Selfish

Selfish by christine
I don’t see
Your soul anymore

My darling

Cause you sold her
to the selfish fool
in you

I don’t feel
Your love anymore

My darling

Cause you sold her
for a ridiculous
price

I can’t stand the distance
between you and me
Such a mess of diff’rence
hanging over me

Sorry dear
Can’t do it with him

My darling

with this kind
Of stupid selfish fool

Bye my love
Will miss you within

My darling

Like I always did before

But

I don’t see
Your soul anymore

My darling

All I see
is your absent frozen smile

(c) ideenlese 2013/2022

Graue Panther

Es schlichen einst
zwei graue Panther,
des Lebens Furchen
auf dem Rücken,
aus Zufall
oder schicksalhaft,
eng umeinander
mit Entzücken.

Vergessen war
für kurze Zeit,
die alte Last
das alte Leid.
Sie jagten,
spielten,
ungezwungen,
ne Gnadenfrist
Tod abgerungen.

Dann kam er,
still und leise,
nahm Pantherin
mit auf die Reise.
Nun schleicht allein
ein grauer Panther
des Lebens Furchen
eingegraben
und leckt sich
Wunden und auch
Narben.

Vergänglich wie
das Blühen der Rose,
geht Planung meistens
in die Hose
und die Kontrolle
ist d’accord.
Shit Happens,
ab durchs Himmelstor.

(c) ideenlese

Abflug

Glockenhell, Gesang von Ferne,
Birkentanz im Glanz der Sterne,
sanftes Rauschen in den Wäldern,
Nebel liegt über den Feldern.

Tag und Nacht, berührtes Staunen,
in der Sphäre stilles Raunen,
Feuerfackel spielt mit Licht,
Wärme nur, verbrenn mich nicht!

Tief hinein getaucht, in Schimmer,
ist der Seele Reinheit immer,
wahrt die Wahrheit, wehrt dem Kampf,
fordert auf zum Sein im Glanz.

Sanfter Fluss, aus Quelle Schoß,
Blüten, Gräser, ruhend Moos,
Blick der Sinne schweifend weit,
Sternenstaub zum Flug bereit.

©ideenlese



Engel

Du sagtest „mein Engel“
und ich putzte meine Flügel.

Du sagtest „mein Sonnenschein“
und ich begann zu strahlen.

Du sagtest „meine Liebe“
und ich wurde hellhörig.

Du sagtest „Maus“ oder „Schatz“.
Und ich sagte „piep“ und ergraute.

Ich hörte dich flüstern „mein Engel“.
Und der Schmerz brachte mich fast ums.

Du sagtest zu ihr „mein Sonnenschein“.
Und ich verbrannte vor Wut.

Du nanntest sie „mein Liebe“.
Und ich lachte laut.

Du sagtest „Mäuschen“ und  „Schätzchen“ zu ihr.
Und ich wuchs über mich hinaus, wurde stark
und sagte du mir:

Ich bin ich.

(c) ideenlese

Ende

In Aussicht gestellt,
wie der Blick, der von einem
Ufer des Sees, schweift,
zum anderen.

Erwartet und doch gehofft,
auf Zeit, gemeinsame, wofür?
Liebes Leben, Traumes Tanz.

Es dann ersehnt, das Ende,
von Schmerz, von Zweifel,
so sicher wie der Tod,
und leise die Frage, schweift,

Hat das Ende ein Ende?

Endloser Anfang
ohne Aussicht auf den See.
Der Blick erinnert nur,
schweift, trübe,
von einem zum anderen

Ende.


(c) ideenlese

Gezeitenwende

Stille wiegt mich in die Zeit,
aus der ich gefallen war,
weit hinausgelehnt aus dem Fenster,
gesprengter Zeitrahmen.

Stille zeitigt meine Zeit,
lebendigen Spiels, Zeitzeichen,
die zeitlos dem Puls der Zeit huldigen.

Stille, am Nerv der Zeit getroffen,
liegt sie, Ruhezeit, bis zum richtigen
Zeitpunkt, Segen des Zeitlichen einkehrt,
von ewig Zeit zu Ewigkeit.

As time goes by.

(c) ideenlese


Flügelschläge, grüner Tee & Currywurst



Zwischen Geburt und Tod liegt ein Flügelschlag. Ich breite meine Arme aus und beginne zu schlagen. Ich ahme die Flügelschläge eines großen Vogels nach. Ich nehme mir viel Zeit und hebe und senke graziös meine Schwingen.
Meine verspannten Nackenmuskeln rufen mir zu: Fly, Baby, fly.

Was, wenn ich gleich abhebe?

Ein bisschen fliegen, für eine Weile schweben, Freiheit von all dem Zeug und Kram, von dem ich mich binden und in Beschlag nehmen lasse?

Misses Jott schnuppert an der Verlockung der Freiheit, niest vom wohligen Kribbeln in der Nase und genießt den warmen, strahlenden Duft.

Mit geschlossenen Augen spüre ich nach, wie wenig Zeit zwischen dem Auf- und Abschwingen der Flügel liegt.
Ich beschleunige und entschleunige und gleite schließlich von der Frequenz eines Kolibri Flügelchens in das behäbige Pflügen des Albatros.  Schließlich finde ich mich in der Pose eines sterbenden Schwans wieder.

Wenn ein Schwan singt, lauschen die Tiere
Wenn ein Schwan singt, schweigen die Tiere
Und sie neigen sich tief hinab, raunen sich leise zu:
Es ist ein Schwanenkönig, der in Liebe stirbt. (Karat)

Irgendwann hebt sich der Flügel nicht mehr. Und, ja, in Liebe zu sterben, das ist Vollendung.
In Liebe zu leben hat für mich den größeren Charme.

Wie viel Zeit haben wir zwischen dem Auf- und Abschwung eines Flügels? Wie viel Zeit habe ich noch?
Keine Ahnung.
Schlage ich viel zu oft mit den Flügeln? Mache ich immer noch viel zu viel Wirbel um die vermeintlich wichtigen Dinge des Lebens?

Wie wäre es, viel öfter zu segeln? Die Flügel auszubreiten und sich von Wind und Thermik tragen lassen zu lassen?
Was tue ich und vor allem was unterlasse ich in der Zeit, die ich habe. Der Flügelschlag, der zwischen Ein- und Ausatmen liegt. Bin ich am Leben, im Leben? Oder bin ich eigentlich mit meinen Gedanken und Gefühlen beschäftigt und in Vorstellungen verhaftet, die nichts oder nur sehr wenig mit dem zu tun haben, was jetzt ist und was meins ist?

Fülle ich mein Leben mit dem Credo des Müssens und Sollens? Verausgabe ich mich im Erfüllen von Erwartungen, von denen ich meine, dass sie an mich gestellt werden? Bin ich ein Wunscherfüller, ein Anerkennungsjunkie?
Suche ich unablässig nach dem ultimativen Mittel, das mich endlich glücklich macht?

Setze ich mich den abertausenden Informationen, die unablässig auf mich einhämmern wie hilflos aus, weil ich glaube, dass ich das alles wissen muss?

Ich weiß nichts, außer, dass im Kühlschrank noch eine Currywurst von vorgestern liegt, die ich jetzt essen werde. Kalt. Und dazu mache ich mir einen grünen Tee.
Komische Mischung? Ja. Komische Mischung. Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.

Ist vom Tier, ist zu fett, macht Cholesterin und Heißhunger auf Schokolade, die wiederum zu viel Zucker hat und auch zu viel Fett; und der grüne Tee? So, wie du ihn trinkst ist er eigentlich tot, der muss frisch sein und das Wasser darf nicht kochen, sondern maximal 70 Grad haben und ….

… und was? Fresse halten.

Wenn es dir so wie mir geht und du immer noch viel zu oft versuchst, alles richtig zu machen, gesund zu leben, den Müll zu trennen und nebenbei noch die kleine und große Welt zu retten und dir jeden unerbetenen Ratschlag zu Herzen nimmst, dann fang an, jetzt kräftig mit den Flügeln zu schlagen und deine zuverlässige Bodenständigkeit unter dir zu lassen.

Etwas unter sich lassen. Ist das nicht auch die Bedeutung von pinkeln? Wunderbar. Ganz genau. Passt doch.

Dreh deine Lieblingsmusik auf, tanze, singe und lass mal kribbeln. Spür mal, was dir ein Kribbeln in der Nase und tiefer verursacht. Und dann welcome an dem Ort, an dem du dich selbst triffst. Da, wo es strahlend, warm und lustig ist. Da, wo du weder neue Klamotten oder anderen Schnickschnack brauchst, um dich gut zu fühlen.

Da, wo du kalte Currywurst essen und grünen Tee trinken kannst, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Cheerio!






Ciao Marleen

Ciao Marleen, schön anzusehen, das bist du, klar, und auch, fürwahr, aufrührerisch verführerisch, mit deinem Wortspiel, tief und hell, so sexy, zart, spirituell.

Ciao Marleen, dein Haar so schön, Erotik pur, dein Lippenspiel, auf Seelenspur, Chapeau Marleen, das lässt sich sehen, dir widerstehen, schwer einzusehen.

Ciao Marleen, du hast gewonnen, die Liebe, sauer und geronnen, die fließt wie Milch und Honig nun, von ihm zu dir, zieht ihre Spur ins Universum und zurück, hinein auch in sein gutes Stück.

Mach’s gut, Marleen, ich werd jetzt gehen, nimm du ihn, gerne, in der Ferne, da leuchten mir bereits die Sterne, den Weg, der meiner werden will, ein Tränchen noch, schon bin ich still.

Ciao Süße, sag ihm Grüße, nun küsst er dir statt mir die Füße, und ganz bestimmt auch noch den Rest. Ciao Ciao euch beiden, frohes Fest.

Nur kurz, noch auf ein Wort, Marleen, wir werden uns noch einmal sehen, du weißt, finalamente, denn hinten kackt die Ente!

(c) ideenlese

Haare



Aus den feinen Löchern ragen schwarze Borsten. Die bunten Plastikröhren sehen wie fette Raupen aus, die sich hellblau, rosa und zitronengelb an den Strähnen festkrallen. Auf dem Scheitel sitzen die großen, über den Ohren die mittelgroßen und im Nacken die kleinen, wie auf einer Tribüne, dicht an dicht, bis sie alle in der Schublade unter dem Waschbecken verschwinden, getrennt von den Nadeln, die wie ein langgezogenes U aussehen.

Aus den Locken wird ein Nest toupiert und in seine Mitte, wie ein aufgeplustertes Küken, ein Haarteil gesetzt. Dutzende Haarklammern verbinden das eigene Haar mit dem fremden, sie vereinen sich zu einem Turm aus Haaren und werden mit undurchdringlichen Nebelschwaden von Haarspray und Haarnetzen, fein wie Spinnweben, in Form gehalten.

Echthaar muss es sein. Niemand fragt, woher diese echten Haare kommen, wem sie gehörten. Wem gehören die Haare? Sind die Menschen, deren Haare jetzt Haarteile sind, gestorben? Oder leben sie noch? Ich traue mich nicht zu fragen, sitze in einem Babydoll aus rosa Polyester auf dem Klodeckel aus schwarzem Kunststoff und berühre vorsichtig die drei Wickler auf meinem Kopf. Sie sträuben sich. Der Druck zwischen Wickler und Haaransatz nimmt stetig ab. Und schließlich entlassen die borstigen Lockenwickler mein seidenes Kinderhaar in seine Freiheit und kullern auf den Boden, enttäuscht über die Glätte meiner Haare oder froh, ihnen entkommen zu sein? Wer weiß das schon.

Ich malträtiere mein Spinnwebenhaar mit Dauerwellenflüssigkeit die so ätzend ist, dass mir die Augen tränen und die Kopfhaut sich anfühlt, als wäre sie unter einen Flammenwerfer geraten.

Ich färbe mir die Haare mit Henna orangerot und trage eine blonde Perücke, dazu eine schwarze Sonnenbrille und sehe aus wie ein Mitglied der RAF. Mein Vater erkennt mich nicht und macht mir die Tür vor der Nase zu.

Der Preis für Locken und lange Haare, die keine langen Haare werden wollen, ist hoch. Die dünnen, feinen Haare werden noch dünner und noch feiner. Sie legen ein Veto nach dem anderen ein, flehen darum verschont zu werden und fallen schließlich aus, weil ich ihnen nicht zuhöre, weil ich sie quäle und ihnen nichts anderes übrigbleibt.

Je mehr ich lang und lockig will, desto mehr lichten sie sich. Ein Kampf, den ich verliere.

Ihr Haar ist zu zart für eine Dauerwelle, sagt mir der Frisör. Ich bleibe stur und komme nach vier Stunden mit einer Frisur nach Hause, die wie ein aufgeplatztes Sofakissen aussieht. Die Seide ist zu trockenem Stroh geworden.

Meine Kinder erkennen mich nicht wieder und verstecken sich erschrocken hinter dem Lesesessel, und meine beste Freundin wird blass und kann ihr Entsetzen nur mit Mühe verbergen.

Bis ich herausfinde, dass mein Haar ist wie es ist und zu mir passt, weil ich bin wie ich bin, vergehen drei Jahrzehnte. Und mein Haar revanchiert sich dankbar für meine Einsicht, entspannt sich, erholt sich und wird sogar etwas voller.

Silbrige Patina legt sich über die  Strähnen meiner einst  dunkelbraunen Haare, veredelt sie wie der weiße Schimmel die Salami.

Die Patina, die mich mein Leben und mich mitten drin noch einmal mit einer ganz besonderen Geschmacksnuance verwöhnt.

(c) ideenlese


Langeweile

Sie weilte kurz
dann zog sie sich
in voller Länge aus.
Nackte Routine
nun im Blick.
Anregung
schlich sich raus.

Da ist sie lang,
so sagt man mir,
und weist mich,
wissend Blick.
Ich mach mich auf
suche nach ihr,
sie ist
mein Gegenstück.

Wenn eine Weile
lang und leer
an Oberflächen sucht,
dann geh ich durch
der Hintertür,
dann bin ich
auf der Flucht.

(c) ideenlese 2022






Somnolenz

Dauer dämmernden Gewusels,
Zwischen Welten, Traumes Fusel,
Zeit wie Zuckerwattes Fäden,
die den lockend Geist verkleben.

Ruhe, Aus, bis Weiteres,
Treiben lassen, ohne Stress,
Mittel die durch Venen rauschen,
Somnolenz mit Schmerz zu tauschen.

Weltgeschehen Randnotizen,
Menschenbilder wie Novizen,
Leistung bringen, Perfektion?
Funktionieren? Bau nen Klon.

Seele schmunzelt, Rosenrotes,
Blühend leben, das was tot ist,
Rest in Peace und sei bedankt,
Lass den Spaß jetzt aus dem Schrank!

(c) ideenlese 2022


Woman

 If you want me 
to recognize you
as a man,
act like one.

if you want me
to be your wife,
don't treat me
like a mother.

Without a doubt
I am strong.

But can I reveal
my weakness
to a seven-year-old?

Can I give
my devotion
to a boy?

I'm not the saint
for you,
not the mother
and not the hooker.

I am a woman.

If you don't see that,
you're not my man.

A man
who shows me
his weakness,

a man
who knows
how to take,

a man
just an honest man
who loves
deeply and tenderly.

Me,
the woman
who promised herself
to love.

(c) ideenlese 2022

Von oben gesehen

Der Käse, ist er hoch erhitzt,
zieht Fäden stets statt Kreise.
Das Wasser, wird es richtig kalt,
gefriert schon mal zum Eise.

Die Sonne bringt es an den Tag,
der Mond hüllt sich in Schweigen,
und sieht von oben ruhig zu,
bei dem, was wir so treiben.

Der Käse, den wir fabrizieren,
verbinden und zertrennen,
den kalten Umgang unter uns,
und dann das drüber Flennen.

Die falsche Liebe und die wahre,
das Trauern nach dem Gestern,
die Predigten im Freiheitsreim,
hört, hört, Brüder und Schwestern.

Wir ziehen Fäden wie ein Käse,
blasen, sogar das Laub,
und sind vom ganzen Lärm um nichts,
auf Ohr und Herzen taub.

Der Mensch, ein dünnes Fädchen bloß,
manchmal ein loses Ende,
Erkenntnis wie ein Käse nur,
kein Ausblick auf die Wende.

Der Mond indes total verknallt,
Botschaft an seine Sonne,
Ach du, mein ewig leuchtend Stern,
du bist mir eine Wonne.

Dein helles Herz strahlt unentwegt,
auf meinen dicken Bauch,
ich liebe dich, trotz der Distanz
und weiß, du liebst mich auch.

Die alte Sonne krault dem Mond,
zärtlich Telepathie,
zuerst den Kopf, den Hintern auch
und tiefer, bis zum Knie.

Die eine spielt ihr Spiel bei Tag,
der andere bei Nacht,
so gibt es keinen Sternenkrieg,
Chapeau- echt gut gemacht.


(c) ideenlese 2022


Gehen lassen


Es ist der Liebe Freiheit nur,
die lebt in meinem Streben,
und diese leitet mich fortan,
in Ruhe durch das Leben.

So lass ich dich nun gehen,
und eine Weile treiben,
im Strom echten Erkennens,
still bin ich, köstlich Schweigen.

Und morgens geht die Sonne auf
und abends wieder unter,
ein Glück, wenn unsere Zwischenzeit,
lebendig ist und munter.

Zum Ende, was kein Ende ist,
lass es mich deutlich sagen,
die echte Liebe werde ich
mein Lebtag in mir tragen.

(c) ideenlese

Der Tag an dem du auf den Birnbaum geklettert bist

Gerade war ich noch einmal beim Hortensienkranz. In der Mitte liegt eine weiße Rose.

Die Hündin schnüffelt an den Blüten und geht ganz von allein ins Sitz.

Tiere haben feine Sinne für Stimmungen.

Hunde und Katzen waren dennoch nicht dein Ding. Da warst du distanziert. Nur manchmal hast du der Katze ein Wort gegönnt und sie um deine Beine streichen lassen. Es war Hassliebe. Gib es zu. Schuld war auch der durchgeknallte Boxer.

Ich stehe da, schaue hinunter auf den Kranz aus Hortensien und halte inne. Du bist nicht hier. Ich warte noch ein wenig und gehe schließlich.

Vorhin, als deine Familie, deine Freunde und Weggefährten in deinem Garten von dir Abschied genommen haben, habe ich dich gesehen. Wir haben dich alle gesehen. Du kannst dich nicht einfach so aus dem Staub machen.

In jeder Ecke deines kleinen Parks hast du rumgewuselt. Ich sah dich, wie du Kerzen um den Pool herum aufgestellt hast. Ich sah dich aus dem Keller kommen mit dem Biernachschub.

Ich hörte dich sagen, Moment mal, das stimmt ja so nicht. Obwohl heute vieles stimmte, was über dich gesagt wurde.

Du bist nicht dort, wo ich dich heute noch einmal besuchen wollte. Dort, wo der Hortensienkranz liegt. Wo sich ein Kreis schließt.

Du bist an dem Ort, an dem du immer warst und der immer dein Ort bleiben wird. Für deine Familie sowieso und für uns Freunde und Bekannte auch. Du hast deinen Platz. Weil es viel zu früh war, ihn zu räumen.

Es war kein Tag zum Abschiednehmen. Der Himmel strahlte unverschämt blau, die Vögeln lieferten sich Zwitschergefechte.

Ein wundervoller Frühsommertag, viel zu warm für den feinen, dunklen Zwirn, den wir zu deinen Ehren trugen.

An einem solchen Tag geht man nicht. Auch du nicht.

Man bleibt. Man mäht Rasen, macht sich ein Bier auf und den Grill an.

Ich sehe dich, wie du den Mundwinkel ein wenig schief nach Oben ziehst und ansetzt zu deinem Jetzt Moment mal.

Du begleitest uns noch ein Stück die Auffahrt hinauf. Das hast du immer so gemacht.

Und dann kletterst du auf den Birnbaum und siehst dir deine Welt von oben an, lächelst vielleicht und wünscht dir, dass alle deine Lieben es auch eines Tages wieder tun können.

Es war kein Tag zum Gehen. Es war ein Tag zum Bleiben. Du bleibst.

(c) ideenlese 2020