Highlight & Lachflash

Kribbler, der sich bei einer Partneragentur angemeldet hatte und dem alles entscheidenden Kontaktanruf entgegenfieberte, ließ sein Mobiltelefon keine…

Epona

Seit geraumer Zeit lese ich mit dem allerfeinsten Amüsement die kurzen Geschichte auf Literatur Geflüster. Schmankerl, einfach grandios humorvoll, feinst gesponnene Realsatire in Sachen Beziehung und Liebe. Ich mag das sehr und lege es euch ans lüsterne Leseherz!

Sonst so? wie Reiner in seiner Wupperpostille zu schreiben pflegt, euch allen ein schönes Wochenende!

Spätblüher

Aquarell, Christine 2021

Jetzt nehme ich mir, was ich kann, ich finde, ich bin jetzt mal dran und lasse meine Knospen sprießen, vom Füllhorn Freude mich begießen.

Du sagst, ich sei die Anemone, blüht spät, im Herbst, ob sich das lohne? So kurz bevor der Winter naht?

Und ich frag dich, hast du gewusst, dass eine Blume gar nichts muss? Sie blüht stets wenn sie kann, wie schon gesagt, ich bin jetzt dran.

Drum nehme ich mir diesen Kuss, mag sein, den letzten, vor dem Schluss, tauch ein im Kreislauf der Natur, richte mich nicht nach deiner Uhr.

(c) ideenlese

An meine Muse

Foto: Christine, September 2021

Es ist Freitag gegen zehn, ich will gerade duschen gehen, Handy klingelt, ich geh ran, ruft mich meine Muse an.

Fein, denk ich, bin inspiriert, weil ich weiß, was gleich passiert. Funkenflug in Hochfrequenz, ohne eine Konkurrenz.

Muses Themen ohne Gleichen, niemand kann ihr ‘s Wasser reichen. Ich hör zu und speicher ab, lache mich dabei fast schlapp.

Leben ist nicht nur ein Reim, auch die Muse sieht das ein, grüsst und ist auch schon verschwunden. Ich gestehe unumwunden, dass ich meine Muse brauch.

Und ich weiß, sie braucht mich auch.

(c) ideenlese

Geier

Den Ast von dem Olivenbaum, krallt sich ein Geier, um zu schauen, ob sich erfüllt sein jüngster Traum, hier unter dem besagten Baum.

Ihm träumte, dass an diesem Fleck, schon bald Lebendiges verreck.

So hockt er lange, ihm wird schwächlich, ihm schwant, dass er beträchtlich, von seinem Traum sich täuschen ließ.

Er magert ab, was für ein Grauen, die Ohnmacht schüttelt ihn vom Baum.

Da liegt er nun und ist am Ende. So mancher Traum führt zu ner Wende, mit der du nicht gerechnet hast. So sitze auf dem rechten Ast und warte nicht zu lange, sonst fällst du von der Stange.

(c) ideenlese

Vision completed

Foto: Christine, Sept. 2021

Frau Sonne strahlt auf meine Lider, D-Vitamin für müde Glieder. Die Biene nascht an Efeus Blüten, mögen sich Herbst und Winter hüten, mir vorschnell auf den Pelz zu rücken.

Italien, ich bin bereit, dein Dolce Vita, an der Zeit, den Koffer hurtig zu bepacken, mit drei, vier, fünf, Sex, sieben Sachen, leicht und beschwingt ins Antlitz lachen,

Der Dunkelheit und Langeweile, mach’s gut, Tristesse, ich bin in Eile.

(c) ideenlese

Dirndl Gaga

Foto: privat; bearbeitet mit Clips

Gaga Flusensieb in SockenhautSiebenleben unvertrautBlahblahmann mit WissensfrustHimmelsmahl ganz ohne LustElfentanz spielt LebenstraumMiezekatz auf …

Kleine Art LXIII – Gaga

Amüsiert inspiriert vom „Pfefferminzprinzen im Wissensfrust“, Lyrikblogger Dichterling

Dirndl Gaga

Es hebt den Busen, streckt den Bauch, ist guten Tuches und aus Brauch, besticht es durchaus generell, Betrachters Blick gewöhnlich schnell.

Es kann mit bunten Blumen glänzen oder sich eher schlicht kredenzen, selbst jenen, die mitunter rüde, spielt es stets smart an Stachels Sieben- Tage-Bart.

Jedoch ist unter all den feschen, oft eins dabei, das kann selbst sprechen, und dadurch etwas gaga sein; entblößt es manch pikante Stelle und schlägt damit enorme Welle, Schäume empörter Neidereien:

Wie kann sie nur so gaga sein? So durchgeknallt direkt, Oh Nein! Wie kann sie denn ein Dirndl wagen, als Jeans und Pulli-Typ zu tragen?

Dirndl Gaga hör ich sagen, Weil‘s geht und weil ich‘s einfach kann! Was geht es euch eigentlich an?

Es hebt den Busen, streckt den Bauch, ein bisschen gaga ist es auch, zeigt Herz und hat gewissen Witz, oazapft is.

(c) ideenlese

Ruhestand

Im Ruhestand, gelobtes Land, da fang ich an zu leben. Als Pensionist da kann ich dann erzittern und erbeben.

Wenn ich die Arbeit erst beende, dann lass ich’s richtig krachen. Dann werd ich dies und jenes tun, dann fang ich an zu lachen.

Gelobtes Land, der Ruhestand, für diese und für jenen, für etliche verbranntes Pfand, zu spät für dieses Leben.

Im Hier und Jetzt, praktisch nur heute, könnt ihr gestalten, sein, Mensch, Leute!

Wenn du nicht lebst und liebst, gleich jetzt in der Sekunde, dann schlägt nicht erst im Ruhestand dir deine Todesstunde.

(c) ideenlese

Portugal & die Löffelliste

Einmal war ich in einem Land, von Lissabon bis an den Strand, Melancholie getaucht in Licht, Fernweh mein Freund? Was fragst du mich?

Einmal noch werd ich mich erheben, ne Spanne Zeit, ein wenig Leben, am Fado meine Sehnsucht stillen, mir damit einen Traum erfüllen.

Das Salz des Meeres auf der Haut, Rauschen der Wellen, leise, laut. Einmal das Abenteuer wagen, von Lissabon bis an den Strand, mit allen Sinnen, Hand in Hand.

(c) ideenlese

Des Dichters Frau und deren Mann

Des Dichters Sinnen ist, als Mann, zu finden Eine, die sodann, wie er, des Dichtens kundig, schwelgt, als Muse möglichst niemals welkt, im Geiste frisch so wie im Fleische, ihm möglichst gut das Wasser reiche.

Der Dichterin geht es nicht anders, sie denkt ganz gern, Der Mann, der kann was, dichten und in anderen Dingen, die zu zweit famos gelingen.

Ist sie schlau wird sie nicht scheuen, auf den Dichtermann sich freuen, der irgendwo auf dieser Welt, sicher schon Ausschau nach ihr hält.

Die Frau von einem Dichter ist, hier formuliert simpel und schlicht, ne Dichterfrau, die dichten kann, am liebsten für ihr‘n Dichtermann.

(c) ideenlese

Elfe

Wenn ich eine Elfe wär, flög ich ständig um dich her, schüttete dir Glitterstaub über über auf dein Haupt.

Könnt ich eine Fee nur sein, zaubern, und betörend fein, dich mit Input überfluten, schützen dich auf deinen Routen.

Hätte ich ne Superkraft, oder einen Zaubersaft, oder irgendeine Macht, zöge ich es in Betracht, Wünsche flux dir zu erfüllen.

Nix von dem hab ich zu schenken, außer stets an dich zu denken, selbstverständlich auch zu fühlen. Wenn du lächelst, kannst du‘s spüren.

(c) ideenlese

Schnecke auf Speed

Fernab von Zeitdruck oder Uhr, kroch langsam stets auf ihrer Spur, nur scheinbar ziellos um die Ecke, Cleopatra, die kleine Schnecke.

Zu gleicher Zeit, Zufall das alles, machte sich Speed, genannt Gonzales, aus andrer Richtung schnellstens auf und glitt auf Cleos Schleimspur aus.

Untröstlich und voll Mitgefühl, lud Schnecke Speed zu einem Spiel, just in ihr tiny Häuschen ein.

Sie sang ein Lied, er fand es super, stieg ein in Schneckes super trooper und tanzte mit ihr um die Ecke. Auf Speed ist seither unsere Schnecke.

Gonzales Speed, ganz aus dem Haus, nahm seinerseits das Tempo raus, was schließlich, kurz ums Eck gedacht, gemeinsam Kriechen möglich macht.

(c) Ideenlese

Violeta


Es stand ein Veilchen auf dem Brett,
war schön, war blau, war sittsam nett.
So stand es dort recht schmuck herum,
und Tag für Tag gingen so um.

Das Veilchen wurde ziemlich trocken,
und konnte weder blühen noch rocken.
Auch seine Farbe wurde blasser,
Warum?
Auch Veilchen brauchen Wasser.

Es war schon Winter, tiefer Frost,
aus Veilchen wurde nun Kompost.
Das war jedoch noch nicht das Ende,
denn dann – Chapeau – kam eine Wende.

Denn unseres Veilchens DNA,
schon immer Wildes Veilchen war.
So teilte es sein strahlend Ich,
in Feldern von Vergissmeinnicht.

Ein Veilchen, das braucht keinen Topf,
es hat einen ganz eigenen Kopf.
Braucht Sonne, Wasser, Wind und Liebe.
Für Schönheit,  Blau und Lebenstriebe.

© ideenlese






Das weisse kleid

Das weiße Kleid

Da flattert es, das weiße Kleid,
ganz frei von Muss und Sollen,
fein wiegt es sich verspielt im Tanz
ganz rein und ohne Wollen.

Da strömt er ein, der Wind aus Süd,
auch er ein freier Geist,
der hin und wieder, wenn’s ihn lockt
nach Norden gerne reist.

Da leuchtet er, der rote Mohn,
mitten in Feld und Wiesen, im Leben
schwelgt er, einfach so, der Leichtsinn
sei gepriesen.

Da denkt sich einer, quel plaisir,
das Rot, das Kleid und Wind,
des Schicksals Macht hinzugefügt,
mal eben ganz geschwind.

So landet denn der rote Mohn
auf weißem Leinengrunde,
der Wind frischt auf erkannt im Nu
das ist jetzt meine Stunde.

Da fügt es sich, das weiße Kleid,
im Koffer, neue Ära,
Hut und Bikini neben sich,
im Flieger nach Madeira.

©ideenlese


Fast ein Märchen

Rapunzels Verlustigkeit

Alter Zopf im Kopf verband,
seine Kraft komplett verkannt,
Taffes Ego, Mainstream, fit,
pfiffig, stylish, Kurzhaarschnitt.

Turm aus Elfenbein erklommen,
Intellekt bleibt unbenommen,
Wächterin mit Zauberstab,
Scherenschnitt direkt ins Grab.

Weit und breit kein Prinz verzolle,
sich und seine Prinzenrolle.
Feuers Lodern in den Gängen,
kommt heran, um Turm zu sprengen.

Haare etwas angesenkt,
immerhin der Turm gesprengt,
Herz im Himmel, Kopf im Gras,
Haare wachsen hören.


© ideenlese