Allgemein, Leben & Liebe, Lernen, Poesie

Digame

Sag mir, was du willst,
denn ich spüre deinen Wunsch
unter meiner Haut.

Sag mir, was du siehst,
denn ich male meine Bilder
mit deinen Farben.

Digame.

Sag mir, welchen Weg zu gehst,
denn ich habe meine Spuren
auf ihm hinterlassen.

Sag mir, was du fühlst,
damit ich dich erkenne.

Digame.

Sag mir, was du denkt,
damit ich mit deinen Gedanken spielen kann.
Sag mir, was dich bewegt,
und ich lade den Wind der Freiheit ein,
dich auf seinen Schwingen tanzen zu lassen.

Digame

(2003) ©ideenlese

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Allgemein, Humor, Leben & Liebe, Lernen

Die Wut

Heute, gleich nachdem es geschah,
war ich ihr ganz nah.
Ihr heißer Atem zischte mich an,
fauchte,
Funken stoben,
glühend,
von ganz unten
bis ganz oben.
Und zurück.

Fast hätte sie es geschafft,
zu inkarnieren,
in Worte, lauthals, grob, ohne Sinn
formulieren,
was Emotionen diktieren,
Zensur,
kauert, in einer Ecke
im dunklen Flur.

Es ist wie es ist,
dauert, bedauert
leckt wild die alten Wunden,
zerreißt sich in Fetzen
bis sie sich vollständig entladen
hat.
Ausgepowert,
dem Gipfel ganz nah,
ausgerutscht.
Flutsch!

Auf dem M,
einem schnöden,
beliebigen
M,
das sie dreht und wendet,
auf die Füße stellt,
Bodenhaftung,
aufrechter Weitblick
Tiefblick,
ins Herz, ins Wesenliche.

Transformation.
Aus Wut wird Mut.

©ideenlese



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Fantasie, For Future, Humor, Im Fliederrausch der kleinen Dinge, Intuition, Leben & Liebe, Lernen, Poesie, Spaß, Träume

Briefing

Der frühe Morgen ist früh dran,
brieft mich, sonnendurchflutet,
setzt mich auf TOP Eins seiner Agenda.

In fetten Lettern steht er da,
mein Name,
dahinter
die to-do Points.

do this
do that

do it perfectly
do it quickly

Not dirty!
Not funny!
Just seriously!

Fck you,
sagt sie, auf die ich mich verlassen kann,
Teamplayerin Number One,
from the wild side
with a brave heart,
a smart mind,
and free as a free spirit can be.

First things first,
höre ich sie laut und deutlich sagen.

Okay.
First things first.

Ich schreibe auf, was heute Nacht los war.
Dort, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten,
auf Pfaden, die sich wie durch dichten
Dschungel schlängeln.

Wildwechsel auf den
Neuroautobahnen, schnell, geradeaus,
bis zum Horizont,
darüber hinaus, weit
weiter, preschen.
Flash Dancing.

Und dann?
First things first,
mache ich ein Gedicht aus den Bildern,
Gedanken und Gefühlen,
Füllhorn aus Inspiration und Stories,
überschüttet,
be blessed.

Und dann?
First things first,
schreibe ich den Song dazu,
höre, spüre die Melodie, lasse sie
in meine Hände gleiten, sanft,
fast zärtlich über die Tasten schlendern,
lade Akkorde dazu ein.

Erst dann, viel später,
ist die Zeit gekommen,
vielleicht,

für a little bit of doing this,
doing that, doing it perfectly

and doing it quickly.
Because.

Was wäre von diesem Tag,
von diesem Leben übrig,
wenn schon heute Abend,
like dust in the wind,
alles vorbei wäre?

Hier und Jetzt,
vergangen,
schneller, much faster
als geahnt, gedacht, geplant –
sowieso nicht.

Dann würde ich ein sauberes Klo hinterlassen.

kein Lied.
kein Gedicht.
kein mich.

What a shame and,
excuse my french,
what a shit.

So.

Enjoy, my love, enjoy your life!
And do it,
now or never,

First things first.

©ideenlese

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Humor, Im Fliederrausch der kleinen Dinge, Leben & Liebe, Lernen, Poesie, Spaß

Katertag

Ein veritabler Kater maunzt mich an,
bringt meinen Kopf dem Bersten nah,
der Rest bleibt im Schummrigen liegen,
ich auch.

Versehentlich, unbedarft und en passent,
war zu viel zu oft davon im Glas, einfach so,
frei an lässlichen Besonderheiten,
perlend im kleinen Alltagrausch.

Die Versuchung ist groß, die Vorsicht auch,
der Biss ins Marmeladenbrot bedächtig andächtig,
zwischen Wollen und nicht Können,
flau der Magen.

Überrascht und schwach,
der Espresso weniger stark als gewohnt,
Dahinsinken, zurück, wieder in die Horizontale,
noch für ein Stündchen oder zwei, drei, vier.

Gnädiges Verständnis, Schmunzeln,
der Vernunft über die Unvernunft,
die keine war.
Just ein Versehen, ein Fohpah 😉

Katertag.


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Intuition, Leben & Liebe, Lernen

Aufgewacht & Mitgemacht

Was für ein geniales Ereignis ist es doch, aufzuwachen. Die letzten Traumsequenzen sind im Kasten, man nimmt sich fest vor, sie sich auf jeden Fall zu merken, denn sie haben Potential, es auf die erste Seite des persönlichen Morgenjournals zu schaffen.

Dann wacht man auf und sie sind weg. Wie Gespenster flüchten sie vor dem anbrechenden Tageslicht und machen sich aus dem Staub. Husch.

Aber immerhin ist man selbst am Leben, spürt dieses durch sich hindurchströmen und erfreut sich daran, dank eines relativ frischen Geistes und wohlwollender Umstände entscheiden zu können, was man mit dem Tag anfängt, der noch in den Kinderschuhen steckt. Das ist krass, oder?

Ich bin mir sicher, dass die Schlafforschung fast alles darüber weiß, welche Hormone dafür verantwortlich sind, dass wir uns von Schlafes Bruder bar jeden Trennungsschmerzes lösen, weil uns das Aufwachen und Leben irgendwie attraktiver erscheinen. Jedenfalls im Idealfall.

Apropos Attraktivität und Ideal.

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, welche Personen und Persönlichkeiten, egal ob lebend oder verstorben, Sie gerne einmal treffen würden?

An einem Zweiertisch, der Sommertag ist mild, am späten Nachmittag, sagen wir mal so gegen 17 Uhr, unter einem knorrigen, alten Obstbaum, bei einem leichten Snack aus Birnenkompott, geröstetem Brot, das leicht mit Olivenöl und Knoblauch bestrichen ist und einem Stück Gorgonzola?
Dazu einen leichten Grauburgunder, ein Glas Wasser und später, ein kleines Mirabellenschnäpschen?

Meine Liste mit Menschen, denen ich in einem Setting wie dem oben beschriebenen, gerne begegnen  würde erstaunt mich und erstaunt mich nicht. Was sagt es über mich aus, dass ausgerechnet diese Personen sich wie Libellen, die sich auf den Gräsern an einem Weiher niederlassen, auf meine Wunschliste setzen?

Machen Sie sich mal den Spaß. Es ist spannend und wirft sogleich die Frage danach auf, wann wir das letzte Mal ein wirklich inspirierendes Gespräch geführt haben?

Mir fällt Roger Willemsen ein. Ich hatte Gelegenheit, mich für eine Weile mit ihm zu unterhalten. Charmant war er, neugierig und sehr direkt.

„Sie müssen raus, in die Welt! Verlieren Sie keine Zeit. Und schreiben Sie. Schreiben Sie weiter.“
Diese Sätze hüte ich in mir wie ein Vermächtnis und gehe der Spur ihrer Umsetzung unermüdlich nach. Je älter ich werde desto intensiver.

Es gibt diese Begegnungen im Leben, die so nachhaltig sind, dass man lange, sehr lange davon zehren kann.
Und das ist ähnlich krass, wie das Aufwachen!

Bleiben Sie mutig und inspiriert. Sei offen, tolerant und zugewandt. Bewegen Sie sich auf Augenhöhe aufeinander zu. Hör zu und halte kurz inne, bevor deine Worte ins Freie gelangen. Freundlichkeit kann uns ein echt cooler Kumpel sein. Bitte, Danke, Anrede, Bezug nehmen – Beziehung pflegen.

Angesichts weltumspannender, dramatischer und höchst bedenklicher Ereignisse, wie, staatlich angeordnetes hijacking, durch Folter erzwungene Schuldeingeständnisse, Versäumnisse und Schlampereien, die Menschenleben gefordert haben und fordern, Freiheitsentzug durch Gewaltanwendung, kriminelles, politisches Gebaren, Korruption etc., ist es mir persönlich wichtig darauf hinzuweisen, dass alle Einträge in diesem Blog keine oberflächlichen Spaßmacher sind, die alles andere ausblenden.

Im Gegenteil.

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