Ideenlese

Es ist angedichtet


Hasta la vista baby

Dreh um jetzt! Dreh jetzt um!

Und ich drehte um. Einmal im Kreisel nicht aufgepasst und schon war ich wieder auf dem Weg in Richtung Portugal. Schabernack trifft auf Vernunft. Oder so. And the winner is… klar!

Wir fuhren 200 Kilometer miteinander durch die Kaugummistrecke vor Salamanca bis hinter Burgos. Gleiches Tempo, gemütlich. Auf irgendeinem Rastplatz trafen wir uns zufällig und wechselten ein paar Worte.

Ja ich komme aus Portugal, allein, mit Hund. Ich auch, antworte ich. Wohnen Sie dort, fragt sie? Und ich denke warum eigentlich nicht und antworte nein. Ich war nur für ein paar Wochen dort.

Sie hat gerade für ein Jahr ein Haus gemietet, 100 Kilometer südlich von Lissabon. Sie fährt noch ein Stück weiter, ich habe mir ein Zimmer für die Nacht gemietet in Vitoria Gasteiz. Spanisches Baskenland. Wunderschön! Wunderschön, wirklich, aber die Tränen laufen, weil nun mal die Liebe meines Lebens mit P anfängt und nicht mit anien aufhört; melodramatisch kann ich.

Es gibt wirklich Schlimmeres, als bei frühsommerlichem Wetter und guter Musik über entspannte Autobahnen zu fahren. Enjoy und hör auf zu heulen. Genieß deine Freiheit!

Wir kommen gerade aus Portugal. Deutsche, die wie ich vor dem Hotel warten, das eher wie ein Kloster wirkt. Mit dem Rad. Wir sind seit sieben Monaten unterwegs. Von Deutschland nach Österreich, Tschechien, einmal rum und jetzt sind wir auf dem Rückweg.

Zufall, Christine, alles Zufall, sagt die Vernunft. Denk nach! Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit… das sind Zeichen, du Statistikgenie! Für mich jedenfalls. Und außerdem Tränen lügen nicht. Das hat schon mal jemand singend bewiesen.

Ansonsten verlief Etappe I rückwärts gut. Schade, dass es hier im Kloster kein Bier gibt und mein multifunktionales Taschenmesser Opfergabe an mein Chaos war. Grrrr. Es gibt immer einen Weg, den Korken aus der Flasche…oh, ein Geist… in vino veritas.

Hasta mañana.



3 Antworten zu „Hasta la vista baby”.

  1. …wenn du wüsstest, wie sehr ich mit leide 😔

    Gefällt 1 Person

    1. Weißt du Bea, ich bin dankbar, dass ich derartige Gefühle überhaupt im Repertoire habe. Ja ich sitze im Auto und heule. Weil ich traurig und glücklich zugleich bin. Weil ich leide und zeitgleich genießen kann. Das ist lebendig sein.
      Klar könnte ich das wegdenken, rationalisieren, überhaupt kein Problem. Aber davon gibt es schon zu viel in der Welt.
      Traurig zu sein über ein Ende, einen Abschied, das ist ein Must have von Lebenserfahrung.

      Gefällt 4 Personen

      1. Was soll ich sagen? Bin wieder mal absolut & so was von bei dir!!!! 👩‍❤️‍👩

        Like

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