Liebestaumel

Benommen vom Taumel der Faszination 
des Erkennens, dass die absolute Wahrheit
jenseits aller Worte und Bilder verborgen
liegt.

Wie ein mildes Lächeln erst, im Schlaf,
das auf den Kuss des Erwachens vertraut
und im Gewandt reiner Liebe
anhebt, zu einem Lachen.

Von dort hinein in den Taumel der Freude,
berauscht von der klaren Sicht jenseits aller Worte und Bilder.

(c) ideenlese 2021





Seinerzeit

Sommerzeitlich abgesegnet,
Füllhorn hochzeitlicher Glanz.

Herbstgezeitigt reifes Glück,
Regenzeit zeitlich entrückt.

Winterzeit berauscht von Freude,
Eiszeit tanzt Vergesslichkeit.

Frühling seiner Zeit voraus,
Ach, Du Liebe, Zeit!

Seinerzeit in Ewigkeit.
Amen.

(c) ideenlese 2021

Der Elfentraum

In einem Baum im Zauberwald,
da wohnten einst zwei Elfen,
die waren freundlich, friedlich, nett,
und halfen gern den Menschen.

Elf Nummer Eins war stark und frei,
Elf Nummer Zwo langsam und froh.

An einem Freitag im April,
die Menschenwelt stand gerade still,
für einen kleinen Augenblick,
da fanden Eins und Zwei
das Glück.

Sie saßen beide auf dem Ast,
machten geschmeidig eine Rast,
gerieten plötzlich in die Schräge,
wohl ausgelöst von einer Säge,
die sie aus Neugier,
mit Entzücken,
entlang dem Ast beharrlich glitten,

und Knack,

so fielen sie herab,
und lachten sich dabei nur schlapp,
kamen im Blättermeer zu liegen,
nur um von dort weiter zu fliegen,
in einen neuen Wirkungskreis.

Hörst du sie kichern?
Sei mal leis‘!

Fazit: Du sitzt solange auf dem Ast,
bis du die rechte Säge hast,
die letztlich dazu führen wird,
dass Neugier Wachstum inspiriert.

(c) ideenlese

Meine poetischen Texte entstehen aus
einer Mischung aus Begegnungen, Gesprächen, Emotionen und sehr viel Fantasie.

Ich nehme alles auseinander
und setze es neu zusammen.

Der Elfentraum verdankt sein Dasein
einem sehr schönen Wochenende im Kreise herzlicher Menschen.

Besonderer Dank an dieser Stelle
für eure Gastfreundschaft,
Lieber Dichterling,
lieber Thommy!

Traum

Rotes Tuch
aus seidenem Faden
eingehüllt
ein Leben
hängt.

Traum von weißem Leinen.

©ideenlese

Peter & Paula

Wir sitzen nebeneinander auf der Bank. Der Fliederbusch steht in voller Blüte. Er verströmt seinen Duft, als gäbe es kein Morgen. Heute ist der 20. März 2061, mein siebenundneunzigster Geburtstag.

Es dauert nicht mehr lange, sagst du.

Was? frage ich. Du starrst geradeaus. Es dauert nicht mehr lange bis das Loch vollgelaufen ist.
Vielleicht erleben wir es noch. Aber zehn Jahre wird es noch dauern.

In zehn Jahren lebe ich nicht mehr, denke ich.

Nein, sagst du, das wird knapp.
Du konntest meine Gedanken immer lesen. Manchmal schon, bevor ich sie zu denken begann.

Wir schweigen wieder.

Paula, sagst du nach einer Weile, rutschst näher an mich heran, machst wieder eine Pause, sprichst dann weiter, ich wollte dich schon länger was fragen. Du atmest hörbar ein und ganz langsam wieder aus. Es macht Pffff. Pause. Nochmal siebenundneunzig Jahre kann ich nicht warten, sage ich, also, was ist los?

Ich wollte dich fragen…, du hustest.
Dieser Husten hört sich nicht gut an, Peter, da musst du was gegen machen, Appelle kann ich. Immer noch.

Nur verschluckt, sagst du lakonisch, was ich sagen wollte. Wieder legst du eine Pause ein, grinst, weil du weißt, wie sehr mich das aufregt, wenn du nicht in die Pötte kommst.

Peter, Mann, zetere ich ungehalten, was willst du mich fragen? Wir haben nicht ewig Zeit. Du bist fast hundert.

Du auch, konterst du, sei nicht so ungeduldig, junge Frau, und wieder legst du eine Pause ein.

Mann, Peter, du nervst,
stöhne ich.

Willst du mich heiraten, platzt es aus dir heraus, also ich meine, willst du meine Frau werden?
Du kannst Ja sagen, feixt du, schubst mich an und kitzelst mich. Ich lache so lange, bis mir der Bauch wehtut und mir die Tränen über das Gesicht laufen.

Nein, Peter, Nein, Nein, Nein. Ich will nicht. Für immer will ich dich nicht heiraten, denke ich.

Gott sei Dank, auf dich ist Verlass, sagst du und kramst in deiner Hosentasche.
Gib mir deine Hand, egal welche.

Ich halte dir meine linke Hand vor die Nase.
Du nimmst sie und steckst mir einen angelaufenen, silbernen Ring an den kleinen Finger.

Wo hast du den denn gefunden? frage ich.

Ist mein Geheimnis, flüsterst du, stehst langsam auf, pflückst einen kleinen Fliederzweig vom Busch und hältst ihn mir unter die Nase. Ich schließe die Augen und atme den Duft ein.
Paula Heinrich, sagst du feierlich, mit dir leben konnte ich nicht, ohne dich leben konnte ich nur ein paar Jahrzehnte, jetzt bleibt uns nur noch die Ewigkeit. Und in der lasse ich dich nicht mehr los.
Alles Gute zum Geburtstag, Paulinchen. Lass es heute mal richtig krachen.
Und dann küsst du mich, als wäre es 1981 und wir siebzehn Jahre alt.

Ich betrachte den alten Ring an meinem kleinen Finger und schiebe meine Hand in deine.
Komm, sage ich, lass uns ein Stück gehen.

Warum nicht, murmelst du, aber nicht bis nach Portugal, und ich trinke auf keinen Fall Tee mit dir. Über Latte Macchiato können wir reden. Und Sex kannst du auch vergessen, nur dass das klar ist.

Wir lachen wie zwei verliebte Teenager.

Und dann gehen wir los in Richtung See, der noch kein richtiger See ist. Vielleicht in zehn Jahren.

Paula?
Ja?
Du bist süß. So süß wie mit fünf.
Ach Peter!



© ideenlese





Mauvaise Humeur

Woher sie kam, ist mir nicht klar,
ich weiß nicht, wo sie vorher war,
auf jeden Fall ist sie jetzt hier,
besetzt mich, gleich ihrem Revier.

Sie schweigt, sie schmollt,
unwirsches Wabern,
nicht traurig, doch auf jeden Fall,
mit irgendwas am Hadern.

Ich atme tief, wage ein Lachen,
und mache merkwürdige Sachen,
um auf die Schliche ihr zu kommen.
Doch sie ist einfach nur am Schmollen.

Na gut, denk ich, dann lass ich dich
in deiner Ecke stehen,
und werde in der Zwischenzeit,
mal mit dem Hunde gehen.

Da hebt sie linken Auges Braue,
und an zu einem Wort,
ich nehm‘ die Beine in die Hand,
und laufe ganz schnell fort.

„Mon dieu, ma chère,
ne laissez moi  tout seul,
dans cette vie!“

ruft sie mir nach, ich schnaufe tief,
fühl Pudding in den Knien.

La vie, denk ich, maleur, denk ich,
und ganz schön oft bonheur,
was macht sie da schon aus, fühl ich,
diese mauvaise humeur.

© ideenlese 2021


Der Dichter in mir und die Herausforderungen des Alltags



Die Nacht ist meines Dichters Tag,
so möcht es euch nicht stören,
dass wir – vielleicht zur Mittagszeit –
das erste Räuspern hören,
vom Dichtersmann in mir.

So sei das größte der Begehren,
ihn nun, zu früher Morgenstund,
im Schlafe nicht zu stören.

Mach dich ganz leise nur vom Hofe,
und geh zu einem Morgenschwofe,
mit Christian, dem Automann,
der auch die Räder wechseln kann
und Wort und Tat so hübsch vereint.

Im Herzen nimm den Dichter mit.
Wie immer schon, auf Schritt und Tritt.

© ideenlese

Das Reh

Gewagt, mutig, dem Schutz des Waldes entsagt,
ruhig der Blick, gelassen noch, entgegen,
der Gefahr, die rasend, grell und laut
vorbeizischt.

Klopfendes Pochen, Herz springt in die Läufe,
flink und zart passiert die Grenze, wachsam noch, sanft,
verharrt, bereit zur Flucht,

vor reißenden Zähnen, Jagdgetriebe der Meute,
dem mörderischen Preschen, Ende als Rehragout,
zurück,
in die Tiefe, Herzgehege, stilles Schauen, sanftes Sein,
der Atem geht ruhig, wieder, friedliches Besinnen, für eine Weile.

Das Reh.
In mir.

©ideenlese 2021, Erstveröffentlichung 23. Juni 2021

Menschen

Manche gehen ungesehen,
Schatten nur, an dir vorbei.

Manche bleiben kurz nur stehen,
Augenblicke, fahler Schein.

Manche stehen dir zur Seite,
Jahreszeiten, Lebens Stück.

Manche bleiben sogar länger,
Liebe, Leiden, Alltagsglück.

Einmal triffst du vielleicht jenen,
der dein Wesen tief berührt.

Dann wirst du den Spirit fühlen,
der den Sinn im Leben gibt.

(c) ideenlese 2021

Danke an Ralf für die Inspiration und unsere philosophischen Sommer-,Herbst-, und Wintergespräche, die ich auch in 2022 nicht missen möchte.








Winterrose

Was komponiert man so, nach einer grausamen Nacht, mittags in 90 Minuten zwischen aus dem Bett kriechen und zurück ins Bett kriechen? Winterrosefür …

Winterrose

Tief unterm Eise, zart und leise,
in Winters stillem Schweigen,
wird sich des Winterroses Duft,
in sanfter Demut neigen,
vor ihrem Glauben an das Leben.

Im Frühjahr, aus der Ruhe
langer Nächte, entwinden sich
den dunklen Mächten,
dem Leben Duft und Liebe schenken,
und nicht mehr an den Winter denken.

(c)ideenlese 2021

Danke an Stefan. 🌹

Mozart oder Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

Wißt ihr, wie es wirklich war?
Damals, anno dazumal?
Nicht nur Ochs und seine Base,
nein, da war auch dieser Hase,
der an jener Krippe hockte,
und mit Punk die Chose rockte.

Mozart hieß der Musenhase,
hatte eine spitze Nase,
Bock auf Lebensfreude pur,
nur ganz selten etwas stur,
was letztendlich dazu führte,
dass er an Geschichte rührte.

Jesus mochte Mozarts Drive,
wuchs heran und merkte gleich,
dass der Hasengroove ihn movte,
jedenfalls für drei, vier Jahre,
hippiemäßig, lange Haare.

Und so ist es an der Zeit,
beizulegen diesen Streit,
wer die Liebe uns geschenkt,
wer den Weg ins Herz rein lenkt.

Mozart, Jesus oder Hase,
alle aus der selben Blase.
Seid mal still und hört gut hin,
denn da ist Musik stets drin,
die uns immer spüren lässt,
Leben ist zumeist ein Fest.

(c) ideenlese 2021

Rituale

Ein Geist, der wach und helle,
steht nicht gern auf der Stelle,
mag Gleiches und Gewohntes wenig,
schürft gerne tief und hoch und ewig.

Ein Geist, der frei im Transformieren,
wird immer Neues ausprobieren,
sich weiten und sich inspirieren,
und das dann ritualisieren.

Gewohnheit lähmt den suchend‘ Geist,
der gerne lang und weit auch reist.
Ein feines Ritual hingegen,
ist Sinn und stets des Geistes Streben.

(c) ideenlese 2021

Dünne Haut

Gestern habe ich in einem emotionalen Ausnahmezustand einiges zerlegt. Auch diesen Blog. Ich vernichtete Texte unter Tränen überzeugt davon, dass mein Geschreibe niemandem dient, nichts nützt und nur sentimentaler Kram ist.  Worte, nichts als Worte, geformt aus Gefühlen, die kommen und gehen. Laienhafte Lyrik ohne Wirkung.

Das Fass mit der Aufschrift Corona läuft längst über und in mir wie ein Hintergrundprogramm, das viel zu viel Energie zieht und deutlich spürbar mein Nervenkostüm drangsaliert. Ich bin längst nicht so gefeit, wie ich hoffte und die Verdrängung der eigenen Sensibilität hat einen hohen Preis, der irgendwann nicht mehr zu zahlen ist. Inflation? Ich glaube, man nennt dieses Geschehen Inflation. In diesem Fall eine der mentalen Art.

So wie mir geht es, das ist längt belegt, vielen Menschen, wahrscheinlich den meisten und am stärksten denen, die direkt in unterschiedlicher Weise betroffen sind.

In meinem Umfeld gibt es solche, die während oder durch das Virus geliebte Menschen verloren  haben, selbst von einer Infektion betroffen sind oder waren, den politischen Maßnahmen aufgeschlossen gegenüberstehen oder eben nicht, die auf Pflegestationen in Schulen und Kitas arbeiten und auf dem Zahnfleisch gehen und solche, für die die Demokratie zu Grabe getragen wird, angesichts einer bevorstehenden Impfpflicht und harten Sanktionen im Falle der Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen.

Es gibt die, sie sich ohne Vorbehalte impfen lassen und gar nicht früh genug den begehrten Termin zum Boostern vereinbaren können und solche wie mich, mitten drin, die nicht auf Impfungen stehen, dafür aber sehr auf Freiheit und eigene Entscheidungen, sich aber gewissen Umständen beugen oder beugen müssen und ganz pragmatisch ein bisschen persönliche Freiheit erhalten wollen.

Als Laie auf allen Gebieten der Auswirkungen dieser Misere habe ich längst meine Objektivität anheim geben müssen, staune jedoch immer wieder darüber, in welchem Brustton der Überzeugung andere Laien ihre Statements in noch erlaubten Biertischrunden zum Besten geben.

Meine Energie läuft angesichts der Kombination zwischen Pandemie, Jahreszeit und anderen persönlichen Schmankerln auf Sparflamme. Heißt, ich diskutiere nicht mehr, widerspreche nur halbherzig, wenn Vorurteile wie zum Beispiel dem, dass die Jugendlichen sich doch bitte nicht so anstellen sollen, wenn sie jetzt mal ein Jahr nicht feiern können, unreflektiert angesichts einer längst vergangenen eigenen Jugend, trötend wie ein Elefant im Porzellanladen herausposaunt werden.

Von Anfang an gab es keinen Zweifel an der Tatsache, dass die Freiheit des Einzelnen massiv ausgehebelt wurde. Wer mehr darüber erfahren möchte, der greife gerne zum Grundgesetz und blättere ein wenig darin herum. Kein Hexenwerk, sofern man bis Drei zählen und ein wenig lesen und das Gelesene in seinen Grundaussagen verstehen kann.

Mich verunsichert die europaweite und weltweite Situation sehr, und zwar über Corona hinaus.
Und mich ermüdet die Dauerschleife von Zahlen, Werten und Inzidenzen. Mich erschüttert die Tatsache, dass wir ganz offensichtlich die Kraft und den Mut verlieren, und aus der vermeintlichen Sicherheit einer Einheitsmeinung heraus darauf verzichten, andere Perspektiven als die aus dem Mainstream zuzulassen.

Zugegebenermaßen ist das erstmal ungewohnt, anstrengend und neu. Und, ja, Unbekanntes macht Angst.

Damit kenne ich mich gut aus. Alles, was zwei Meter außerhalb meiner gewohnten Komfortzone liegt, ist ein Hochrisikogebiet für mich. Da hilft es auch wenig, wenn ich mir Mittwoch die Zähne mit der linken anstatt wie gewohnt mit der rechten Hand putze.

Diese Pandemie gefährdet Gesundheit und Leben. Das steht außer Frage.
Aber sie tut es nicht nur durch Triage auf Intensivstationen und die Überlastung etlicher Systeme, was ohne Zweifel dramatisch ist.

Sie verleitet uns darüberhinaus dazu, blind zu werden für andere Sichtweisen, taub zu werden gegenüber anderen Stimmen. Sie spaltet zwischen Jung und Alt, zwischen Geimpften und Ungeimpften. Sie hat das Potenzial, uns in permanente Angst und Panik zu versetzen und das aus dem Fokus zu verlieren, was ein unschätzbar hohes Gut ist.

Die geistige und körperliche Freiheit!

Dieses Virus ist da und die nächsten Mutationen stehen schon in den Startlöchern.
Sie werden dies wahrscheinlich auch weiterhin beharrlich und unerschütterlich tun. Das ist ihr Selbstzweck, ihr Wesen.

Und, Christine, hast du eine Lösung? Das ist die Killerfrage, mit der ich dieser Tage und nicht nur dieser, konfrontiert werde.

Nein.
Ich habe keine Lösung.
Ich habe nur einen beschränkten geistigen Horizont, ein Herz, das für Freiheit und Liebe schlägt und Hände, die andere Hände halten können.

Das ist wenig. Aber vielleicht genug, um nicht darin nachzulassen, im Rahmen des Möglichen selbst zu denken und in Liebe zu handeln, und zwar mit- und weniger gegeneinander.

Und diese Freiheit hat jeder in allen Bereichen des Lebens.

Sogar in Politik und Wissenschaft.

Oh du Fröhliche

Er lässt mich kalt,
macht mich null an,
der Trubel um den
Weihnachtsmann.

Der Glöckchen Klingeln,
Tinnitus,
ne Menge Stress,
ein Heiden Stuss.

Anstatt an allen Lebenstagen,
Liebe zum Sein in sich zu tragen,
und folglich auch nach Außen hin,
all überall hohler Klimbim.


Die Schlacht um Material
und Essen,
ums Kind in Wiege drauf 
versessen,
die Windeln um den Scheiss zu schlagen,
den abzubauen wir nicht wagen.

Wann fangen wir zu merken an,
dass das der Sinn doch nicht sein kann.
Wann halten wir mal endlich inne,
und spüren Wahrheit und die Stille?

Darauf ein Glühwein und vier Kerzen,
nen coolen Song,
und Bock zu scherzen,
und diesen Zustand dann,
fürwahr,
erhalten übers ganze Jahr.

(c) ideenlese







Tausendmal

Es fährt ein Boot
an mir vorbei,
wie tausendmal zuvor.
Es blickt ein Augenpaar
mich an,
wie tausendmal zuvor.

Es kommt, es geht,
es fleht die Welt,
wie tausendmal gesehen,
So schau ich zu,
Seelengeschick
dem ewigen Geschehen.

Es fährt ein Traum
mir in den Sinn,
wie tausendmal zuvor.
Die Seele kichert,
alt, ist still,
wie tausendmal zuvor.

Und sacht und langsam
gehe ich,
wie tausendmal zuvor,
seit Ewigkeiten
in das Licht,
und meine Seele?
Stets d’accord.

Wie tausendmal zuvor.

(c) ideenlese 2021

Kleinigkeiten

Ein Nebensatz,
ein Wort,
nur klein,
sie können groß
und wichtig sein.

Sie ziehen Kreise,
schlagen Wellen,
sie kühlen oder
lassen schwellen,
das Mütchen oder auch
den Zorn.

Auch können sie sich
selbstlos schenken,
ganz zart und fein
die Richtung lenken,
zur Freundschaft
und zur Liebe leiten.
So ist das
mit den Kleinigkeiten.

(c) ideenlese 2021