Vision completed

Foto: Christine, Sept. 2021

Frau Sonne strahlt auf meine Lider, D-Vitamin für müde Glieder. Die Biene nascht an Efeus Blüten, mögen sich Herbst und Winter hüten, mir vorschnell auf den Pelz zu rücken.

Italien, ich bin bereit, dein Dolce Vita, an der Zeit, den Koffer hurtig zu bepacken, mit drei, vier, fünf, Sex, sieben Sachen, leicht und beschwingt ins Antlitz lachen,

Der Dunkelheit und Langeweile, mach’s gut, Tristesse, ich bin in Eile.

(c) ideenlese

Portugal & die Löffelliste

Einmal war ich in einem Land, von Lissabon bis an den Strand, Melancholie getaucht in Licht, Fernweh mein Freund? Was fragst du mich?

Einmal noch werd ich mich erheben, ne Spanne Zeit, ein wenig Leben, am Fado meine Sehnsucht stillen, mir damit einen Traum erfüllen.

Das Salz des Meeres auf der Haut, Rauschen der Wellen, leise, laut. Einmal das Abenteuer wagen, von Lissabon bis an den Strand, mit allen Sinnen, Hand in Hand.

(c) ideenlese

Das weisse kleid

Das weiße Kleid

Da flattert es, das weiße Kleid,
ganz frei von Muss und Sollen,
fein wiegt es sich verspielt im Tanz
ganz rein und ohne Wollen.

Da strömt er ein, der Wind aus Süd,
auch er ein freier Geist,
der hin und wieder, wenn’s ihn lockt
nach Norden gerne reist.

Da leuchtet er, der rote Mohn,
mitten in Feld und Wiesen, im Leben
schwelgt er, einfach so, der Leichtsinn
sei gepriesen.

Da denkt sich einer, quel plaisir,
das Rot, das Kleid und Wind,
des Schicksals Macht hinzugefügt,
mal eben ganz geschwind.

So landet denn der rote Mohn
auf weißem Leinengrunde,
der Wind frischt auf erkannt im Nu
das ist jetzt meine Stunde.

Da fügt es sich, das weiße Kleid,
im Koffer, neue Ära,
Hut und Bikini neben sich,
im Flieger nach Madeira.

©ideenlese


Wasser

Ertrunken im Meer deiner Tränen, Salz der Erde auf bodenlosem Grund, reichst du mir das Wasser, in dem ich zur Flussmündung schwimme.

Ich kann es dir nicht reichen, unerreichbare Untiefen, Ströme, die Kerze erloschen, zwei Königskinder sind wir im Strudel der Zeitwellen.

Schwimm Flügel zur Zeit nicht lieferbar. Stau auf den Wasserstraßen, Lieferkette unterbrochen, Schicksal, mit allen Wassern gewaschen.

(c) ideenlese

Déjà vu

Der Wald steht in der späten Nacht, die für die Flucht sich schön gemacht, Gefährtin mir im Treueschwur, weist Mondes Sichel mir die Spur.

Fliegendes Haar, geraffte Röcke, gehetztes Tier, springt über Stöcke, voran, voran, stets durch die Zeiten, im Kreis der ewig Ewigkeiten.

Der Zeiten Spalten, längst Routine, selbes Spiel, selbe Miene, dann, endlich erkannt und doch wieder weg gerannt.

Das Meer steht in der späten Nacht, die für die Flucht sich schön gemacht. Ein Boot, mein Freund, jedoch, in seiner Mitte klafft ein Loch.

(c) ideenlese

Kleiner Felsen

Wenn Wege dir zu weit erscheinen, dann teile sie durch zwei. Du findest in der Mitte dann, den Gral, den Schatz, ein goldenes Ei, das heilig schlummert, an dem Felsen, umrauscht vom Wellenmeer.

Der Weg ist lang, auch nicht sehr schnell, der Ort der Mitte La Rochelle. Atlantikperle, herb und schön, den kleinen Felsen, auserkoren, für Neues, was aus uns geboren.

(c) ideenlese

Ibiza & Ein Kinderlied

Wenn es mit meiner Konstitution nicht zum Besten stand, und das kam früher häufiger vor als später, sorgte sich die Liebe meines Lebens sehr um mich.

Manches Mal herrschte Ratlosigkeit, auch seitens medizinischer Experten. Ich sollte hierhin und dorthin, für Wochen weg von dem, was meine Base war.

Keinesfalls wollte ich in derartigen Etablissements kurativer Entmündigung verweilen.

Ibiza, sagte ich dann oft, bring mich nach Ibiza.

Intuition ist mein Kompass.

Heute ist der vorerst letzte Morgen für mich hier angebrochen. Eine wunderbare Zeit endet. Entspannt, zutiefst dankbar, ja gesegnet und voller Inspiration kehre ich zurück in die Pflichten des Alltags.

Ein Alltag, in dem ich mir gestatten werde, den kreativen Raum, den ich brauche, zu renovieren. Wände raus, mehr Licht, mehr Farbe rein, wieder sehr viel mehr Musik und eigenen Gesang, Freundlichkeit, Heiterkeit, Leichtigkeit, Lachen.

Du fliegst nach Ibiza? Du wirst darin aufgehen, es ist die Insel, die zu dir passt, sagte eine Freundin zu mir, als sie von meiner Reise hörte.

Es ist der Ort, besonders der hier im Norden, der den Süden in mir wachküsst. Ich lasse es mit Wonne zu.

Lieder will ich schreiben, dichten und singen, andere Musiker und Sänger in mein Leben einladen, Kommt! Spielt und singt mit mir freundliche Lieder, lustige Lieder, traurige Lieder, Kinderlieder, die so albern sind, dass man die Bauchschmerzen, die man vom Lachen bekommt, nie wieder los wird!

Ein erster Versuch als letzter Brief aus dem Land, in dem viele Mücken ihren Reigen tanzen und nicht darin müde werden, juckende Impulse zu stechen.

Das Mückenlied

Was ist mit den Mücken los, Mücken los, Mücken los,

stechen einfach lückenlos immer in mein Bein rein.

Wie werd ich die wieder los, wieder los, wieder los,

Finde Mücken nicht grandios, fällt mir nur ein Reim ein. Und der geht so.

Was ist mit den Mücken los, Mücken los, Mücken los,

stechen einfach lückenlos immer in mein Bein rein.

Lalalala lalala lalala lalala, schubudubi schabada, schabadaba dubi.

(c)ideenlese

Schritte ins Meer

Ich gehe Schritt für Schritt ins Meer, seicht, es reicht mir bis zum Knie, ich halte kurz inne, neben mir steht ein kleines Mädchen, ein Augenblick, vorbei.

Ich gehe weiter Schritt für Schritt ins Meer, das Wasser reicht mir bis zur Hüfte, neben mir eine Frau, ein Lächeln, vorbei.

Ich gehe weiter, Schritt für Schritt ins Meer, das Wasser umspielt meine Schultern, spüre den Grund unter meinen Füßen, neben mir eine alte Frau, Blicke voller Weisheit, vorbei.

Ich überlasse mich den Wellen des Meeres, es trägt mich, weiter und weiter. It’s my turn.

(c) ideenlese

Versuch in der spanischen Sprache zu dichten

Mi padre es el mar, el sol es mi hermano. La luna es mi madre, mi hermana es la tierra.

Cantan mi canción, bailan mis pasos, son mi corazón y mi alma, comparten conmigo el vino oscuro en las noches pesadas.

Padre mar, hermano sol, hermana tierra, madre luna, me envuelves en tu amor eterno. Adiós y bienvenidos en todas las mareas.

Mein Vater ist das Meer, die Sonne ist mein Bruder. Der Mond ist meine Mutter, meine Schwester ist die Erde.

Sie singen mein Lied, sie tanzen meine Schritte, sie sind mein Herz und meine Seele, sie teilen mit mir den dunklen Wein in schweren Nächten.

Vater Meer, Bruder Sonne, Schwester Erde, Mutter Mond, ihr hüllt mich in deine ewige Liebe. Auf Wiedersehen und willkommen bei allen Gezeiten.

(c) ideenlese, Ibiza 2021

Zazen

Sit, just sit, sit, shut up, breathe, just breathe, breathe in, breathe out, natural flow, breathe like you’ve been breathing for ages.

no searching, no finding, no diving, no winding, no becoming, no wanting, sit, just sit, sit and shut up.

all in nothing, nothing in all, every moment of being, let it be, be.

Sit, just sit, sit, shut up, breathe, just breathe like you‘ve been breathing for ages.

Zazen.

(c)ideenlese

Die Palme

Vorm Fenster zwischen Haus und Meer,
steht eine hohe Palme, ihr glatter Stamm ragt weit hinauf, man sagt bis in die Krone, die mancher manchem aufgesetzt,

und ob es sich denn lohne, bis in die Wedel aufzufahren, um dort zu eskalieren, und Klarheit und Besonnenheit damit nur zu riskieren,

frage ich mich.

Wüchse die Palme liegend weiter, statt vertikal zu zieren, dann könnte ich auf ihrem Stamm ein wenig balancieren.

Jedoch.

Vorm Fenster zwischen Haus und Meer, da reckt sich eine Palme sehr, sie tut’s weil sie es so nur kann.

Und ich?
Will nicht klettern.

(c) Ideenlese 2021

Der leise Ton

Die Sonne hat sich gerade wieder vom Meer verabschiedet. Sie wird heute strahlen und die Luft erhitzen, während das Meer für Abkühlung sorgen wird.

Es ist meine erste Berührung mit diesem Ort in dieser kleinen, wunderschönen Bucht auf der Baleareninsel Ibiza.

Mein Tag begann früh, im Morgengrauen, wobei dieser Tag nicht graute, sondern bläute. Das zarte Blau des Morgens, fast eine Ahnung nur von einer Farbe.

Ich flog mit einer sehr schönen Inspiration und neuen Ideen auf diese Insel, genieße es, Zeit zum Lesen, richtig viel Zeit zum Schreiben zu haben und – was mir einen Riesen Spaß bereitet – zu fotografieren.

Eine gute, schöne Lebensepisode, auch dazu angetan, mein Wesen, das was mich wesentlich ausmacht, nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern anzuerkennen, zu pflegen und zu schmücken.

Zarte Seiten, sanfte Züge, weniger träumend, schwelgend, willkürlich, mehr besonnen und klar. Die Flammen eines Strohfeuers, das sich zu einem vernichtenden Buschbrand aufbauscht, ist meine Quelle nicht. Der Wind, der die Flammen entfacht macht kirre und konfus. Terrain für Feuerbeschwörer oder Löschflugzeuge.

In der Stille eines warmen Feuers hingegen, steigt die Klarheit auf, die Kraft kommt aus der Ruhe und ein leiser Ton dazu, eine Melodie, gesummt oder gesungen, ein Mantra, das wohl gewollte, wohl gewählte Worte adelt.

Unter diesen Eindrücken ist heute am frühen Morgen ein kleines Gedicht entstanden.

Inspiriert auch durch zwei Männer dieser kleinen Bloggergemeinde, deren Musik und Lyrik ich schätze und die mich beide, wahrscheinlich unwissend mit ihren Werken erinnerten: an mich!

Der leise Ton

Der Ton, das Timbre, klare Tiefe, ganz leise, klar, prägnant.

Es macht mich selig und sehr froh, dass ich ihn wiederfand.

Dein Klang, dein Stimmen, Abgesang, auf lautes, grelles Schrillen, so wie Sirenen immerfort, nur kreischen wie von Sinnen.

Dein Lied ist eine Melodie der allerfeinsten Sorte, klingt weiter schwingend, füllt den Raum.

Den heiligsten der Orte – in mir.

Da wo die leisen Töne sich an Melodien stillen, da ist die Freiheit, da bin ich, da kann sich Leere füllen.

(c)ideenlese 2021

Da ich mein Notebook zuhause ließ und hier auf Ibiza mit Kladde und Stift “hantiere”, was ich sehr sehr mag, seht mir Tippfehler nach.

Tango am Templiner See

Die Nacht lässt ihre Hüllen fallen und gleitet geschmeidig in die Arme des Tages. Hin und weg durch die Gezeiten, frei vom Sollen und Müssen. Mittsommer in Potsdam.

Der See liegt still. Nur ein paar Schwäne kräuseln das Wasser, der Sand, trocken und heiß, knirscht unter den Reifen der Radfahrer, die nach der Hitze des Tages eine abkühlende Runde um den See drehen.

Ein helles Lachen von irgendwoher steckt an, Vogelgezwitscher, verhaltener als am Morgen, fällt aus den Bäumen und noch vage, aber unverkennbar ein Pandion, die süße, melancholische Melodie eines Tangos.

Wie ein Scherenschnitt vor den Fensterfronten des Pavillons, der am Ufer des Sees liegt, ein Paar. Wiegen, Halten, Loslassen, Schmiegen zum Klang der Musik.

Selbstvergessenes Selbstverständnis, ganz hier und gleichzeitig wie aus der Zeit gefallen, tanzen sie den Tango.

Geschmeidig, eingespielt und doch frei im Spiel der Hingabe.

Ist es diese Hingabe, die Melancholie des Tangos, die anrühren?

Die Kontrolle über Gefühle und Gedanken verlieren, Eintauchen in den Fado der Abgründe, seine Kraft und seinen Schmerz aushalten, ihn geradezu begehren und mit ihm verschmelzen.

Es sind überraschende Momente wie diese, von purer Schönheit, geschmückt mit nichts als der Berührung der Sinne, die ich als reich empfinde.

Eine Bereicherung, eine Zugabe des Lebens! Glück, das so unprätentiös, schlicht und im Reinen mit sich selbst ist, braucht weder Glamour noch Pomp, und schon gar keine Angst oder Befürchtung.

Es war nicht nur deshalb ein ganz besonderes Wochenende in Potsdam, weil ein Paar den Tango tanzte. Es war eine Zeit mit Freude am Sein und mit Freunden.

Heiß war es. Eis, Aperol Spritz und Bier sind unsere Zeugen.

Potsdam im Sommer ist sehr sexy im Sinne von inspirierend, plätschernd, erfrischend, kreativ, lebendig, bewegt, frech und – na klar – frei.