Selfish

Selfish by christine
I don’t see
Your soul anymore

My darling

Cause you sold her
to the selfish fool
in you

I don’t feel
Your love anymore

My darling

Cause you sold her
for a ridiculous
price

I can’t stand the distance
between you and me
Such a mess of diff’rence
hanging over me

Sorry dear
Can’t do it with him

My darling

with this kind
Of stupid selfish fool

Bye my love
Will miss you within

My darling

Like I always did before

But

I don’t see
Your soul anymore

My darling

All I see
is your absent frozen smile

(c) ideenlese 2013/2022

Graue Panther

Es schlichen einst
zwei graue Panther,
des Lebens Furchen
auf dem Rücken,
aus Zufall
oder schicksalhaft,
eng umeinander
mit Entzücken.

Vergessen war
für kurze Zeit,
die alte Last
das alte Leid.
Sie jagten,
spielten,
ungezwungen,
ne Gnadenfrist
Tod abgerungen.

Dann kam er,
still und leise,
nahm Pantherin
mit auf die Reise.
Nun schleicht allein
ein grauer Panther
des Lebens Furchen
eingegraben
und leckt sich
Wunden und auch
Narben.

Vergänglich wie
das Blühen der Rose,
geht Planung meistens
in die Hose
und die Kontrolle
ist d’accord.
Shit Happens,
ab durchs Himmelstor.

(c) ideenlese

Engel

Du sagtest „mein Engel“
und ich putzte meine Flügel.

Du sagtest „mein Sonnenschein“
und ich begann zu strahlen.

Du sagtest „meine Liebe“
und ich wurde hellhörig.

Du sagtest „Maus“ oder „Schatz“.
Und ich sagte „piep“ und ergraute.

Ich hörte dich flüstern „mein Engel“.
Und der Schmerz brachte mich fast ums.

Du sagtest zu ihr „mein Sonnenschein“.
Und ich verbrannte vor Wut.

Du nanntest sie „mein Liebe“.
Und ich lachte laut.

Du sagtest „Mäuschen“ und  „Schätzchen“ zu ihr.
Und ich wuchs über mich hinaus, wurde stark
und sagte du mir:

Ich bin ich.

(c) ideenlese

Die vergessene Eile

Ich mag die Langsamkeit 
des Seins in ihrem gelassenen Innehalten.
Zeit zum Spüren,
Zeit zum Berühren.

Ich mag die mutige
und erhabene Zuversicht,
den Geist fein säuselnden Humors.

Ich mag den Takt des
langsamen Walzers,
sein Schmiegen und Turteln.

Ich mag diesen Text
und dieses Klavierspiel
von Stefan.

Sie kommen gelegen,
auf den Punkt, wie Balsam
auf den selben,
der ein wenig wund ist,
ein wenig schmerzt.

In dieser Zeit
des Fragens, des Hoffens,
der Befürchtungen.

Wie ein kleines,
sinnliches Wunder,
an dessen Erscheinen
der Glaube verloren ging.

Nur fast.

Danke Stefan.
Wundervoll.
🌺

Heute in der Frühe begrüßte mich in meinem Garten unweit des Kirschbaums eine Weinbergschnecke, die im vom Morgentau benetztem Gras ihren Walzer der …

Die vergessene Eile

24 Millionen

Tageszeitung, Seite 3,
Politik, Skandal, Geschrei,
angezeigt im Vollformat,
nicht ganz sauber aber smart.

Große Lettern, bunte Bilder,
Ablenkung gestimmt uns milder.
Lullt uns ein und macht uns taub.
Der Verstand, dörrend im Staub.

Tageszeitung, Seite 3,
Randnotiz nur, vogelfrei,
Splitter, so die Überschrift,
weil es nicht so wichtig ist.

24 Millionen in Äthiopien
und Sudan, Kenia, Somalia,
Menschen, die vergessen werden
in den vielen Kriegsgebährden.

Rheinmetall im Liefermodus,
schwere Waffen noch als Bonus,
was zählt da der Hungertod?
Friss wer kann, ganz ohne Not.

Tageszeitung, Seite 3,
mir wird schlecht, und Morgenbrei
tritt spontan den Rückweg an,
weil das echt nicht wahr sein kann.

(c) ideenlese

Macht

Den großen Krieg beenden?
Kann ich nicht.

Die große Gier abwenden?
Kann ich nicht.

Den großen Hunger stillen?
Kann ich nicht.

Das große Bewusstsein wecken?
Kann ich nicht.

Die große Wahrheit finden?
Kann ich nicht.

Die große Menschheit gründen?
Kann ich nicht.

Den großen Egoismus überwinden?
Kann ich nicht.

Die großen Lügen aufdecken?
Kann ich nicht.

Die große Dummheit erhellen?
Kann ich nicht.

Allein.
Wir alle müssten es wollen und tun.


Ich kann im Kleinen.
Du kannst im Kleinen.

Den kleinen Frieden schließen.
Können wir.

Die kleine Demut üben.
Können wir.

Das kleine Bewusstsein schärfen.
Können wir.

Die kleine Dummheit erkennen.
Können wir.

Den kleinen Mut einsetzen.
Können wir.

Die kleine Liebe pflegen,
bis sie so groß ist, dass
sie die Begegnung mit der
großen Angst nicht mehr
fürchtet.

Ich kann nichts anderes.
Tun im Kleinen.

Kannst du was anderes tun?
Als tun im Kleinen?

Allein?
Wir alle müssten es tun.

Was wäre das für eine Macht.

(c) ideenlese

Dazwischen – Interpretationen

Dazwischen Hoch gelebt und tief gefallen – alles gegeben, alles genommen; den Himmel erlebt und die Hölle erfahren – viel gewonnen, viel zerronnen; …

DichtArt CXXVII – Dazwischen
between low an high
between earth and sky

between stay and go
between jam and flow

between young and old
between hot and cold

the between in me
for eternity

between now and past
just one soul at last

nothing in between
between you and me

for eternity.

(c) ideenlese 2022

Ende

In Aussicht gestellt,
wie der Blick, der von einem
Ufer des Sees, schweift,
zum anderen.

Erwartet und doch gehofft,
auf Zeit, gemeinsame, wofür?
Liebes Leben, Traumes Tanz.

Es dann ersehnt, das Ende,
von Schmerz, von Zweifel,
so sicher wie der Tod,
und leise die Frage, schweift,

Hat das Ende ein Ende?

Endloser Anfang
ohne Aussicht auf den See.
Der Blick erinnert nur,
schweift, trübe,
von einem zum anderen

Ende.


(c) ideenlese

Feuchtwiesen


Tabus verlieren im Humor und in der Liebe an Bedeutung. Freiheit, die ich meine. Tabus verlieren auch im Krieg ihren Status, was als Anmerkung reichen muss, reichen soll.

Ich habe Angst, klar, wer kann sich davon freisprechen?

Dass die Vögel des Kummers um deinen Kopf herumfliegen kannst du nicht ändern; aber dass sie Nester in deinem Haar bauen, das kannst du verhindern, steht in meinem Poesiealbum, datiert 1972. Es braucht fünfzig Jahre, um erwachsen zu werden, und mehr, um zu begreifen, jedenfalls ein wenig.

Was kann ich wirklich verhindern und was wirklich bewegen?

In Phasen der Dürre sind es Menschen, die lieben und das Erinnern und intuitive Erkennen darüber freilegen, dass es das Fließen ist, was uns alle lebendig sein lässt mit allem was gerade ist.

Menschen, die lieben, leben und leben lassen, die auch sterben lassen, gehen lassen können, die schwach sind und stark aus ihren Verletzungen erwachsen und deshalb immer offener und bewusster werden.


Menschen, die für sich geradestehen, auch wenn gerade der Boden unter ihren Füßen bebt und das Herz flattert.

Wie nutzen wir die Inspiration, die auf den imaginären Feuchtwiesen in uns Blüten treibt?
Welche gemeinsame Sache nehmen wir ins Visier? Und was könnte nicht alles dabei herauskommen?

Fragen sind wie Küsse (ebd. Carmen Kindl-Beilfuß).
Es kann gar nicht lange genug geküsst und gar nicht zu wenig gefragt werden. Finde ich. Und gelacht natürlich auch – gerade jetzt, gerade hier, und vor allem heute!

(c) ideenlese 2014, überarbeitete Version 2022

Ciao Marleen

Ciao Marleen, schön anzusehen, das bist du, klar, und auch, fürwahr, aufrührerisch verführerisch, mit deinem Wortspiel, tief und hell, so sexy, zart, spirituell.

Ciao Marleen, dein Haar so schön, Erotik pur, dein Lippenspiel, auf Seelenspur, Chapeau Marleen, das lässt sich sehen, dir widerstehen, schwer einzusehen.

Ciao Marleen, du hast gewonnen, die Liebe, sauer und geronnen, die fließt wie Milch und Honig nun, von ihm zu dir, zieht ihre Spur ins Universum und zurück, hinein auch in sein gutes Stück.

Mach’s gut, Marleen, ich werd jetzt gehen, nimm du ihn, gerne, in der Ferne, da leuchten mir bereits die Sterne, den Weg, der meiner werden will, ein Tränchen noch, schon bin ich still.

Ciao Süße, sag ihm Grüße, nun küsst er dir statt mir die Füße, und ganz bestimmt auch noch den Rest. Ciao Ciao euch beiden, frohes Fest.

Nur kurz, noch auf ein Wort, Marleen, wir werden uns noch einmal sehen, du weißt, finalamente, denn hinten kackt die Ente!

(c) ideenlese

Apfelkerne

Ich bin acht Jahre alt und kann gut lesen und schreiben. Lesen und schreiben sind wichtig. Wer lesen kann, dem kann man so schnell kein X für ein U vormachen. Lesen mit Betonung, so, dass es den Zuhörern Freude macht, zuzuhören. Anderen eine Freude zu machen ist wichtig.

In Schönschrift habe ich eine eins. Ich übe grazile, linientreue Schwünge, auch in Betragen in der Schule.
Und ich bekomme mein erstes Buch geschenkt, das kein Schulbuch ist. Keine Fibel, die präzise in eine schützende Folie eingeschlagen werden muss, so, dass sich keine Luftbläschen bilden. Das ist wichtig.

Ich mag die Bläschen, die unvermeidlichen und drücke meine kleinen Finger darauf, spüre ihren Widerstand, ihre Not, und steche mit einer Nadel hinein, um sie von ihrem Druck zu erlösen.

Martinas kleine Welt heißt mein erstes Buch. Martina wohnt mit ihren Eltern in einem Haus aus rotem Backstein am Rande einer großen Wiese. Martina ist eine kleine Träumerin.

Ich liebe dieses Buch und werde zu Martina, die auf der Wiese liegt und sich mit den Käfern und Gräsern unterhält und dabei die Welt um sich herum vergisst und in ihrer Fantasie mit den Wolken am Himmel schwebt.

Das Schlafzimmer meiner Eltern ist ein geheimnisvoller Raum. Der Kleiderschrank hat sechs Türen. Jede Tür ist ein Spiegel. Ich öffne die Türen und vervielfältige mich. Ich sehe mir alle Seiten von mir genau an, ziehe Grimassen und lache.

Ein sakraler Spiegelsaal. Er hat etwas Verbotenes. Er birgt kleine Abenteuer.
Vorsichtig öffne ich die hellbraune Schatulle aus Kunstleder. Ihre Fächer und Kästen sind mit schwarzem Samt gefüttert.

Ich nehme sie aus einem der Kästchen und lasse sie zwischen Daumen und Zeigefinger hin und hergleiten. Es ist ein unangenehmes Gefühl. Sie gleitet nicht. Sie sträubt sich und stellt ihre Stacheln auf. Trotzdem bin ich fasziniert. Ich lege sie mir um den Hals. Sie fällt an mir herunter bis über den Rand meiner kurze Hose, auf meine nackten Oberschenkel.

Die trockenen Enden der braunen Kerne sind spitz und hart. Sie stechen in die Haut am Nacken und in die Haut meiner Beine.
Ich mag meine kurze Hose aus strahlend blauem Trevira. Sie ist schick und bequem und ich trage sie den ganzen Sommer.
Die Kette aus Apfelkernen mag ich nicht. Es tut weh, sie zu tragen. Jeder einzelne Kern macht einen Schmerz. Zusammen sind es viele Schmerzen.

Als ich mit dir schwanger war, habe ich jeden Tag einen Apfel gegessen. Äpfel sind gesund. Und ich wollte, dass du gesund auf die Welt kommst. Eigentlich solltest du ein Junge werden. Eigentlich warst du gar nicht geplant. Ein Ausrutscher warst du. Die Kerne habe ich gesammelt und sie auf einen Faden gezogen, erzählt sie mir.

Ich bin ein Ausrutscher. Und es hört sich so an, als sei das nichts Gutes.

Mein Blick wandert zu dem Kreuz mit dem angenagelten Jesus, der eine Krone aus Dornen auf dem Kopf trägt. Rote Farbe klebt in seinem Gesicht. Sie klebt auch an seinen Händen und Füßen.

Ich lasse meine Finger in das kleine Becken sinken, das unter dem Kreuz an der Wand hängt. Es ist leer. Ich streiche über die raue Oberfläche, die der Kalk auf dem Boden und an den Rändern des Gefässes hinterlassen hat.

Warum ist Jesus nicht einfach weggelaufen? Wie kann man so dumm sein und sich an ein Kreuz nageln lassen? Ich stelle diese Fragen nicht.
Ich denke nur, dass die Krone aus Dornen sehr weh tun muss.
So wie die Kette aus spitzen Apfelkernen.

(c) ideenlese

Woman

 If you want me 
to recognize you
as a man,
act like one.

if you want me
to be your wife,
don't treat me
like a mother.

Without a doubt
I am strong.

But can I reveal
my weakness
to a seven-year-old?

Can I give
my devotion
to a boy?

I'm not the saint
for you,
not the mother
and not the hooker.

I am a woman.

If you don't see that,
you're not my man.

A man
who shows me
his weakness,

a man
who knows
how to take,

a man
just an honest man
who loves
deeply and tenderly.

Me,
the woman
who promised herself
to love.

(c) ideenlese 2022

Fragen an die dicke Frau

Dicke Frau
Manchmal, wenn ich wütend bin
manchmal, wenn ich traurig bin
manchmal, wenn der Frust mich quält
Weine, weil rein gar nichts geht.

Manchmal, wenn ich ängstlich bin
manchmal, wenn ich böse bin
manchmal, wenn der Zweifel beisst
Weine, weil es mich zerreißt.

Manchmal, wenn ich nicht mehr will
manchmal, werd ich starr und still.
Manchmal mache ich dann zu,
geh kaputt, will meine Ruh.

Manchmal bin ich dann so schlau
und befrag die dicke Frau:
Hilf mir, gib mir bitte Rat!
Und dann schreitet sie zur Tat.

Komm, sagt sie, an meinen Busen.
Was?, frag ich,
Ja ja, komm schmusen.
Und dann lass dich einfach gehen.
Mensch kann nur als Mensch bestehen,
wenn Gefühl er sich erlaubt,
sich des Dunklen nicht beraubt.

Wut und Hass und Groll und Schmerz
gehn auf Niere, Leber, Herz,
wenn wir sie nicht anerkennen,
toben, schreien, lästern, flennen.
Gib ihnen stets Raum und Zeit
denn sie sind dein Alltagskleid.

Manchmal, wenn ich fröhlich bin
manchmal, wenn ich glücklich bin
manchmal, wenn mir was gelingt
Freu ich mich und bin beschwingt.
Singe für die weise Frau.
Sie ist dick und sie ist schlau.

(c) ideenlese 2022

Von oben gesehen

Der Käse, ist er hoch erhitzt,
zieht Fäden stets statt Kreise.
Das Wasser, wird es richtig kalt,
gefriert schon mal zum Eise.

Die Sonne bringt es an den Tag,
der Mond hüllt sich in Schweigen,
und sieht von oben ruhig zu,
bei dem, was wir so treiben.

Der Käse, den wir fabrizieren,
verbinden und zertrennen,
den kalten Umgang unter uns,
und dann das drüber Flennen.

Die falsche Liebe und die wahre,
das Trauern nach dem Gestern,
die Predigten im Freiheitsreim,
hört, hört, Brüder und Schwestern.

Wir ziehen Fäden wie ein Käse,
blasen, sogar das Laub,
und sind vom ganzen Lärm um nichts,
auf Ohr und Herzen taub.

Der Mensch, ein dünnes Fädchen bloß,
manchmal ein loses Ende,
Erkenntnis wie ein Käse nur,
kein Ausblick auf die Wende.

Der Mond indes total verknallt,
Botschaft an seine Sonne,
Ach du, mein ewig leuchtend Stern,
du bist mir eine Wonne.

Dein helles Herz strahlt unentwegt,
auf meinen dicken Bauch,
ich liebe dich, trotz der Distanz
und weiß, du liebst mich auch.

Die alte Sonne krault dem Mond,
zärtlich Telepathie,
zuerst den Kopf, den Hintern auch
und tiefer, bis zum Knie.

Die eine spielt ihr Spiel bei Tag,
der andere bei Nacht,
so gibt es keinen Sternenkrieg,
Chapeau- echt gut gemacht.


(c) ideenlese 2022