Abflug

Glockenhell, Gesang von Ferne,
Birkentanz im Glanz der Sterne,
sanftes Rauschen in den Wäldern,
Nebel liegt über den Feldern.

Tag und Nacht, berührtes Staunen,
in der Sphäre stilles Raunen,
Feuerfackel spielt mit Licht,
Wärme nur, verbrenn mich nicht!

Tief hinein getaucht, in Schimmer,
ist der Seele Reinheit immer,
wahrt die Wahrheit, wehrt dem Kampf,
fordert auf zum Sein im Glanz.

Sanfter Fluss, aus Quelle Schoß,
Blüten, Gräser, ruhend Moos,
Blick der Sinne schweifend weit,
Sternenstaub zum Flug bereit.

©ideenlese



Engel

Du sagtest „mein Engel“
und ich putzte meine Flügel.

Du sagtest „mein Sonnenschein“
und ich begann zu strahlen.

Du sagtest „meine Liebe“
und ich wurde hellhörig.

Du sagtest „Maus“ oder „Schatz“.
Und ich sagte „piep“ und ergraute.

Ich hörte dich flüstern „mein Engel“.
Und der Schmerz brachte mich fast ums.

Du sagtest zu ihr „mein Sonnenschein“.
Und ich verbrannte vor Wut.

Du nanntest sie „mein Liebe“.
Und ich lachte laut.

Du sagtest „Mäuschen“ und  „Schätzchen“ zu ihr.
Und ich wuchs über mich hinaus, wurde stark
und sagte du mir:

Ich bin ich.

(c) ideenlese

Die vergessene Eile

Ich mag die Langsamkeit 
des Seins in ihrem gelassenen Innehalten.
Zeit zum Spüren,
Zeit zum Berühren.

Ich mag die mutige
und erhabene Zuversicht,
den Geist fein säuselnden Humors.

Ich mag den Takt des
langsamen Walzers,
sein Schmiegen und Turteln.

Ich mag diesen Text
und dieses Klavierspiel
von Stefan.

Sie kommen gelegen,
auf den Punkt, wie Balsam
auf den selben,
der ein wenig wund ist,
ein wenig schmerzt.

In dieser Zeit
des Fragens, des Hoffens,
der Befürchtungen.

Wie ein kleines,
sinnliches Wunder,
an dessen Erscheinen
der Glaube verloren ging.

Nur fast.

Danke Stefan.
Wundervoll.
🌺

Heute in der Frühe begrüßte mich in meinem Garten unweit des Kirschbaums eine Weinbergschnecke, die im vom Morgentau benetztem Gras ihren Walzer der …

Die vergessene Eile

24 Millionen

Tageszeitung, Seite 3,
Politik, Skandal, Geschrei,
angezeigt im Vollformat,
nicht ganz sauber aber smart.

Große Lettern, bunte Bilder,
Ablenkung gestimmt uns milder.
Lullt uns ein und macht uns taub.
Der Verstand, dörrend im Staub.

Tageszeitung, Seite 3,
Randnotiz nur, vogelfrei,
Splitter, so die Überschrift,
weil es nicht so wichtig ist.

24 Millionen in Äthiopien
und Sudan, Kenia, Somalia,
Menschen, die vergessen werden
in den vielen Kriegsgebährden.

Rheinmetall im Liefermodus,
schwere Waffen noch als Bonus,
was zählt da der Hungertod?
Friss wer kann, ganz ohne Not.

Tageszeitung, Seite 3,
mir wird schlecht, und Morgenbrei
tritt spontan den Rückweg an,
weil das echt nicht wahr sein kann.

(c) ideenlese

Heute Nacht

Im Traum heute Nacht,
wie verkehrt war die Welt,
tatsächlich von oben
auf unten gestellt.

Die Kriegsfürsten trugen
samt der Lobbyisten
Pakete und Post aus
und waren am schwitzen.

Politiker ernteten Spargel
vom Feld und putzten
Toiletten für so gut
wie kein Geld.

Vorstände und Aufsicht
von etlichen Banken,
sah man am Tritt vom
Müllwagen schwanken.

Der Notstand in Pflege
war bald keiner mehr,
der Bundestag schickte
Ersatzkräfte her.

So sind seit heut Nacht
viele Stellen im Land,
neu dotiert, neu justiert,
jedenfalls sehr vakant.

Pflege statt Waffen,
geht wohl nur im Traum,
Ich stelle es dennoch
zum Gespräch in den Raum.

(c) ideenlese

Macht

Den großen Krieg beenden?
Kann ich nicht.

Die große Gier abwenden?
Kann ich nicht.

Den großen Hunger stillen?
Kann ich nicht.

Das große Bewusstsein wecken?
Kann ich nicht.

Die große Wahrheit finden?
Kann ich nicht.

Die große Menschheit gründen?
Kann ich nicht.

Den großen Egoismus überwinden?
Kann ich nicht.

Die großen Lügen aufdecken?
Kann ich nicht.

Die große Dummheit erhellen?
Kann ich nicht.

Allein.
Wir alle müssten es wollen und tun.


Ich kann im Kleinen.
Du kannst im Kleinen.

Den kleinen Frieden schließen.
Können wir.

Die kleine Demut üben.
Können wir.

Das kleine Bewusstsein schärfen.
Können wir.

Die kleine Dummheit erkennen.
Können wir.

Den kleinen Mut einsetzen.
Können wir.

Die kleine Liebe pflegen,
bis sie so groß ist, dass
sie die Begegnung mit der
großen Angst nicht mehr
fürchtet.

Ich kann nichts anderes.
Tun im Kleinen.

Kannst du was anderes tun?
Als tun im Kleinen?

Allein?
Wir alle müssten es tun.

Was wäre das für eine Macht.

(c) ideenlese

Finally

And finally you realise 
that the whole world
is inside you.
With all its beauty and pain.
With war and peace.

And finally you realise
that everything
is inside you.
The waterfalls and
the deserts,
the fire and the ice.

And at last
you have overcome
jealousy and pride.

And forgiveness grows,
hate and love,
courage and glory
hand in hand
with doubt and trust.

And finally you
let it be
and let it flow
and shine through
your heart,
mind and soul.
Finally.

(c) ideenlese

Little Eros

Ein Phänomen.
Gedanken. Freudiges Gespür.
Von mir zu dir. Von dir zu mir.
Ohne Pause. Lässt mich nicht los.

Zuviel der Wonne.
Wo führt das hin? Egal. Macht Sinn.
Die Blume stirbt. Der Samen nicht.
So jedenfalls der Dichter spricht.
Recht hat er.

Ein Wort dafür. Wofür?
Keinen Schimmer. Ich denke an dich.
Mit Freude. Fast immer.

(c) ideenlese

Die Ewigkeit der Utopie

Mein Ideal 
von Love & Peace,
zerrinnt,
wie Sand,
in meiner Hand.

Geht ein,
und auf,
in der Wüste,
der Zeiten,
des Lebens Weiten.

Mein Ideal,
vom Ideal,
entkommen,
dem Rausch,
in Wogen, in Bausch.

Utopia in mir,
enttäuscht,
enttarnt,
ein verhärmtes Bündel?

Von Ewigkeit
zu Ewigkeit,
freier Fall,
durch das All,
Es und Nichts.

(c) ideenlese

Stimmungsgelage

Angesichts der Weltenlage 
desolate Stimmungsplage,
aufgrund dessen ein paar Fragen,
die ich kaum zu fragen wage.

Wann hört die Verblödung auf?
Wann der opportune Lauf?
Mensch, du Laune der Natur,
kannst du echt Verwüstung nur?

Brauchst die Gier, die Macht,
die Waffen,
kannst es stets mit Hass nur
schaffen, Liebe ist was für Naive?
Ein paar schwache Narrative?

Es fällt schwer, es zu begreifen,
Äpfel und Bananen reifen,
Menschen, manche, viele, nicht.
Ende naht, auch vom Gedicht.

(c) ideenlese



Feuchtwiesen


Tabus verlieren im Humor und in der Liebe an Bedeutung. Freiheit, die ich meine. Tabus verlieren auch im Krieg ihren Status, was als Anmerkung reichen muss, reichen soll.

Ich habe Angst, klar, wer kann sich davon freisprechen?

Dass die Vögel des Kummers um deinen Kopf herumfliegen kannst du nicht ändern; aber dass sie Nester in deinem Haar bauen, das kannst du verhindern, steht in meinem Poesiealbum, datiert 1972. Es braucht fünfzig Jahre, um erwachsen zu werden, und mehr, um zu begreifen, jedenfalls ein wenig.

Was kann ich wirklich verhindern und was wirklich bewegen?

In Phasen der Dürre sind es Menschen, die lieben und das Erinnern und intuitive Erkennen darüber freilegen, dass es das Fließen ist, was uns alle lebendig sein lässt mit allem was gerade ist.

Menschen, die lieben, leben und leben lassen, die auch sterben lassen, gehen lassen können, die schwach sind und stark aus ihren Verletzungen erwachsen und deshalb immer offener und bewusster werden.


Menschen, die für sich geradestehen, auch wenn gerade der Boden unter ihren Füßen bebt und das Herz flattert.

Wie nutzen wir die Inspiration, die auf den imaginären Feuchtwiesen in uns Blüten treibt?
Welche gemeinsame Sache nehmen wir ins Visier? Und was könnte nicht alles dabei herauskommen?

Fragen sind wie Küsse (ebd. Carmen Kindl-Beilfuß).
Es kann gar nicht lange genug geküsst und gar nicht zu wenig gefragt werden. Finde ich. Und gelacht natürlich auch – gerade jetzt, gerade hier, und vor allem heute!

(c) ideenlese 2014, überarbeitete Version 2022

Bei aller Liebe



Liebe ist langweilig.

Dieser Satz brachte mir in den 2010er Jahren einen Minishitstorm aus Kreisen spirituell überzeugter Menschen ein. Liebe und Spiritualität. An welcher Stelle des Rankings besprochener Themen stehen sie aktuell? Ich weiß es nicht. Vielleicht sind sie tatsächlich Langeweiler verglichen mit Themen und Entwicklungen, die uns allen seit geraumer Zeit in ausgeklügelter Einseitigkeit geboten werden.

Liebe ist Bindungsenergie.
Ein weiterer Satz aus naher Vergangenheit, der ein stilles Häh in mir auslöst. Und was ein Häh bei mir initiiert, macht mich neugierig, und ich beginne zu graben und freizulegen und gehe mit Schippchen und Eimerchen auf Exkursion.

Mit Liebe kenne ich mich aus. Oder? Kenne ich die Liebe? Ich liebe, also bin?  Bin ich eine Liebende?
Geht so.
Liebe ist individuell. Und sie ist eine Illusion. Wie individuell ist die Liebe? Ist Liebe eine Illusion? Liebe hat viele Facetten. Welche Facetten hat die Liebe? Die Liebe. Welche?

Je weiter ich in diesem Erdenleben fortschreite, desto weniger bin ich an Wissen interessiert, das institutionellen Quellen entspringt. Je älter ich werde, und wie wir alle werde ich ununterbrochen und ständig älter, desto mehr kommt die Wahrheit der Intuition ins Spiel. Ins Spiel des Lebens und ins Spiel der Liebe.

Ich stelle zunehmend Moral und all ihre Normen und Regeln in Frage.
Und dabei spüre ich eine innere Diskrepanz, was nicht überrascht, denn wir alle lernen lebenslang und bewegen uns in kulturell gewachsenen Normen, Regeln und Mustern. Steter Tropfen höhlt den Stein.

Das ist vollkommen in Ordnung. Aber es ist nur die eine Seite der Medaille. Es gibt eine andere. Eine, die alles umfasst.

Und alles heißt, wir müssen und sollen als lernende Wesen auch unser Denken in einen sich entwickelnden und ausdehnenden Prozess integrieren, uns offenhalten, auch für Neues und erstmal Ungewohntes, Unbequemes. Okay. Einen Scheiß müssen wir. Worte in ihrem begrenzten Potenzial.

Nur weil wir etwas gewohnt sind, weil Dinge schon immer so waren, heißt das nicht, dass es sinnvoll ist, sie so zu belassen. Das gilt für alles! Was kann alles dabei herauskommen, wenn wir ohne Tabus und moralische Einschränkungen denken?

Hinterfragen Sie! Hinterfragen Sie alles; und hinterfragen Sie vor allen Experten, Wissenschaft und betitelte Koryphäen und ergänzen Sie um Ihre eigenen Denkergebnisse. Die Intuition muss in allem zu Wort kommen.

Ein Satz, den mir mein Lieblingsprofessor mit auf den Weg gegeben hat.
Übrigens war er im hohen Rat der Wissenschaft immer ein Außenseiter, einer, der hinterfragte, Systeme in Frage stellte. Ein großartiger Lehrer und Pädagoge.

Liebe, die ebenbürtig im Verbund mit einem vernünftigen Verstand steht, der sich bemüht, flexibel und offen zu werden, zu sein und zu bleiben und erstmal mit Schippchen und Eimerchen auf eine Exkursion geht:

Bei aller Liebe, das könnte gut werden!

Dancing with myself

Dieser Text enthält nicht nur Spuren von Ironie und Galgenhumor. Er strotzt geradezu davor!

Wenn nix weiter hilft, dance with yourself, schreibt Steffen mir, verlinkt mich mit Billy Idol und versorgt mich mit etlichen Daumen hoch, Herz-, Umarmungs-,Bier-, Wein- und Cocktail Emojies.

Ja Emotionen kann ich. Schwache Nerven? Check. Drama? Aber gerne doch. Sentimentale Orgien? Gimme more. Schließlich kann man so wunderbar schnulzige Gedichte schreiben, wenn das Herz wund, zerfetzt und halbtod schwächelnd auf kaltem Beton pulsiert.

Krieg, Klima und andere Katastrophen machen aus mir seit Tagen einen schluchzenden Alien. Schlimmer noch, eine in Mitleid und Weltschmerz ersaufende, graumelierte Maus.

Ich kann also aus dem Vollen schöpfen und mich den schmachtenden und leckenden Zungen durchdrehender Geschehnisse vollumfänglich hingeben.

Eine Sinnkrise ist doch erst dann herrlich ergiebig, wenn sie sich an einem flankierenden Umfeld reiben und sich on top mit einer ordentlichen Tüte Selbstmitleids zudröhnen kann.

Während ich mit dem Idols Billy das Lattenrost in Schwingung versetze höre ich von weit her den lieblichen Ruf meines Mitbewohners Frrrüüühstück!!!

Well I wait so long for my love vibration and move me and myselft die Treppe hinunter, mache mir einen superxxlstrong Kaffee, was sich auch als sinnvoll erweist, denn kaum habe ich es mir in der freudigen Erwartung gemütlich gemacht, gleich in mein halbes Hönigbrötchen beißen zu dürfen, beginnt mein Gegenüber, mich in gesellschaftspolitische Themen zu verstricken. Bin isch roter Faden? Nope.

Ungünstiges Timing, sehr ungünstig, ungünstigst ever, befinde ich mich doch in den lustvollen Nachwehen köstlich schmerzhafter Emotionskontraktionen.

Ich diskutiere nicht mehr, höre ich mich mit beängstigend ruhiger Stimme sagen, ich befinde mich in einem privaten Schweigeseminar. Just for your Info.

Und wie willst du den Hund rufen, wenn er wieder irgendeinen Scheiß macht? Mit Telepathie?
Die Sanfte in mir bekommt die erste Hitzewallung und verlangt aus tiefster Sehnsucht nach narkotisierenden Wattebäuschen; gerne stinkend und klebend wie Federn auf Pech und Schwefel, die sich dem Gegenüber anhaften mögen. Telepathie. Ganz genau.
Gib mir ein Äon.

Und überhaupt – ich gebe dir eine Stunde. Länger hältst du sowieso nicht durch. Du kannst gar nicht anders, als deine Sprüche in die Welt zu pusten! Das wäre ja der zuverlässige Hinweis auf dein vollendetes Ableben, wenn du deine lieblichen Ideen nicht mehr verbreiten würdest.Verbal, viral und überhaupt.

Ich setze meine Sonnenbrille auf, lächle und winke mit königlicher Geste zum gegenüberliegenden Tischende. Das werden wir ja sehen, liegt mir auf den Lippen und ich kann mich nur knapp zurückhalten, es nicht laut zu sagen. Uhrenvergleich: Minute eins ist noch nicht um.

Zurück im Bett, Notebook auf den Oberschenkeln, Billy in Dauerschleife auf den Ohren und Kuschelhäschen auf dem Bauch, huscht mir ein Lächeln übers gequollene Antlitz, und ein Kichern erbarmt sich meinem erbärmlichen Zustand.

Da erscheint er auch schon. Zuverlässig und wie immer strahlend schön. Der Favorit unter meinen zahlreichen Liebhabern; mein unkaputtbarer Humor. Durchtrainiert, kein Gramm zu viel auf den Rippen, volles, hüftlanges Haar, das volle Programm.
Er küsst mich, wie nur er es kann und steckt mir dann den Ring unserer unendlichen Verbindung an den Mittelfinger. Ich hatte die beiden, also sexy Humor samt Ring, in die Komposttonne geworfen. Intellektuelle Fehlleistung at its best, denn Humor und Edelmetall sind bekanntlich unkompostierbare Helfer in verzweifelten Phasen.

Geht doch.

Und während sich Emotion und Intellekt zaghaft bei den Händen nehmen und sich, wie schon tausendmal zuvor verliebt versprechen, von nun an wirklich und bis ans Ende … in guten wie in schlechten Zeiten….. blablabla, höre ich mich laut singen Heaven must be missin‘ an angel; Selbstverliebtheit for runnaways.

Wicht ich

Will ich
meinen BH verbrennen?
Bambule feiern
zetern, flennen?

Will ich
das Andere
schrill verfluchen?
Die Schuld akribisch
grollend suchen?

Will ich
mich opfern
für die Sachen,
mein Glück abhängig
davon machen,

Wovon ich denke,
dass ich muss?

Nope.
Damit ist jetzt Schluss.

Was ist denn wichtig
für ein Leben?
To do nach Liste,
schnelles Streben?

Selbstoptimierung,
Perfektion?
Tolles Gehalt,
doch wenig Lohn?
Sich selbst erschöpfen,
Welt gleich mit?
Mal ehrlich,
hältst du da noch Schritt?

Ich kann.
Das Meiste
kann ich nicht.
Denn ich bin Mensch,
somit ein Wicht,
wie alle anderen
Wichte auch.

Mit einem Ende,
das es braucht,
um einzusehen:
Unser Leben,
fragil,
im Geben und im Nehmen.

(c) ideenlese

Im Land der Gaukler

Im Land der Gaukler
schlug ich einst die Trommel,
tanzte ihren Schritt.
Clownin in mir
und Gauklerin.
Beide tanzten mit.

Jonglage zwischen den Welten.
Schaukeln auf dem Trapez,
hoch oben,
unter dem Zeltdach
der Träume und Illusionen.

Clowns sind frei und frech,
neugierig und staunend, 
laut und leise,
zart und derb,
naiv und weise.

Behutsam gehen sie über Grenzen
und auf Reisen.
Spielerisch öffnen sie neue Räume,
im Land der Illusionen 
und Träume. 

Im Land der Gaukler
schlage ich die Trommel,
tanze ihren Schritt.
Clownin in mir,
tanzt ewig mit.

(c) ideenlese 

Woman

 If you want me 
to recognize you
as a man,
act like one.

if you want me
to be your wife,
don't treat me
like a mother.

Without a doubt
I am strong.

But can I reveal
my weakness
to a seven-year-old?

Can I give
my devotion
to a boy?

I'm not the saint
for you,
not the mother
and not the hooker.

I am a woman.

If you don't see that,
you're not my man.

A man
who shows me
his weakness,

a man
who knows
how to take,

a man
just an honest man
who loves
deeply and tenderly.

Me,
the woman
who promised herself
to love.

(c) ideenlese 2022

Tragbar

Trag mir nichts nach
und auch nicht vor.
Schenk mir ganz einfach
nur dein Ohr.

Und wenn‘s dir nicht
zu viel erscheint,
auch Herz, Verstand
und Lebenszeit.

Lass uns vom Staunen
oft berühren
und gegenseitig
uns verführen.

Zu freiem Geist
tiefem Vertrauen
zu Toleranz und
offenem Schauen.

Dann trägt uns Liebe,
Freundschaft plus,
dann trägt uns Wille
und nicht Muss.

(c) ideenlese 2022

Von oben gesehen

Der Käse, ist er hoch erhitzt,
zieht Fäden stets statt Kreise.
Das Wasser, wird es richtig kalt,
gefriert schon mal zum Eise.

Die Sonne bringt es an den Tag,
der Mond hüllt sich in Schweigen,
und sieht von oben ruhig zu,
bei dem, was wir so treiben.

Der Käse, den wir fabrizieren,
verbinden und zertrennen,
den kalten Umgang unter uns,
und dann das drüber Flennen.

Die falsche Liebe und die wahre,
das Trauern nach dem Gestern,
die Predigten im Freiheitsreim,
hört, hört, Brüder und Schwestern.

Wir ziehen Fäden wie ein Käse,
blasen, sogar das Laub,
und sind vom ganzen Lärm um nichts,
auf Ohr und Herzen taub.

Der Mensch, ein dünnes Fädchen bloß,
manchmal ein loses Ende,
Erkenntnis wie ein Käse nur,
kein Ausblick auf die Wende.

Der Mond indes total verknallt,
Botschaft an seine Sonne,
Ach du, mein ewig leuchtend Stern,
du bist mir eine Wonne.

Dein helles Herz strahlt unentwegt,
auf meinen dicken Bauch,
ich liebe dich, trotz der Distanz
und weiß, du liebst mich auch.

Die alte Sonne krault dem Mond,
zärtlich Telepathie,
zuerst den Kopf, den Hintern auch
und tiefer, bis zum Knie.

Die eine spielt ihr Spiel bei Tag,
der andere bei Nacht,
so gibt es keinen Sternenkrieg,
Chapeau- echt gut gemacht.


(c) ideenlese 2022


Aus der Schwere

So wie ein Schiff auf schwerer See,
das leichte Segel hisst,
und schwerer Mut mit leichtem
Wein sich durchaus lindern lässt.

So wie des Körpers schwere Last
viel leichter wird durch Fasten
und Leichtsinn tiefem Denkvorgang
behilflich ist beim Rasten,

So ist, was manchmal schwer erscheint,
aus andrer Perspektive,
als wenn man nach nem langen Weg
auf leichten Federn schliefe.

Die Kraft der Schwere hält uns
fest und sicher auf dem Boden.
Und manchmal sind wir schwerelos,
im Traum wird gern geflogen.

(c) ideenlese 2022

Ein Titel, zwei Gedichte.
« Aus der Schwere »
Che Chidi Chukwumerije

Der Tag an dem du auf den Birnbaum geklettert bist

Gerade war ich noch einmal beim Hortensienkranz. In der Mitte liegt eine weiße Rose.

Die Hündin schnüffelt an den Blüten und geht ganz von allein ins Sitz.

Tiere haben feine Sinne für Stimmungen.

Hunde und Katzen waren dennoch nicht dein Ding. Da warst du distanziert. Nur manchmal hast du der Katze ein Wort gegönnt und sie um deine Beine streichen lassen. Es war Hassliebe. Gib es zu. Schuld war auch der durchgeknallte Boxer.

Ich stehe da, schaue hinunter auf den Kranz aus Hortensien und halte inne. Du bist nicht hier. Ich warte noch ein wenig und gehe schließlich.

Vorhin, als deine Familie, deine Freunde und Weggefährten in deinem Garten von dir Abschied genommen haben, habe ich dich gesehen. Wir haben dich alle gesehen. Du kannst dich nicht einfach so aus dem Staub machen.

In jeder Ecke deines kleinen Parks hast du rumgewuselt. Ich sah dich, wie du Kerzen um den Pool herum aufgestellt hast. Ich sah dich aus dem Keller kommen mit dem Biernachschub.

Ich hörte dich sagen, Moment mal, das stimmt ja so nicht. Obwohl heute vieles stimmte, was über dich gesagt wurde.

Du bist nicht dort, wo ich dich heute noch einmal besuchen wollte. Dort, wo der Hortensienkranz liegt. Wo sich ein Kreis schließt.

Du bist an dem Ort, an dem du immer warst und der immer dein Ort bleiben wird. Für deine Familie sowieso und für uns Freunde und Bekannte auch. Du hast deinen Platz. Weil es viel zu früh war, ihn zu räumen.

Es war kein Tag zum Abschiednehmen. Der Himmel strahlte unverschämt blau, die Vögeln lieferten sich Zwitschergefechte.

Ein wundervoller Frühsommertag, viel zu warm für den feinen, dunklen Zwirn, den wir zu deinen Ehren trugen.

An einem solchen Tag geht man nicht. Auch du nicht.

Man bleibt. Man mäht Rasen, macht sich ein Bier auf und den Grill an.

Ich sehe dich, wie du den Mundwinkel ein wenig schief nach Oben ziehst und ansetzt zu deinem Jetzt Moment mal.

Du begleitest uns noch ein Stück die Auffahrt hinauf. Das hast du immer so gemacht.

Und dann kletterst du auf den Birnbaum und siehst dir deine Welt von oben an, lächelst vielleicht und wünscht dir, dass alle deine Lieben es auch eines Tages wieder tun können.

Es war kein Tag zum Gehen. Es war ein Tag zum Bleiben. Du bleibst.

(c) ideenlese 2020