbunden fühlen. Und das setzt voraus, dass da etwas vorangegangen ist. Das sich da etwas angebahnt hat, das Interesse am Gegenüber, gute Gespräche, dass man wertvoll und wichtig ist, begehrt wird, geschätzt wird, ja, geliebt!

Küssen ist kein Selbstläufer und es gehören Zwei dazu. Zwei, die beide Ja dazu sagen, weil sie beide zeitgleich spüren, dass es schön ist. Einvernehmlichkeit!

Ich mache was du willst, aber ich küsse dich nicht auf den Mund, diese weise Entscheidung trifft die Prostituierte Vivian, gespielt von Julio Roberts, als sie mit dem Schönling Edward ins Bett geht.

Logo. Würde sie ihn küssen, könnte sie ihre Profession an den Nagel hängen, denn längst spürt sie, dass sie sich verlieben würde, wenn sie ihn küsst, was suboptimal für sie als Sexarbeiterin wäre. Vivian hat Herz, viel mehr Herz als Verstand! Und wie das endet wissen wir ja alle.

Küssen ist entscheidend dafür, ob es funkt zwischen zwei Menschen! Küssen ist ein Spiel, ein Erkunden, auch Teil des Vorspiels zum Sex. Die Erkenntnis ist nicht neu.

Küssen ist ein Versprechen. Vielleicht nicht für immer, jedenfalls für eine Spanne Zeit.
Es gibt viele Arten, zu küssen und ich frage mich, warum wir es und seit wann überhaupt tun?

Ich hab gegoogelt. Kannst du auch tun, wenn du Lust darauf hast.

Aber vielleicht hast du Glück und es ist jemand in deinem Leben, mit dem du richtig leidenschaftlich knutschen kannst, weil ihr euch einig seid, unter einer Decke steckt, gemeinsame Sache macht und on top, Liebe im Spiel ist.

Toi toi toi.





Das Schönste

Christine 21/9/13

Man sagt, wenn es am schönsten ist, dann soll man lieber gehen.

Aha, denk ich, schaue mich um und bleib noch etwas stehen.

Was ist das Schönste überhaupt, wie kann ich es erkennen? Ist es verboten und erlaubt? Zum Lachen und zum Flennen?

Wo finde ich das Schönste denn? Und soll ich danach suchen?

Kann sein, das Schönste ist manchmal das letzte Stückchen Kuchen.

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Emilie

Emilie my Enemy, wie Efeu wucherst du.

Emilie my Enemy, was sagst denn du dazu?

Emilie my Enemy, wir beide sind Rivalen. Nur hab ich keine Lust dazu, allein dafür zu zahlen.

Emilie my Enemy, nimm dir von meiner Liebe.

Emilie my Enemy, im Tausch, dass ich noch bliebe.

Emilie my Enemy, komm, trinken wir ein Bier. Vielleicht wirst du mir Freundin sein und ich bleibe noch hier.

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Ich brauche dich nicht

Ich brauche dich nicht, damit du mein Ego mit Champagner abfüllst, duselig machst von sich selbst, ihm schmeichelst, es anbetest wie ein Götzenbild.

Ich brauche dich nicht, als Ideal, geschniegelt und geleckt, wie aus dem Ei gepellt, glatt wie Mamor, eine immer gleiche Statue, glänzend und stark.

Ich brauche dich in deinem Schmerz, deiner Erschöpfung, deiner Müdigkeit. Mit all deinen Wunden und Narben, in deinen schwächsten Momenten, in deinen dunkelsten Stunden, deiner Angst, deinem Zweifel.

Ich brauche dich wie einen Spiegel meiner Seele, brauche dich auf den Schlachtfeldern der Kämpfe, die meine und deine sind, wie sie schon immer unsere waren.

Ich brauche dich in allen Facetten der Liebe. So brauche ich dich. So brauche ich mich. So brauchen wir uns.

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Inner Picture

Christine, 21/09/12

Turned into space, in me, I see true colors of soul. My inner image shines out of space into space.

Entering the universe, in you, I see your soul, your colors. Mix with my belief that we are from space, in space.

Forever and ever. One.

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Ziehen

Es zieht mich zu mir hin, hinein, tief ins Sein, das mir allein gehört, mich nichts und niemand stört.

Es zieht mich an, das was ich sehe, spüre, was mich trägt, mit stillem Lächeln mich bewegt, dahin wo es mich zieht.

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Herz vs. Ratio

Müdes Säuseln im morschen Gebälk, Gedankenbiegen bis zum Bersten, Splitter widerhakend, schmerzhaft hautunter, fast.

Riss in der Spule, Alter Film, schmorend, unansehnlich, unbrauchbar.

Freies Schwingen im Dachstuhl, Grübelkaskaden in Lebendfalle, Freiflug.

Triumph der Konfettibombe, Fanfaren in den Serpentinen, Lernkurve mit Bravour. Absturz?

Nope.

Teamwork.

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