Orpheus 4.0

Zwischen den Welten eingeklemmt, Diagnosen ungehemmt, eingedenk der Lage eingeschenkt, Todes Cocktail, Absturz.

Mitten im Abgang unterbrochen, Schlauer Geist Lunte gerochen, Daraufhin eingedrungen, Toben im Traum, Einhalt.

Zwischen den Welten eingesperrt, Zerrissen, hin und hergezerrt, Leben nicht richtig, Tod ziert sich, Hängen im Schacht, Wandern am Joch,

Sonne fällt in Unterwelt, Strahlend Dunkelheit erhellt, Vibes und Beats erfüllen Sphären, Ruhe bitte, Aufnahme neuer Töne. Eventualität Lebenstanz.

(c) ideenlese

Glaube Liebe Hoffnung

Das kleine Haus am Waldesrand, wir zwei davor, auf einer Bank. Ein Rosenstock mit seinem Duft, erfüllt die Liebe und die Luft.

Die Seele eins, die Herzen heiß, genießen wir Vanilleeis, dazu gekühlte Limonade, es wär doch wirklich jammerschade,

Wenn wir uns diesen Traum verbieten, reale Dinge dafür hüten, wie falsche Münzen unterm Kissen, anstatt die Muse wund zu küssen.

Ich möchte Tango tanzen lernen, die Schönheit, nicht den Schmerz beschwören und stimme an die Melodie, von self fulfilling prophecy.

(c) ideenlese

Vom Lebensbaum genascht

Zwei Schmaucher schmauchen, Freund zu Freund, extrem gechillt grad einen Joint, als eine Frau mit ihrem Hunde, passiert den Gig zur selben Stunde.

Perplex im Überraschungsakt, stürzt Tüte auf den Wandersack, der ebenerdig sich platziert, was beide Kiffer irritiert.

Des Hundes Nase schnallt indessen, im Rucksack ist auch was zu fressen, stürzt sich mit Wucht in Richtung Knaben, um sich an Wurst und Brot zu laben.

Die rennen ihrerseits davon, das ist bestimmt verdienter Lohn, sagt sich die Frau und setzt sodann des Schicksals Fügung freudig an.

Die Frau mit Hund, entfernt vom Raum, lehnt tief entspannt an einem Baum, Pupille weit, Bewusstsein auch, umgeben von dem süssen Rauch.

Geh doch mal wieder in den Wald und spüre, du bist nicht zu alt, verrückte Sachen zu probieren. Lass dich vom Lebensbaum verführen.

Moral?

Die besten Geschichten schreibt das Leben, vor allen das im Wald zwischen den Bäumen der Gattung Realität und Fantasie.

Und wenn du ein paar Schritte weitergehst, gleich hinter der Lichtung, stößt du auf den Strand und das Meer. Hängematte und Cocktails inklusive.

(c) ideenlese

Le silence

Le silence me berce dans le temps, me berce dans la vie.
Le silence me berce comme une note, tombé de la chanson.
Le silence me secoue.

Die Stille wiegt mich in der Zeit, wiegt mich im Leben.
Die Stille wiegt mich wie eine Note, die aus einem Lied gefallen ist.
Das Schweigen erschüttert mich.*

*weder der französischen Sprache, geschweige denn des Klavierspiels wirklich fähig, habe ich ein Faible für melancholische Chansons. Herzenssachen machen.

(c) ideenlese


Von Schafen und Wölfen

Seinerzeit im Herbst, vor vielen Monden,
schlichen wir im Frühling unseres Lebens,
umeinander.
Schafe, im Pelz junger Wölfe, unser Knurren
ein Blöken bloß.

Taxierend das Wagnis der ersten Liebe,
der Witterung auf die Spur gekommen,
beklommen noch und fremd,
die Seelen nur vertraut im Spiel,
taumelten wir.

Mal hier mal da, im kurzen Rausch,
rissen uns tiefe Wunden, Drama,
fanden kein Ende.
Ohne dich ging es nicht,
ohne mich dir nicht besser, ein Lauf,
blind ins gewetzte Messer.

Bis es stumpf war, wir auch,
blutleer das Uns und das Wir am Krepieren,
schwer wiegt was war.
Erinnerungen führen nichts Gutes im Schilde,
manche,
machen den Tag nicht hell,
bleiben wie Nebel hängen in altem Schmerz.

Kürzlich im Frühling, vor einigen Monden,
schlichen wir im Herbst unseres Lebens,
umeinander.
Alte Wölfe im Pelz junger Schafe,
vernarbt vom Leben, ohne einander,
streunen wir im Was wäre gewesen wenn.

Unser Blöken ein Knurren.

Im Sommer hast du dich davon geschlichen,
für immer im Kreislauf der ewigen Jagdgründe,
bist du der, der du immer schon warst.
Ein hungriger Wolf.
Und ich heule den Mond an, still und leise
und lecke heimlich meine Wunden.

©ideenlese, 2021


Emanzipation 4.0 Satirealarm

Wir haben uns nichts zugesagt, und selten auch was ab. Wir haben unseren Spaß gehabt, sehr kurz doch nicht zu knapp.

Wir hatten nur das heiße Heute, kein gestern und kein Morgen. Du bleibst bei ihr und ich bei mir, kein füreinander Sorgen.

Im Raum stand nichts alternativ, allein ein Bett stand drin. Jetzt weinst du, siehst in mir für dich des Lebens tiefen Sinn.

Du weinst und redest immerzu von Herz und Schmerz und Liebe. Nun ist es so, ich bin ne Frau, gesteuert durch die Triebe.

Emanzipation 4.0

(c) ideenlese 2021

Verspielerei & Hundegetappel

Auf besonderen Wunsch eines Bloggerkollegen, präsentiere ich dieses kleine Stück selbst erdachter und gespielter Musik.

Und demnächst dann die vollständige Fassung. Vielleicht. Wer weiß.

Saitenspiele

Zarte Saite, hart gerockt, gerissen, Konzert beendet, vor der Zeit.

Zarte Hände, neue Saite, aufgezogen, Ton tiefer, neue Schwingung.

Zarte Töne, angeschlagen, Tränen fließen, Spiel im Fluss, schwimmen im Schmerz.

Lektion gelernt.

(c) ideenlese

Schritte ins Meer

Ich gehe Schritt für Schritt ins Meer, seicht, es reicht mir bis zum Knie, ich halte kurz inne, neben mir steht ein kleines Mädchen, ein Augenblick, vorbei.

Ich gehe weiter Schritt für Schritt ins Meer, das Wasser reicht mir bis zur Hüfte, neben mir eine Frau, ein Lächeln, vorbei.

Ich gehe weiter, Schritt für Schritt ins Meer, das Wasser umspielt meine Schultern, spüre den Grund unter meinen Füßen, neben mir eine alte Frau, Blicke voller Weisheit, vorbei.

Ich überlasse mich den Wellen des Meeres, es trägt mich, weiter und weiter. It’s my turn.

(c) ideenlese

Zazen

Sit, just sit, sit, shut up, breathe, just breathe, breathe in, breathe out, natural flow, breathe like you’ve been breathing for ages.

no searching, no finding, no diving, no winding, no becoming, no wanting, sit, just sit, sit and shut up.

all in nothing, nothing in all, every moment of being, let it be, be.

Sit, just sit, sit, shut up, breathe, just breathe like you‘ve been breathing for ages.

Zazen.

(c)ideenlese

Nächtens

Elefanten aus Mücken, sticheln, juckende Unzeit, elefantös unterwegs, angestochen, die Erinnerung, nicht kratzen, schwaches Fleisch.

Die Sonne bringt es an den Tag, sticht, Herz ist Trumpf, mit allen Wässerchen gewaschen, unschuldig, geduscht im Licht, wird ins Dunkel gebracht.

Beherzter Schlag, Sieben auf einen Streich, kleben, summ summ summ, goldenes Schweigen. Sonntag ist Ruhetag. Morgens werden aus Elefanten Mücken.

(c)ideenlese auf Ibiza, angepikst, im Dreivierteltakt, eine Möwe, tipp tapp tapp, tipp tapp tapp, tanzt, Walzer im Pool, Schostakowitsch küsst mich, ich küsse zurück.

Kinderliebe

Peter wohnt in Nummer vierzehn,
ich dicht dran, in Nummer acht.
Wir sind fünf, als wir uns treffen,
was das Schicksal halt so macht.

Beide sind wir drauf versessen,
viel zu fragen, viel zu sehen.
Käfer, Blumen, Würmer essen,
mit den Sternen wandern gehen.

Wir sind Nerds, was wir nicht wissen,
weils das Wort noch gar nicht gibt.
Und der Grund, dass wir uns küssen?
Auch mit fünf ist man verliebt.

Wenn wir in die Schule kommen,
kündigt Peter freudig an,
sind wir jeden Tag zusammen.
Kinder spielen Frau und Mann.

Eines Tages, es ist Sommer,
stehe ich vor Peters Tür.
Fremde Frau sagt ganz beklommen,
Peter? Der ist nicht mehr hier.

Herz das blutet, Tränen fließen,
mein Freund Peter ist perdu,
Manches kommt zu spät im Leben,
anderes das geht zu früh.

Viele Jahre in der Schule,
bleibt ein Stuhl für Peter frei.
Peter Schröder, ungelogen,
war mir niemals einerlei.

Peter wohnte in der Vierzehn.
Ich dicht dran in Nummer acht.
Wir warn fünf, als wir uns trafen,
Leben ist, was Leben macht.

©ideenlese 2021


Peter Schröder war mein erster bester Freund.
Ich habe keine Ahnung, was aus ihm geworden ist.
Er verschwand mit seiner Mutter an einem Sommertag 1970.
Ohne Abschied. Wir waren fünf Jahre alt und ein Herz und eine Seele.

Der Wurm

Der Wurm, der sich verspäten kann,
besonnen und geschickt,
der hegt in sich heimlich den Plan,
dass Vogel ihn nicht pickt.

Die Zeit, die er gewonnen hat,
die will er prima nutzen,
und fängt sogleich behände an,
sein Image blank zu putzen.

Wenn ich es lang genug poliere,
sinniert und träumt der Kriecher,
dann bin ich bald viel besser dran,
als all die andern Viecher.

So geht er’s an, strafft seine Falten
und pellt sich aus dem Ei
fühlt sich als Tiger denn als Wurm,
im Boden vogelfrei.

Aus Spät wird Früh, die Zeit sie rennt,
Sie reicht nicht für den Mogel,
ein Wurm der bleibt doch stets ein Wurm,
da naht auch schon der Vogel.

Pick, Pick, Pick.

Du willst Moral aus der Geschichte,
als Mensch oder als Tier?
Vielleicht ist es die Frage nur,
wer sind wir und wofür?

(c)ideenlese 2021




So’ham & Der Schabernack

Einen Tag nach der Migräneattacke geht es zur Sache. Ein kunterbuntes Drunter und Drüber tobt über die Flure der grauen Masse im Oberstübchen. Gedanken spielen Blinde Kuh und Hasch mich, ich bin der Frühling. Flöhe hüten ist einfacher, als diesen Kindergarten der Schlaumeier und Neunmalklugen unter der Schädeldecke im Zaum zu halten.

Legionen von Absurditäten in nächtlichen Traumsequenzen: Inferno, Armageddon, Tsunami; und danach: Stille. Nüscht mehr! Niente. Nada. 

Wenn der Schmerz abebbt, wird es klar. Einsichten von betörender Schlichtheit. Schön, wie ein Butterbrot, wie ein Bergsee, wie ein unerwartetes Lächeln.
Diese Zeit währt kurz, wie ein flüchtiger Flirt.  Es ist eine Zeit, in der mich der Schabernack verführt und meinen Verstand lahmlegt. Guter Typ.

Er nimmt meine Hand, dreht die Musik laut auf, Abba, Bay City Rollers & Co., archaische Trigger und lässt meine Hüften die einzig wahre Sprache sprechen. Er verführt mich zu Tätigkeiten, die dank ihrer Einfachheit Juwelen für das Sein sind. Klo putzen, bügeln, wischen und das alles in Zeitlupe.

Mein Schabernack haut mir auf die Finger, sobald ich zu irgendeinem Fachbuch greifen, wissenschaftliche Dokumentationen auf arte und 3Sat starten will, oder sonst einer wichtigen und ernsthaften Beschäftigung nachgehen will.

Er schüttelt mir die Kissen auf, drückt mich mit sanfter Gewalt in dieselben, legt sich neben mich und flüstert: Die Wirklichkeit steht nicht im Lexikon. So’ham und dein Lachen ist alles, was du brauchst.

So’ham. Ein Mantra aus dem Sanskrit, das so viel bedeutet, wie Er ist ich, Ich bin er und die Einheit von Individualseele und dem Absoluten beschreibt.

So’ham.
Schon Marianne Rosenberg hat darüber gesungen. Sie erinnert sich? Ich bin wie Du, ahaha, wir sind wie Sand und Meer, uhuhuuu, und füreinander immer nur da, hahahahaha.

Und ich schließe die Augen, lächle, atme und fühle mich mittendrin im Leben, in mir. Ich merke gerade noch, wie der Schabernack mir einen Kuss auf die Stirn gibt, mich in die Wange zwickt und mit einem So’ham, du kannst dich nicht von deinem Schabernack trennen, mitten in mein Herz hüpft.

So’ham.
Mittendrin. All in One.







Josefa & The Bay City Rollers


Ich murmele meinen Namen, mein Alter und meinen Wohnort. Da ich die einzige Zeugin in der Sache bin, zweifle ich meine Aussage an. Skepsis ist mein Steckenpferd, besonders in den Morgenstunden und die enden in meiner Welt frühestens um 10 Uhr.

Ich will sicher sein, dass ich die bin, für die ich mich heute Morgen halte und dass heute der Tag ist, von dem ich meine, dass er es ist. Also befrage ich meinen Mann. Ich könnte auch die Hündin fragen. Doch die guckt nur niedlich, worauf ich ihr den Napf mit Futter befülle; und damit abrupt ihre Aufmerksamkeit verliere: an einen Napf! Ein Omen?

Der Gatte rollt mit den Augen und lässt auf mein Bitten hin meinen Vornamen seinen Lippen entgleiten. Er tut dies nicht einfach so. Er betont jede Silbe, macht eine kurze Pause und setzt achtsam zur nächsten an. Es sind drei. Nimmt man meinen zweiten Vornamen hinzu, kommt man auf sechs. Sechs Silben.

Als er bei der letzten Silbe angekommen ist, hält er erneut inne, atmet tief ein und lässt meinen vollständigen Namen langsam und gedehnt dem Strom seines Ausatmens entfahren. Wie eine leise, sehr sanfte, vornehme Flatulenz, die sich dem eleganten Entweichen ganz und gar hingibt.

Ich sehe ihn fragend an, er versteht und deutet mit dem Zeigefinger ungeduldig tippend auf das Titelblatt der lokalen Landgazette. Datum und Tag stimmen mit meiner Annahme überein. Erleichterung entfaltet sich in mir wie ein Schmetterling, der just dem adipösen Raupendasein entschlüpft ist.

Und gleich darunter lese ich in großen, druckfrischen Lettern: Landfrauen erbitten Spenden.

Mit den Spendengeldern wollen die Damen eine Gedenktafel in Form eines sehr großen Huhns, gegossen aus Bronze, aufgestellt auf dem zentral gelegenen, einzigen Verkehrskreisel im Umkreis von zwanzig Kilometern, errichten. Zwei hiesige Künstler: innen haben sich bereits begeistert aus dem Ruhestand zurückgemeldet, um dem Projekt ihren Odem einzuhauchen.

Die amerikanische Autorin, hat durch ihr Ableben die Damen, Bäckerinnen wundervollster Buttercremetorten und Herrscherinnen über Ställe massenhafter Hühner- und Schweinehaltung und Glyphosat- und jauchegetränkter Felder, abgeholzter Wälder und monokultureller Ländereien in ein Tal der Tränen und Verzweiflung geschubst.

Sie hat uns mit ihren Romanen so viel gegeben, so viel Einsicht und Mitgefühl, sie hat unseren Blick weit gemacht für das, worauf es wirklich ankommt, wird eine der Landfrauen, eine gewisse Josefa M. aus S. zitiert.
Zum Glück heißt es weiter, habe die Schriftstellerin den letzten Band noch vor ihrem Ableben fertigstellen können. Ich weiß nicht, wie es sonst hätte weitergehen sollen. Zitatende.

Na gut, denke ich, im Zweifel gar nicht! Denn toten Autoren dürfte das Halten des Stiftes angesichts ihrer maximal molekularen Daseinsform unmöglich sein. Aber, sage niemals nie. Was weiß ich schon? Nüscht.

Rosamunde P. lässt jedenfalls herzlich und spürbar grüßen und ihre sieben Schwestern fahren reichlich auf. Das Buffet leicht verdaulicher Kost bricht unter der Last der Main gestreamten Bestseller fast zusammen. Aber eben nur fast, denn schließlich wird ja kräftig zugelangt und verschlungen, weit über die Kreise der ländlichen Bevölkerung hinaus.

Josefa! Josefa? Das ist der Name, der diesem Tag gebührt! denke ich. Es ist nicht ein schnöder Dienstag, der sich, wie in meinem Falle heute, in den Dienst bösartig-zynischer, diskriminierender und vor Arroganz strotzender Satire stellt.
Heute ist Josefa Tag. Der Tag der Einsicht, des Weitblicks, Satori, ick hör dir trapsen.

Schau mal genauer hin, sagt eine ruhige, vernünftige Stimme in mir, dann geht dir vielleicht ein Licht auf, warum dir an diesem magischen Dienstag eine Josefa aus deiner egozentrischen Hybris heraushilft und dir einen Blick durch den Türspalt in den Raum der Toleranz, Demut und Gelassenheit ermöglicht.

Also google ich Josefa und staune nicht schlecht. Josefa ist die weibliche Form des männlichen Vornamens Josef, das ist hebräisch und bedeutet: Gott fügt hinzu / möge vermehren.

Gott fügt hinzu. Was für eine Losung für diesen Tag! Josef hieß der Mann von Maria, biologisch dürfte er für die Vermehrung zuständig gewesen sein, die einen gewissen Jesus als vorläufiges Ergebnis hervorbrachte.
Gott möge vermehren. Gesagt, getan.

Der Begriff Gott ist nur bedingt einer, zu dem ich Zugang habe.
Gott ist für mich tief in meinem Nichts und unendlich weit im Alles.

Und daraus schließe ich, dass das, was ich tue, mein Schaffen, mein Schöpfen, mein Sein, ein Teil des Ganzen ist. Ich schließe daraus, dass ich genau das tue, was passt – auch wenn ich meiner Natur gemäß zweifle und hadere, zuweilen und besonders, was mein Schreiben, meine Dichtereien angeht.

Wozu, warum, Gedichte und Geschichten? Sie retten schließlich nicht die Welt!

Das vielleicht nicht.
Aber sie lassen für einen Moment innehalten. Sie piksen vielleicht etwas an. Ein Gefühl. Eine Erinnerung. Eine Idee. Und wer liest, der kann in dieser Zeit des Lesens keinen anderen Blödsinn verzapfen – wie zum Beispiel zu viele Hühner in zu kleine Ställe sperren und flächendeckend Gift versprühen.

Und dafür gebührt der unlängst ins Nirvana entschwundenen Autorin auf jeden Fall das bronzene Huhn!

Magie ist da, wo man sie sehen will, was mich zum Schlusssatz kommen lässt, den ich heute, an diesem Josefa Tag den glorreichen Bay City Rollers überlasse. You made me believe in Magic.

Bye Bye Baby 😉

©ideenlese


Sommergewitter


Satte, schwere Tropfen,
prasseln in die feuchte Schwüle,
machen das Grün strotzend, lechzend, ächzend,
nach Kräften und Säften.

Knospen springen auf, ungebremst, ungestüm.
Süßes Verlangen, Lust auf das, was es ist,
frei von Raum, Zeit und Kalkül,
blitzt es, kracht es in die Nacht.
Sommergewitter ohne Hab acht,
die ganze Nacht.

Oh what a night,
One moment in time.
The first cut is the deepest?

The sweetest.

©ideenlese