Eine spanische Reprise auf ein englisches Gedicht

Dieses Gedicht von Dichterling hat es mir angetan. Es schwirrte in mir; es hauchte mir eine Reprise ein. Es mag einem Spanisch vorkommen. Dabei ist es nur ein kleines bisschen mystisch.

(c) Dichterling, 2022
 Reprise


El momento de vivir el amor
trae el fin de todas las luchas.

Eleva los sueños a la familiaridad.
Conciencia y experiencia
y la experiencia.

En la rendición a la verdad,
el grito se eleva a la melodía
del corazón, canta lo reprimido
sentimiento.

Y tu alma,
brillo vivo.

¿Te parece español?
Es la danza mística de la vida.

(c) ideenlese
unterstützt von Deep L

Im Moment lebendiger Liebe
zeitigt das Ende aller Kämpfe.

Erhebt die Träume
zu Vertrauten.

Umschlingen sich Bewusstsein
und Erfahrung
in Hingabe zur Wahrheit.

Und der Schrei des unterdrückten
Gefühls hebt an
zur Melodie des Herzens.

Deine Seele,
lebendiges Funkeln.

Das kommt dir spanisch vor?
Es ist die Mystik
des Lebens.

(c) ideenlese
deutscher Originaltext

Nein

Gibt es ein Wort,
das für dich sorgt,
so klar und rein
wie Nein?

Wende es an,
erfahre dann,
es wird dich just
befreien.

Erst hast du Angst,
dass du verletzt,
der andere dich
meidet.

Doch oft ist es
ein Ja zu viel,
das dir dein Sein
verleidet.

So sag ruhig
Nein
wenn du Nein
meinst.
Lass dich nicht
irritieren.

Und wenn du
merkst,
dass es gut klappt,
es öfter ruhig
probieren.

Denn wer dich
mag und wer dich liebt,
wird dich auch
weiter schätzen.

Und wer dich
nicht wertschätzen kann,
kann auch dein Nein
nicht grätzen.

Ein Nein
dessen du sicher bist,
ist stets ein Ja
für dich.



(c) ideenlese

Portugal is calling II

Foto: privat

In fünf Wochen werde ich mich zum zweiten Mal in diesem Jahr auf den Weg nach Portugal machen.

Schon während meines ersten Besuches im Frühjahr entschied ich, dass ich zurückkehren würde.

Ich habe mich in diesem Land, der Gegend und der kleinen Stadt so wohl und glücklich gefühlt wie an keinem anderen Ort bisher, mit Ausnahme von Rom und einer Lodge namens Mount Edgo in Namibia.

Im Unterschied zum letzten Mal werde ich die Reise mit dem Auto machen. Das steigert den Abenteuerfaktor des Alleinreisens um etliche Aufregungspunkte.

Die erste Etappe plane ich bis Tours in Frankreich zu fahren. Am nächsten Tag ist die Weiterreise bis Burgos in Spanien geplant und an Tag drei dann die Ankunft am Zielort in der Region Alentejo.

Bis vor einigen Tagen war ich hin- und hergerissen. Ich hatte keine Zweifel an der Reise ansich, wohl aber an der Art und überlegte ob es nicht besser sei, zu fliegen.

Allein mit dem Auto knapp 2500 Kilometer je Strecke zu fahren ist mutig- finde ich jedenfalls – und sicherlich sehr anstrengend.

Aber ja, ich will es genau so. Und allmählich setzt das feine Kribbeln der Vorfreude ein. Aus den Erfahrungen des ersten Besuches gelernt, mache ich mich aktuell mit den einhundert wichtigsten portugiesischen Vokabeln und Redewendungen vertraut und frische meine lückenhaften Kenntnisse in Englisch und Französisch auf.

Netflix und YouTube sei Dank gelingt das auf unterhaltsame und amüsante Art.

An dieser Stelle werde ich regelmäßig berichten: Von den Vorbereitungen, der Reise und meinen Erlebnissen.

Divirta-se! Viel Spaß 😉

Dream

 that night,
in that dream,
with those voices,
back in time and space.

in deep faith
in what was,
what is,
what will be.

that it will be.
neither good nor bad.
the fear and neediness,
the greed
for love
that isn't love
floats away,
dissolves.

no more waiting
for whatever.
arrived.

tonight in this dream.
fade away a dream.

(c) ideenlese 2022

Mit dir

Mit dir will ich den Prozess
anstatt ständig Lösungsstress.
Mit dir will ich Wege gehen,
ohne Ziele klar zu sehen.

Mit dir will ich Freundschaft pflegen
unsere Liebe achtsam hegen,
lustvoll lustig und im Sein.
Echte Nähe anstatt Schein.

Dir vertraue ich mich an,
mit dir bin ich, komme an.
Neue Seite, Buch des Lebens,
es ist spät, doch nicht vergebens.

Mit dir ist mein Leben schöner,
wenn auch nicht gerade bequemer.
Ohne dich, auf lange Sicht?
Darauf bin ich nicht erpicht.

Wenn es dir so geht wie mir,
lass uns leben, jetzt und hier,
aneinander wachsen, reifen und
auf Konventionen pfeifen.

(c) ideenlese

Die Kinder der Kinder

Sie kannten den Hunger,
sie kannten Verzicht,
sie kannten das Grauen,
viel Dunkel, kaum Licht.

Sie kannten die Angst,
sie kannten Gewalt,
sie kannten nicht Liebe,
nicht Wärme, so kalt.

Sie kannten das Sehnen,
sie kannten den Tod,
sie mussten verdrängen,
den Krieg und die Not.

Sie suchten nach Leben,
sie suchten das Glück,
sie suchten den Wohlstand,
nach vorn, nicht zurück.

Sie wollten vergessen,
sie wollten nur streben,
sie wollten, ganz einfach,
ein besseres Leben.

Sie zeugten uns Kinder,
verletzt wie sie waren,
und wir haben dann ihren
Schmerz mit ertragen.

Sie waren noch Kinder,
und wussten nicht viel,
wir waren vereint im
traumatischen Spiel.

Wir ahnten den Hunger
wir ahnten Verzicht,
wir ahnten die Ohnmacht,
verstanden sie nicht.

Sie sagten und taten,
das was sie erlitten
die Kinder der Kinder,
sich Freiheit erstritten.

Wir kennen die Angst,
wir kennen Gewalt,
wir kennen den Schmerz,
sind selber nun alt.

Wir suchen nach Spuren,
wir suchen nach Glück,
wir üben die Liebe,
nach vorn, nicht zurück.

(c) ideenlese






Die Besucherin

Sie steht vor der Tür,
sagt,
sie wolle zu mir.
Ich kenne sie,
nicht,
schaue ihr ins Gesicht,
sage,
Herzlich Willkommen,
fühle mich,
sehr beklommen.

Sie trinkt einen
Tee,
ich wähle
Kaffee.
Sie war lange weg,
sagt,
sie war im Versteck,
habe sich,
gut verstaut und nur
wenig getraut.

Habe
gut funktioniert,
angepasst,
stets pariert,
Perfektion angestrebt,
dabei wenig
gelebt,
mehr gedacht als,
gefühlt.

Plötzlich bin ich,
berührt,
spüre tief in ihr
Herz,
schaue ihr in die
Augen,
kann es erst gar nicht
glauben.

Will sie nicht
anerkennen,
der Impuls
wegzurennen,
doch sie lächelt,
charmant,
nimmt mich,
lieb,
an die Hand,
sagt,
Ich bin,
Teil von dir,
und das bleibe ich,
hier.

Nimm mich in,
deine Mitte,
Komm!
Wir gehen ein paar
Schritte.
Sie entscheidet zu,
bleiben,
bei mir.
Ich entscheide zu,
bleiben,
bei ihr.

Und dann gehen wir,
zusammen,
bis zum Schluss das
Versprechen,
keinen Stab mehr zu
brechen,
über Vielfalt des
Seins.

Sie und ich.
Wir sind.
Eins.

Sie trinkt Kaffee,
und ich wähle Tee.

(c) ideenlese