Baby Love

Whoo-ah-whoo
Baby love, my baby love
I need ya, (baby, ooh, baby love) oh, how I need ya
But all you do is treat me bad
Break my heart and leave me sad
Tell me, what did I do wrong
To make you stay away so long?


Schmachtende Minne for ever.
Der Siegeszug der romantischen Liebe begann vor zirka 200 Jahren und ein Ende der bürgerlichen Institution Romantische Liebe plus Pragmatismus gleich Ehe ist nicht in Sicht. Hormongeschwängerte Manie at its best, Wahnsinn der Idealisierung und die Sehnsucht nach immerwährender Verschmelzung, Verletzungen und unerfüllbare Erwartungen als all inclusive Enttäuschungs-Paket.

Die Trennungs- und Scheidungszahlen sprechen eine deutliche Sprache. Man muss es sich leisten wollen und können. Die hochstilisierte Romantik, die Trennung und sämtliche Spielarten egogetriebener Affärchen.

Wer liebt wird verletzt. Wer liebt, verletzt. Ist das so? Muss das so sein?
Es passt nicht, wir haben uns auseinandergelebt. Passiert.
Und jetzt ist da jemand, der uns den Honig ums Maul und tiefer schmiert, den wir schon viel zu lange vermissen. Guten Appetit.

Wer kennt ihn nicht, diesen Kipppunkt zwischen Genuss und Kotzen.

Da haben wir wohl an irgendeiner Stelle nicht zugehört, nicht hingesehen und gleich den drei Affen die Kanäle dicht gemacht.

Lyrik, Filme und Musik nähren sich aus den Funken eines Strohfeuers, das hochgradig Verliebte maximal sechs Monate in den Sinuskurven von Schmerz und Lust überleben können.

Wer kann so etwas ernsthaft als erstrebenswerte Dauereinrichtung in Erwägung ziehen? Vernunft und Verliebtheit sind Gegensätze, die sich aus dem Weg gehen, die um Redewendungen wie Gegensätze ziehen sich an einen großen Bogen machen. Gleich und Gleich gesellt sich gern.

Es kommt drauf an.

Ich brauche dich, oh, ich brauche dich und alles was du tust ist, mich zu verletzen und mir mein Herz zu brechen.
Traurig lässt du mich zurück. Sag mir, was habe ich falsch gemacht.


Nüscht. Gar nichts hast du falsch gemacht. Außer vielleicht, dass du dein Herz lieber für dich hättest behalten sollen. Denn ohne Herz ist es mühsam, den Beat des Lebens zu rocken und auf den eigenen Rhythmus Acht zu geben.
Du hast es vorgezogen, dich in den Strudel der Selbstvergessenheit zu stürzen. Verbiegt, Verbogt, Vertrallala.

The price we have to pay.

Du hattest deinen Spaß, also freu dich darüber.

Aus Spaß wurde aber (oft) Ernst, und Ernst ist heute drei Jahre alt oder dreißig.
Blöder Spruch, der aber bei Lichte betrachtet gar nicht blöd ist.

Wie rettet man denn nun das Gefühl der Verliebtheit ergo die sexuelle Lust, die Faszination am Anderen hinüber in die freundschaftliche, die partnerschaftliche Liebe, angesichts des stetig verblassenden Idealbildes?

Kommunikation ist alles, sagen die einen, Lerne dich erst einmal selbst kennen und lass dich erst dann auf das Gegenüber ein, sagen die anderen. Ja wenn das so ist, bleiben wir doch am besten für uns, allein, und nehmen uns unser Leben lang Zeit, uns selbst so richtig gut kennenzulernen und uns wollüstig wie ein Brummkreisel, um uns selbst zu drehen. Mit 105 können wir dann ja immer noch den Schritt in ein Wir wagen.

Der Mensch ist ein sozial kopulierendes Wesen, Ausnahmen bestätigen die Regel, nur eine Minderheit ist wirklich fähig dauerhaft allein leben zu können. Wir brauchen zumindest Freunde und Bekannte. Wir brauchen Kontakt, Wertschätzung und Anerkennung. Wir brauchen das Gegenüber, um nicht an uns selbst zu ersticken und zu verzweifeln und um uns nicht im Dickicht auf der Suche nach unseren vielen Selbsten im dornigen Brombeergestrüpp die dünne Haut aufzuritzen.

Bleibt immer noch eine Lücke aus Sehnsüchten nach besagter Verschmelzung, Einssein, Seelenpartnerschaft.
Woher kommt sie?
Geben wir von Generation zu Generation unsere Bedürftigkeit und Vernachlässigungen weiter?

Sind wir möglicherweise wirklich Seelen in Körperhüllen, die sich ihren selbst gewählten Aufgaben stellen und in zehntausenden von Lebenszyklen ihre to Dos abarbeiten? Glauben ist nicht Wissen. Wieder eine Lücke.

Ich mag das Wort zeitgemäß nicht. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Ist das noch zeitgemäß?
Es geht in der Liebe nicht um das Konstrukt Zeit. Die Art, Beziehungen zu leben, Liebe zu leben, ist unabhängig von der Zeit. Sie ist abhängig von Bedingungen.

Ja aber, höre ich, bedingungslose Liebe, das ist es doch, was wir anstreben sollten.
Den anderen so lassen wie er ist, Null Verpflichtung, alles kann, nichts muss, es dauert, solange es dauert, Laissez-faire ma chère.

Und bitte bitte, bloß keine Abhängigkeiten.

Aha. Wer diese Art von Agape, von göttlicher Liebe oder Philia, von Nächstenliebe wirklich leben kann und will, nur keine Hemmungen. Minnegesang für Fortgeschrittene. Schmachten und mit dem Fächer wedeln in der Moderne.

Wir sind Menschen. Wir verlieben uns und wir ent-verlieben uns, heißt schlicht, der Bock auf Sex lässt nach.
Muss das zwangsläufig so sein?
Training, Fantasie und das Loslassen unangemessener Angst vor Peinlichkeit sind die drei Musketiere der Hingabe.
Wenn wir dann, quasi im Vorspiel, so pfiffig wären, uns nicht nur körperlich, sondern auch geistig aneinander zu reiben, wenn wir uns trauten, Konflikte und Meinungsverschiedenheiten konstruktiv und mit einem Mindestmaß von Ehrlichkeit auszutragen, anstatt jedes Räuspern persönlich zu nehmen, dann, ja dann…

Vielleicht würde es dann an der einen oder anderen Stelle klappen mit der Beziehung namens Romantische Liebe plus Pragmatismus.
Dauerhafte Liebesfreundschaft anstatt Schmachtminne im Quickieformat.

Vielleicht.
Einen Versuch wäre es wert. Oder zwei, drei, vier.
Oder?




Erinnerungen

Erinnerungen balzen,
wie ein Pfau, der sein prächtiges
Federrad schlägt,
als gäbe es kein Gestern,
kein Vergessen, Verdrängung zerstoben
zu Asche und Staub.

Erinnerungen, wie Gespenster,
gerufen aus der Vergangenheit,
kokettieren vorwitzig mit
ihrem morbiden Charme,
spielen das Ass der Verführung aus.

Erinnerungen irrlichtern, bleiben
im Versteck des Zwielichtigen,
wie verschmitzte, feiste Kobolde,
verwirrend im Triumph.

Erinnerungen, verblassend wie die
Farbe der Tinte auf alten Briefen,
Doch ohne sie würden die bittersüße
Melancholie und das Schmunzeln der
Liebe in Armut verhungern.

Erinnerungen balzen und schlagen
ihr buntes Rad aus Freude, Schmerz,
Verklärung, Angst und Sehnsucht.
Sie waren und sie sind und sie werden
sein.

Erinnerungen.

(c) ideenlese

Dream

 that night,
in that dream,
with those voices,
back in time and space.

in deep faith
in what was,
what is,
what will be.

that it will be.
neither good nor bad.
the fear and neediness,
the greed
for love
that isn't love
floats away,
dissolves.

no more waiting
for whatever.
arrived.

tonight in this dream.
fade away a dream.

(c) ideenlese 2022

Die Kinder der Kinder

Sie kannten den Hunger,
sie kannten Verzicht,
sie kannten das Grauen,
viel Dunkel, kaum Licht.

Sie kannten die Angst,
sie kannten Gewalt,
sie kannten nicht Liebe,
nicht Wärme, so kalt.

Sie kannten das Sehnen,
sie kannten den Tod,
sie mussten verdrängen,
den Krieg und die Not.

Sie suchten nach Leben,
sie suchten das Glück,
sie suchten den Wohlstand,
nach vorn, nicht zurück.

Sie wollten vergessen,
sie wollten nur streben,
sie wollten, ganz einfach,
ein besseres Leben.

Sie zeugten uns Kinder,
verletzt wie sie waren,
und wir haben dann ihren
Schmerz mit ertragen.

Sie waren noch Kinder,
und wussten nicht viel,
wir waren vereint im
traumatischen Spiel.

Wir ahnten den Hunger
wir ahnten Verzicht,
wir ahnten die Ohnmacht,
verstanden sie nicht.

Sie sagten und taten,
das was sie erlitten
die Kinder der Kinder,
sich Freiheit erstritten.

Wir kennen die Angst,
wir kennen Gewalt,
wir kennen den Schmerz,
sind selber nun alt.

Wir suchen nach Spuren,
wir suchen nach Glück,
wir üben die Liebe,
nach vorn, nicht zurück.

(c) ideenlese






Verletzlichkeit

Für dich mag es ja lustig sein,
ein cooler Spruch, ein Scherz,
ich bin nicht du und dein Humor
beschädigt grad mein Herz.

Du sagst, stell dich doch nicht so an,
was war ist längst vergangen.
Und greifst nach mir, dein Übergriff,
hält mich im Schmerz gefangen.

Mach endlich einen Haken dran
und denke rosarot,
Könnte ich das, mein bester Freund,
dann wär ich nicht halbtot.

Verletzlichkeit hat ihren Grund,
oft abgrundtief ohnmächtig,
sie macht aus mir, das was ich bin,
im Rückzug, scheu statt prächtig.

Es hilft kein Wort und auch kein Rat,
Appelle nicht und Schmollen.
Verletzt zu sein ist ein Gefühl,
mit Grund und ohne Wollen.

Im Schweigen baden, Herzklausur,
tief atmen, kindlich schluchzen,
das ist im Fall Verletzungen
von allergrößtem Nutzen.

Verstehen muss ja gar nicht sein,
Verdränge wer es kann.
Verständnis wäre dennoch fein.
Ich seh mir Wunden an.

(c) ideenlese

Das Mädchen

Ein Mädchen liegt am Meeresstrand,
die Wangen blass, weißes Gewand,
Gesicht umrahmt von dunklem Haar,
dem Sterben mehr denn Leben nah.

Blutend das kleine Kinderherz,
die Lippen blau und schmal im Schmerz,
Augen in Höhlen sind weit offen,
entsagend und fernab vom Hoffen.

Erstarrt in Angst und unterkühlt,
ein Menschenkind, das nichts mehr fühlt,
Sehnsucht nach Wärme sich versagt,
und nichts mehr will und nichts mehr wagt.

Ich nehme sie in meinen Arm,
hülle sie ein, halte sie warm,
und trage sie fünftausend Meilen,
die Sonne möge für sie scheinen.

Und eines Tages, ich bin sicher,
hör ich ihr fröhliches Gekicher,
das viel zu früh sie einst verlor,
widme ihr nun mein Herz und Ohr.

Ein Mädchen tanzt am Meeresstrand,
und eine Frau hält ihre Hand,
lässt sie fortan nie wieder los.
Heilende Liebe, riesengroß.

© ideenlese

Selfish

Selfish by christine
I don’t see
Your soul anymore

My darling

Cause you sold her
to the selfish fool
in you

I don’t feel
Your love anymore

My darling

Cause you sold her
for a ridiculous
price

I can’t stand the distance
between you and me
Such a mess of diff’rence
hanging over me

Sorry dear
Can’t do it with him

My darling

with this kind
Of stupid selfish fool

Bye my love
Will miss you within

My darling

Like I always did before

But

I don’t see
Your soul anymore

My darling

All I see
is your absent frozen smile

(c) ideenlese 2013/2022