Schöne Vergänglichkeit & Reprise

Schöne Vergänglichkeit Ein Weg beginnt mit ‘ner IdeeIhr Keim, er sagt sich munter: geh!So läuft sie los mit großem MutUnd stürzt sich in die …

DichtArt CXXIX – Schöne Vergänglichkeit

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Once there was a rose in summer,
Was so tender and so bright,
Even in the storm of thunder,
She was there and hold you tight.

Gave you all that she could give to,
Lost herself in gentle be,
Spend you calm and lovely moments,
Strong as every oldest tree.

When the summer turned to autumn,
Roses leaves return in earth.
Only hope and deepest love flow,
Bring her back in springs rebirth.

Once there was a rose in summer,
Loveliest you ever knew,
Smell of love you will remember,
Where you’ll stay and where you’ll go.

Don’t foget the one and only,
Rose of life and full of grace,
Still her gift is every morning,
Lovely smile upon your face.

Once there was a rose in summer.

(c) ideenlese

24 Millionen

Tageszeitung, Seite 3,
Politik, Skandal, Geschrei,
angezeigt im Vollformat,
nicht ganz sauber aber smart.

Große Lettern, bunte Bilder,
Ablenkung gestimmt uns milder.
Lullt uns ein und macht uns taub.
Der Verstand, dörrend im Staub.

Tageszeitung, Seite 3,
Randnotiz nur, vogelfrei,
Splitter, so die Überschrift,
weil es nicht so wichtig ist.

24 Millionen in Äthiopien
und Sudan, Kenia, Somalia,
Menschen, die vergessen werden
in den vielen Kriegsgebährden.

Rheinmetall im Liefermodus,
schwere Waffen noch als Bonus,
was zählt da der Hungertod?
Friss wer kann, ganz ohne Not.

Tageszeitung, Seite 3,
mir wird schlecht, und Morgenbrei
tritt spontan den Rückweg an,
weil das echt nicht wahr sein kann.

(c) ideenlese

Heute Nacht

Im Traum heute Nacht,
wie verkehrt war die Welt,
tatsächlich von oben
auf unten gestellt.

Die Kriegsfürsten trugen
samt der Lobbyisten
Pakete und Post aus
und waren am schwitzen.

Politiker ernteten Spargel
vom Feld und putzten
Toiletten für so gut
wie kein Geld.

Vorstände und Aufsicht
von etlichen Banken,
sah man am Tritt vom
Müllwagen schwanken.

Der Notstand in Pflege
war bald keiner mehr,
der Bundestag schickte
Ersatzkräfte her.

So sind seit heut Nacht
viele Stellen im Land,
neu dotiert, neu justiert,
jedenfalls sehr vakant.

Pflege statt Waffen,
geht wohl nur im Traum,
Ich stelle es dennoch
zum Gespräch in den Raum.

(c) ideenlese

Macht

Den großen Krieg beenden?
Kann ich nicht.

Die große Gier abwenden?
Kann ich nicht.

Den großen Hunger stillen?
Kann ich nicht.

Das große Bewusstsein wecken?
Kann ich nicht.

Die große Wahrheit finden?
Kann ich nicht.

Die große Menschheit gründen?
Kann ich nicht.

Den großen Egoismus überwinden?
Kann ich nicht.

Die großen Lügen aufdecken?
Kann ich nicht.

Die große Dummheit erhellen?
Kann ich nicht.

Allein.
Wir alle müssten es wollen und tun.


Ich kann im Kleinen.
Du kannst im Kleinen.

Den kleinen Frieden schließen.
Können wir.

Die kleine Demut üben.
Können wir.

Das kleine Bewusstsein schärfen.
Können wir.

Die kleine Dummheit erkennen.
Können wir.

Den kleinen Mut einsetzen.
Können wir.

Die kleine Liebe pflegen,
bis sie so groß ist, dass
sie die Begegnung mit der
großen Angst nicht mehr
fürchtet.

Ich kann nichts anderes.
Tun im Kleinen.

Kannst du was anderes tun?
Als tun im Kleinen?

Allein?
Wir alle müssten es tun.

Was wäre das für eine Macht.

(c) ideenlese

Dazwischen – Interpretationen

Dazwischen Hoch gelebt und tief gefallen – alles gegeben, alles genommen; den Himmel erlebt und die Hölle erfahren – viel gewonnen, viel zerronnen; …

DichtArt CXXVII – Dazwischen
between low an high
between earth and sky

between stay and go
between jam and flow

between young and old
between hot and cold

the between in me
for eternity

between now and past
just one soul at last

nothing in between
between you and me

for eternity.

(c) ideenlese 2022

Ohne Wenn und Aber

Wenn ich eine Staatsfrau wäre,
läge alles im Bestreben,
dass in meinem kleinen Staat,
jeder was zu essen hat.
Ferner jeder, der denn kann,
ganz egal, ob Frau ob Mann,
einen Sinn in Arbeit fände
und nicht sein Talent verschwende.

Wenn ich eine Staatsfrau wäre,
würd ich wollen, echt, ich schwöre,
dass es allen gut ergänge,
mit viel Freiheit, ohne Zwänge,
wohnen und gut leben könnte,
von der Wiege bis zur Rente.

Wenn ich eine Staatsfrau wäre,
wär‘s mir dann nicht eine Ehre,
Wohl zu schaffen statt Kriegsheere?
Gutes Klima, Transparenz, anstatt
Machtimpertinenz?
Müsste ich nicht dafür sorgen,
mir nicht zu viel Geld zu borgen?
Worte meinen, die ich sage,
Ohren auf für Weh und Klage?

Wenn ich eine Staatsfrau wär,
fiel auch mir es sicher schwer,
meine Eitelkeit zu zügeln
und Verführung auszubügeln.
Dienen anstatt Egotrip,
hielte mein Charakter mit?

Könnte ich ne Staatsfrau sein?
Meine Antwort lautet nein.
Denn ich wäre dem System
sicherlich zu unbequem
und zu nett auch obendrein.

Aber wer kann Staatsfrau sein?
Meinetwegen auch Staatsmann,
der nen Staat nice handeln kann
und dabei niemals vergisst,
dass er selbst ein Mensch nur ist.

(c) ideenlese

Wenn du denkst

Du lehnst dich nur mal kurz zurück,
spürst nach, Herberts Sekundenglück,
denkst, eben ist es echt ganz gut,
peng, kriegste wieder auf den Hut.

Was denn nun noch, stöhnst du,
pardon, warum denn mir,
vor den Ballon?
Hab Schnauze und Agenda voll,
ist gut jetzt, find ich echt nicht toll.

Doch irgendwie scheint irgendwas,
boshaft gefüllt, gleich einem Fass,
voll Pech, dich zu sich hinzulocken,
schon wieder Katastrophe rocken.

Warum es dicke kommt im Leben,
ich kann’s nicht sagen, nicht erheben.
Und komme zu dem doofen Schluss,
dass man oft vieles durchstehen muss,
das nicht zu überwinden scheint,
worüber man erschüttert weint.

Es hilft dann kein Kalenderspruch,
und auch kein Esoterikspuk,
kein Trost, kein Zuspruch, ohne Frage,
ist schlicht beschissen
manche Lage.

Und wenn du denkst,
schlimmer geht’s nimmer,
im Tunnel ist es duster,
röhrt es dich tiefen Tones an,
Hast du denn schon dein Booster?

Spätestens dann spürst du in dir,
die Lebenssäfte brodeln,
ergreifst dich selbst am eigenen Schopf,
beginnst Leben zu hobeln.

Ne Hühnerleiter ist das Leben,
recht kurz und voller Kacke,
Eins an der Waffel hat es auch
und eine große Macke.

(c) ideenlese

Nimm mich

Schicksal, ach Schicksal, übernimm du das Steuer, irgendwie ist mir mein Leben zu teuer, die Schläge, die du mir zuweilen verpasst, ganz ehrlich, du Schicksal, hast ganz schön geprasst. 

Nun denn, meine Liebe, mal Butter bei Fische, es ist ziemlich selten, dass ich mich einmische, auch bin ich nicht von der schlagenden Zunft, dagegen ne Freundin von klarer Vernunft.

Nimmst du mich, nehm ich dich sehr gern an die Hand, geh mit dir durch die Steppe, über Wiesen, an den Strand. Schick dir Leute vorbei, die Freunde du nennst und sorge dafür, dass du lebst und nicht pennst.

Wir wissen nicht, ob wir Naturgesetz sind, manchmal sind wir sehend, ein andermal blind, dann führen wir selbst uns geschickt hinters Licht.
Und nennen es Schicksal, doch ist es das nicht.

Was Ursache und was die Wirkung ist, ob Anfang gleichzeitig schon Ende bemisst, es ist immer dein Leben, das dich tritt, das dich küsst und in dem du auch ein Entscheider bist.

Nimm mich, ach nimm mich, mein Leben, mein Sein, und ich nehme dich im Schmerz und im Freuen.

(c) ideenlese

Feuchtwiesen


Tabus verlieren im Humor und in der Liebe an Bedeutung. Freiheit, die ich meine. Tabus verlieren auch im Krieg ihren Status, was als Anmerkung reichen muss, reichen soll.

Ich habe Angst, klar, wer kann sich davon freisprechen?

Dass die Vögel des Kummers um deinen Kopf herumfliegen kannst du nicht ändern; aber dass sie Nester in deinem Haar bauen, das kannst du verhindern, steht in meinem Poesiealbum, datiert 1972. Es braucht fünfzig Jahre, um erwachsen zu werden, und mehr, um zu begreifen, jedenfalls ein wenig.

Was kann ich wirklich verhindern und was wirklich bewegen?

In Phasen der Dürre sind es Menschen, die lieben und das Erinnern und intuitive Erkennen darüber freilegen, dass es das Fließen ist, was uns alle lebendig sein lässt mit allem was gerade ist.

Menschen, die lieben, leben und leben lassen, die auch sterben lassen, gehen lassen können, die schwach sind und stark aus ihren Verletzungen erwachsen und deshalb immer offener und bewusster werden.


Menschen, die für sich geradestehen, auch wenn gerade der Boden unter ihren Füßen bebt und das Herz flattert.

Wie nutzen wir die Inspiration, die auf den imaginären Feuchtwiesen in uns Blüten treibt?
Welche gemeinsame Sache nehmen wir ins Visier? Und was könnte nicht alles dabei herauskommen?

Fragen sind wie Küsse (ebd. Carmen Kindl-Beilfuß).
Es kann gar nicht lange genug geküsst und gar nicht zu wenig gefragt werden. Finde ich. Und gelacht natürlich auch – gerade jetzt, gerade hier, und vor allem heute!

(c) ideenlese 2014, überarbeitete Version 2022

Bei aller Liebe



Liebe ist langweilig.

Dieser Satz brachte mir in den 2010er Jahren einen Minishitstorm aus Kreisen spirituell überzeugter Menschen ein. Liebe und Spiritualität. An welcher Stelle des Rankings besprochener Themen stehen sie aktuell? Ich weiß es nicht. Vielleicht sind sie tatsächlich Langeweiler verglichen mit Themen und Entwicklungen, die uns allen seit geraumer Zeit in ausgeklügelter Einseitigkeit geboten werden.

Liebe ist Bindungsenergie.
Ein weiterer Satz aus naher Vergangenheit, der ein stilles Häh in mir auslöst. Und was ein Häh bei mir initiiert, macht mich neugierig, und ich beginne zu graben und freizulegen und gehe mit Schippchen und Eimerchen auf Exkursion.

Mit Liebe kenne ich mich aus. Oder? Kenne ich die Liebe? Ich liebe, also bin?  Bin ich eine Liebende?
Geht so.
Liebe ist individuell. Und sie ist eine Illusion. Wie individuell ist die Liebe? Ist Liebe eine Illusion? Liebe hat viele Facetten. Welche Facetten hat die Liebe? Die Liebe. Welche?

Je weiter ich in diesem Erdenleben fortschreite, desto weniger bin ich an Wissen interessiert, das institutionellen Quellen entspringt. Je älter ich werde, und wie wir alle werde ich ununterbrochen und ständig älter, desto mehr kommt die Wahrheit der Intuition ins Spiel. Ins Spiel des Lebens und ins Spiel der Liebe.

Ich stelle zunehmend Moral und all ihre Normen und Regeln in Frage.
Und dabei spüre ich eine innere Diskrepanz, was nicht überrascht, denn wir alle lernen lebenslang und bewegen uns in kulturell gewachsenen Normen, Regeln und Mustern. Steter Tropfen höhlt den Stein.

Das ist vollkommen in Ordnung. Aber es ist nur die eine Seite der Medaille. Es gibt eine andere. Eine, die alles umfasst.

Und alles heißt, wir müssen und sollen als lernende Wesen auch unser Denken in einen sich entwickelnden und ausdehnenden Prozess integrieren, uns offenhalten, auch für Neues und erstmal Ungewohntes, Unbequemes. Okay. Einen Scheiß müssen wir. Worte in ihrem begrenzten Potenzial.

Nur weil wir etwas gewohnt sind, weil Dinge schon immer so waren, heißt das nicht, dass es sinnvoll ist, sie so zu belassen. Das gilt für alles! Was kann alles dabei herauskommen, wenn wir ohne Tabus und moralische Einschränkungen denken?

Hinterfragen Sie! Hinterfragen Sie alles; und hinterfragen Sie vor allen Experten, Wissenschaft und betitelte Koryphäen und ergänzen Sie um Ihre eigenen Denkergebnisse. Die Intuition muss in allem zu Wort kommen.

Ein Satz, den mir mein Lieblingsprofessor mit auf den Weg gegeben hat.
Übrigens war er im hohen Rat der Wissenschaft immer ein Außenseiter, einer, der hinterfragte, Systeme in Frage stellte. Ein großartiger Lehrer und Pädagoge.

Liebe, die ebenbürtig im Verbund mit einem vernünftigen Verstand steht, der sich bemüht, flexibel und offen zu werden, zu sein und zu bleiben und erstmal mit Schippchen und Eimerchen auf eine Exkursion geht:

Bei aller Liebe, das könnte gut werden!

Dancing with myself

Dieser Text enthält nicht nur Spuren von Ironie und Galgenhumor. Er strotzt geradezu davor!

Wenn nix weiter hilft, dance with yourself, schreibt Steffen mir, verlinkt mich mit Billy Idol und versorgt mich mit etlichen Daumen hoch, Herz-, Umarmungs-,Bier-, Wein- und Cocktail Emojies.

Ja Emotionen kann ich. Schwache Nerven? Check. Drama? Aber gerne doch. Sentimentale Orgien? Gimme more. Schließlich kann man so wunderbar schnulzige Gedichte schreiben, wenn das Herz wund, zerfetzt und halbtod schwächelnd auf kaltem Beton pulsiert.

Krieg, Klima und andere Katastrophen machen aus mir seit Tagen einen schluchzenden Alien. Schlimmer noch, eine in Mitleid und Weltschmerz ersaufende, graumelierte Maus.

Ich kann also aus dem Vollen schöpfen und mich den schmachtenden und leckenden Zungen durchdrehender Geschehnisse vollumfänglich hingeben.

Eine Sinnkrise ist doch erst dann herrlich ergiebig, wenn sie sich an einem flankierenden Umfeld reiben und sich on top mit einer ordentlichen Tüte Selbstmitleids zudröhnen kann.

Während ich mit dem Idols Billy das Lattenrost in Schwingung versetze höre ich von weit her den lieblichen Ruf meines Mitbewohners Frrrüüühstück!!!

Well I wait so long for my love vibration and move me and myselft die Treppe hinunter, mache mir einen superxxlstrong Kaffee, was sich auch als sinnvoll erweist, denn kaum habe ich es mir in der freudigen Erwartung gemütlich gemacht, gleich in mein halbes Hönigbrötchen beißen zu dürfen, beginnt mein Gegenüber, mich in gesellschaftspolitische Themen zu verstricken. Bin isch roter Faden? Nope.

Ungünstiges Timing, sehr ungünstig, ungünstigst ever, befinde ich mich doch in den lustvollen Nachwehen köstlich schmerzhafter Emotionskontraktionen.

Ich diskutiere nicht mehr, höre ich mich mit beängstigend ruhiger Stimme sagen, ich befinde mich in einem privaten Schweigeseminar. Just for your Info.

Und wie willst du den Hund rufen, wenn er wieder irgendeinen Scheiß macht? Mit Telepathie?
Die Sanfte in mir bekommt die erste Hitzewallung und verlangt aus tiefster Sehnsucht nach narkotisierenden Wattebäuschen; gerne stinkend und klebend wie Federn auf Pech und Schwefel, die sich dem Gegenüber anhaften mögen. Telepathie. Ganz genau.
Gib mir ein Äon.

Und überhaupt – ich gebe dir eine Stunde. Länger hältst du sowieso nicht durch. Du kannst gar nicht anders, als deine Sprüche in die Welt zu pusten! Das wäre ja der zuverlässige Hinweis auf dein vollendetes Ableben, wenn du deine lieblichen Ideen nicht mehr verbreiten würdest.Verbal, viral und überhaupt.

Ich setze meine Sonnenbrille auf, lächle und winke mit königlicher Geste zum gegenüberliegenden Tischende. Das werden wir ja sehen, liegt mir auf den Lippen und ich kann mich nur knapp zurückhalten, es nicht laut zu sagen. Uhrenvergleich: Minute eins ist noch nicht um.

Zurück im Bett, Notebook auf den Oberschenkeln, Billy in Dauerschleife auf den Ohren und Kuschelhäschen auf dem Bauch, huscht mir ein Lächeln übers gequollene Antlitz, und ein Kichern erbarmt sich meinem erbärmlichen Zustand.

Da erscheint er auch schon. Zuverlässig und wie immer strahlend schön. Der Favorit unter meinen zahlreichen Liebhabern; mein unkaputtbarer Humor. Durchtrainiert, kein Gramm zu viel auf den Rippen, volles, hüftlanges Haar, das volle Programm.
Er küsst mich, wie nur er es kann und steckt mir dann den Ring unserer unendlichen Verbindung an den Mittelfinger. Ich hatte die beiden, also sexy Humor samt Ring, in die Komposttonne geworfen. Intellektuelle Fehlleistung at its best, denn Humor und Edelmetall sind bekanntlich unkompostierbare Helfer in verzweifelten Phasen.

Geht doch.

Und während sich Emotion und Intellekt zaghaft bei den Händen nehmen und sich, wie schon tausendmal zuvor verliebt versprechen, von nun an wirklich und bis ans Ende … in guten wie in schlechten Zeiten….. blablabla, höre ich mich laut singen Heaven must be missin‘ an angel; Selbstverliebtheit for runnaways.