Puzzleteile

Wenn ich in London bin, dann habe ich das Gefühl, genau dort zuhause zu sein, wirklich zuhause. Wie ein kleines Teil in einem großen Puzzle, das seinen Platz gefunden hat.

Vor ein paar Tagen sah ich mir eine Sendung an, in der Menschen sieben Songs erinnern, mit denen sie sich besonders verbunden fühlen. Frank Schätzing sagte in diesem Zusammenhang den Eingangssatz Wie ein Teil in einem großen Puzzle, das seinen Platz gefunden hat.

Ich bestelle Bücher, sagt mein MB, brauchst du auch Lesestoff?

Jeden Tag denke ich ans Reisen. Jeden Tag! Insbesondere denke ich an Portugal. Und als ich das Buch heute früh beim Kaffee durchblättere, überkommt es mich:

Castelo de Vide

Mir laufen die Tränen, ich weine, es schüttelt mich, der MB weiß sich nicht anders zu helfen, als einen flapsigen Spruch in die Welt zu setzen. Du hast ja keine Ahnung, schniefe ich, wie sich das anfühlt. Jedenfalls entspannter und freier als hier in diesem verspießten Ostwestfalen. Ich sag mal so, Rundumschläge an einem verfrorenen Mittwoch haben ihren ganz eigenen Charme.

Aber er hat angefangen! Manchmal bin ich fünf Jahre alt, oft, vielleicht zu oft? Mir egal – zu oft! 😉

Freier Tag, heißt, schnell mal das Haus gefeudelt und dann dem Teilzeit Künstler Zeit und Raum geben. Bis später am Tag.

Ach und übrigens: Da wo es uns berührt, kribbelt, heiß und kalt wird, lächeln und weinen lässt, da wo wir sein wollen, eintauchen, nichts lieber als das fühlen; da sind wir. Das, glaube ich, ist dann die Seele, die sich zeigt.

Und ich gehe nicht davon weg. Von der Überzeugung, dass wir uns leben müssen um lebendig und echt zu sein.

… und sei es auch noch so wenig, weil das Leben oft mehr Pflicht als Kür auf die Agenda schreibt: Sternstunden machen Sinn – sogar Sternminuten. Zeit, in der wir Sterne sind und aus uns selbst leuchten, weil wir da sind, wo wir hingehören und das tun, was unserem Wesen entspricht.

Against all Odds

13 Gedanken zu “Puzzleteile

  1. „…dass wir uns leben müssen um lebendig und echt zu sein.“

    ???

    „Leben“ und „müssen“ passen einfach nicht zusammen; so als müsste man (bewusst) atmen, um zu leben.

    Einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen, ohne darüber nachzudenken, ist leben…

    …und wenn wir leben, sind wir auch lebendig, und echt sowieso…

    Schöne Reise! Wohin auch immer…und Glücksgefühle überall…und jederzeit…vor allem aber im spießigen Ostwestfalen!

    Gefällt 1 Person

    1. Vielleicht ist das Muss eine Voraussetzung, etwas Übergeordnetes, eine « metaphysische Instanz »?
      Und manchmal ein emotional gefärbtes Fragment – wie in meinem Artikel. 🤓 alles halb so wild.

      Gefällt mir

    1. Ja. Es hat einen Sinn. Und wir am jeweiligen Ort mit den Menschen in unserem Leben genau die „ Aufgabe“, die wie irgendwie, irgendwo, irgendwann „gewählt“ haben. … und doch erinnern wir uns an viel mehr… glaube ich.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s