Regenbogenland

Zeichnung „Elefant & Maus“, 2022
Es lebte einst ein Elefant 
in einem kalten, grauen Land,
mit viel Beton und wenig Bäumen,
was ihn versinken ließ in Träumen, von Sonnenwärme, gutem Klima,
ach, seufzte er, das wäre prima.

Und außerdem wäre es fein,
ich wäre nicht mehr so allein und einsam hier in meinem Joch.
Da fiel sein Blick auf dieses Loch, da neben seiner Küchentüre.
Es ist, sprach er, dass ich was spüre, von dem ich dachte es wär aus. Da sah er sie, die kleine Maus.

Sie sah ihn frech und mutig an, fragte nach Käse und sodann,
nach seiner Meinung, seinen Zielen und schließlich:
Wollen wir was spielen?
Zum Beispiel Fangen, Blinde Kuh?
Na, Elefant, sag was dazu.
Ich kann dir auch nen Witz erzählen, du bist ganz frei, kannst einfach wählen.

Der graue Riese musste lachen,
was machte diese Maus für Sachen?
Sah Freude, Freiheit, Spaß und Spiele,hörte ihm zu,
wie nicht sehr viele.
Sein Herz das kam enorm in Schwung,
auf einmal war er wieder jung,
und sah in nichts mehr ein Problem. Die Reise nach Jerusalem,
die lass uns spielen, rief er aus. Und dann verließen sie das Haus.

Doch bald schon wurde ihnen klar,
dass Maus ganz unterschiedlich war
zu einem Elefant.
Er konnte laufen, weite Strecken,
sie war dabei fast am Verrecken.
Er rief Töröö, sie machte piep.
Doch manches auf der Strecke blieb. Ich kann nicht mehr, sagte die Kleine, ich habe Schmerzen,
meine Beine, geh du nur weiter, ich muss passen.
Da war der Elefant verlassen.

Rüssel und Ohren hingen schlapp,
an ihm herunter und nur knapp
hat er es schließlich doch geschafft, dass Trauer ihn nicht hingerafft,
und er an einen Montag Morgen,
recht hungrig und voll Gram und Sorgen im Land der Sonne endlich war. Allein, schon wieder, kein Hurra.

So floss die Zeit, ein träger Fluss,
der Elefant kam zu dem Schluss,
das Leben nun mit sich zu teilen,
in Ruhe, dann wird sich schon zeigen, was sonst noch so für ihn gedacht,
am Freitag hat er dann gelacht,
fand Freude und das kleine Glück,
da fiel sein Elefantenblick,
ja glaub es doch,
schon wieder auf ein Mauseloch.

Piep, sagte sie, ich bin geflogen, ja wirklich, es ist nicht gelogen,
mit einem Vogel, ziemlich groß,
ich glaube er hieß Albatros.
So ohne dich ist alles Mist, ich hoffe, dass du fröhlich bist, mich hier zu sehen,Wochenende.
Mit uns, das geht doch nie zuende.

So findet Maus zu Elefant,
im fernen Regenbogenland,
er übt das Piep, sie das Töröö,
und dann wenn ich die beiden seh, dann trägt er sie auf seinem Rücken, kann mit dem Rüssel Blumen pflücken für seine Freundin, Graue Maus.
Und nun ist diese Fabel aus.

(c) ideenlese

3 Antworten zu „Regenbogenland”.

  1. Wie schön Christine.
    Du könntest auch Kinderbücher schreiben. 🙂

    Gefällt 2 Personen

  2. So herrlich geschrieben, was die zwei so trieben, die 🐀 & der 🐘, alles andere als Tand.

    Gefällt 2 Personen

    1. Liegt auf der Hand. Dankeschön für deinen gereimten Kommentar, lieber Dichterling u LG

      Gefällt 1 Person

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