Heute

… in fünf Wochen … niemand von uns weiß zu sagen, was Phase sein wird an diesem Montag in der Ferne. Rosenmontag, hörte ich, soll sein.

Umso spannender, starte ich doch, diesmal mit Enja als wachsame Begleiterin, in Richtung: Köln 😉

Es hätt noch immer jut jejange.

Sollte es tatsächlich klappen, wird es meine dritte Alleinreise nach Portugal werden. Dieses Mal unter etwas anderen Bedingungen und Vorzeichen aber sicher ebenso viele Fragezeichen im Rucksack, wie bei den anderen Malen.

Es ist eben kein Urlaub und schon gar nicht pauschal! Und für mich ist es immer noch ein Abenteuer; wenn auch unter kalkulierbaren Bedingungen. Schließlich bewege ich mich auf asphaltierten Straßen und nicht offroad in irgendwelchen Wüsteneien.

Gestern erfuhr ich – mal wieder, roter Lebensfaden – welche empörte Aufregung und solide Basis für Lästereien ich Menschen biete, aufgrund der Tatsache, dass ich tue, was ich tue.

Ja ich gebe zu, dass mich das verletzt. Ich bin schließlich nicht aus Stein, im Gegenteil, körperliche Erscheinung korreliert null mit Wesen. Es verletzt mich, wenn andere hinter meinem Rücken Gerüchte und Unterstellungen verbreiten.

Lass sie reden, tröstet mein MB. Mir ist das komplett egal.

Dem rebellischen Teil in mir ist es auch egal. Doch da ist ein Teil, der mehr Raum einnimmt.Und der das „Exotendasein“, diese kraftzehrende Autonomie bereit ist aufzugeben, zugunsten einer Verschmelzung mit Allem.

Entsprechend dünnhäutig war meine Nacht und auch der Start in diesen Montag, der erste im Countdown von sechs auf eins.

Wenn ich wie du wäre, wäre ich doch lieber wie ich!

Manchmal will ich einfach nur weg aus der Enge menschlicher Dummheit; meine eigene eingeschlossen. Selbstverständnis Leben und leben lassen.

Freiheit ist es. Freiheit ist mein wichtigster Wert. Noch vor Liebe!

Spiegel

Foto: privat, Portugal 2022
Ich sehe in den Spiegel,
er spricht.
Meinst du mich? frage ich.
Erinnere dich, sagt der Spiegel,
im Blick zurück,
zeig ich dich, verzerrt, warst
du einst, sprachst von Freiheit
im Geist und im Sein,
und hast dich gezwungen,
ganz du zu sein, doch warst
es nicht, nur gefangen im
Scheffel, verrußtes Gesicht.

Und heute? frage ich,
was sehe ich?
Dein Spiegelbild, das aber
deins nicht mehr ist, sondern
Sog dir, Verlangen, Schimäre,
Schatten, kein Licht.
Ich sehe in den Spiegel
und sehe nicht mich?
Nur ein Bild, ein vergang’nes,
es ist nicht, es war,
erkenne, wer du bist,
und werde gewahr, was Zwang
und was falsche Freiheit ist.

(c) ideenlese

Ach nichts!

Foto Dichterling mit freundlicher Genehmigung.
Mucksmäuschenstill versteck ich mich
in einer alten Truhe,
hier finde ich, ganz überrascht,
die alten, roten Schuhe, von damals, das wie gestern flirrt, mich einnimmt, mich berührt, und schließlich, Bowie singt dazu, ganz hemmungslos verführt.

Mucksmäuschenstill klingt es in mir,
das schillernde Let’s dance,
und Take a Chance, on you and me,
sailing across the sea, so schwelge ich und sehne mich nach dem, was so nicht war. Und du fragst in die Stille rein, Hallo? Bist du noch da?

Ich sage nichts, bleib wo ich bin, in meiner alten Truhe, wie ein Gespenst, verstaubt, uralt, hier hab ich meine Ruhe.

(c)

Ja zum Nein

Mantra, 2022
Das JA zum NEIN.
Ist es dasselbe wie
das NEIN zum JA?

Das JA zum NEIN,
malt sich die Lippen.
Dunkelrot.

Das NEIN zum JA,
zieht sich den Lidstrich,
schwarz, vom dritten Auge.

Der Kopf hämmert,
Ohren singen Tinnitus,
von zu viel JEIN.

Halbherzige Halbseiden,
Dein Wunsch ist mir
nicht länger ein
Befehl.

Mein JA zu meinem NEIN.
Mein NEIN zu meinem JA.

Alles klar?

(c)