Der Mond

Die Erschließung des Mondes ist eine große Chance, einen neuen Wirtschaftsraum zu entwickeln, sagt der Generaldirektor der ESA (Europäische Weltraumorganisation). Es wird sich lohnen und schon im nächsten Jahrzehnt Blüten treiben.

Wer, um alles in der Welt, denke ich, nein, die Wahrheit ist, dass ich laut in meine Kaffeetasse schimpfe was für ein Idiot ist das denn wieder! Zyniker. Die Erde ist unserer Wirtschaftsgeilheit in die gierigen Hände gefallen, jetzt also Next Planet? Geht’s noch?

Der Herr Josef Aschbacher, gelernter Geologe, bringt sich als frisch gekürter Generaldirektor ins Gespräch. Kommt es nur mir so vor oder ist selbst das Wortungetüm antiquiert bis zum Anschlag?

Abgeknipst von arte, Filmszene aus Honigfrauen
Der Mond, 2022

Nun gut. Zeitung, Randnotiz. Dennoch: mich greift sowas an. Selbst wenn derartige Aussagen aus irgendeinem sinnvollen Zusammenhang gerissen wurden, was einen Hoffnungsschimmer darstellte, liegt es nahe, dass ein Chef einer Raumfahrtbehörde Derartiges vom Stapel lässt. Ach nee, sowas machen Reeder, als Rakete aufsteigen lässt.

Und nun, Christine? Was machste jetzt? Was hilft die Aufregung?

Ich hole mir das Interview mit Jane Goodall, das ich gestern, siechend auf dem Krankenlager angeschaut habe, ins Gedächtnis.

Sinngemäß antwortete sie auf die Frage, welches Fazit sie aus ihrem langen Leben und ihrer Arbeit zieht, jeder Einzelne kann jeden Tag etwas bewirken, auch wenn man sich noch so klein, hilflos und hoffnungslos fühlt.

Und so setze ich mich ans Klavier, löse sämtliche Knoten, auch die der Fassungslosigkeit und Wut, denke, spüre Mond, Liebe und Zärtlichkeit.

Ich bin klein, so auch mein Beitrag! Aber ich bin voller Hoffnung! Und das versuche ich, weiterzugeben. Kleinigkeiten…

12 Antworten zu „Der Mond”.

  1. Die Begeisterung des kleinen Bauernsohns für etwas, das unfassbar und weit größer ist als er selbst, zeigt eine Wahrheit. Jenseits des Humanen ist etwas, das ein Recht darauf hat, nicht vom Menschen ausgebeutet zu werden.

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  2. Verzeihen? Den Verrat am Traum? Das Sterben lassen des Besten? Jenseits von Zweck und Mittel lebt das Humane… Besser ein Traum wird gelebt, als dass er feil geboten wird.
    Was ist Wahrheit?

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  3. Vezeih, lieber Michael. In Texten über Pizarro liest man heute noch von „feindseligen“ Indianern. Viele meinten es gut vor Hiroshima und Nagasaki, vor Tschernobyl, Klimawandel und Artensterben. Unser Träumen mag groß sein, doch unser Denken und Handeln ist klein und fatal. Von Jugend an bin ich ein Fan von Astronomie und auch Raumfahrt. Diese Erforschung war nie Selbstzweck, sondern wichtig für die Weitung des menschlichen Horizonts, äußerlich, und mehr noch innerlich. Aber Traum und „Wirtschaftsraum entwickeln“: Das passt nicht zueinander. Der Generaldirektor verrät den Bauernsohn. Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Ja, auf dem Mond leben keine Indianer. Aber im Menschen sollte Wahrheit leben. Besser ein Traum stirbt, als dass er verkauft wird.

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  4. Ich glaube die Chefs aller Raumfahrtbehörden dieser Welt haben etwas gemeinsam: die Begeisterung für das große Abenteuer. Fremde Welten, unendliche Weiten: was Herz, was Crusoe, was Polo begehrst du mehr?
    Sie haben noch etwas gemeinsam: kein Geld für diesen Kinder- und Philosophentraum…
    Und so geht es ihnen wie allen, die brennen vor Begeisterung: sie müssen nüchterne Geldgeber dazu bringen, dass sie Geld geben.
    Sie sagen: es lohnt sich und meinen: es ist aufregend!
    Sie sagen: es zahlt sich aus und meinen: was für eine Erfahrung!
    Sie sagen: es ist innovativ und meinen: tausend neue Fragen!
    Gebt den Raumfahrern alles, was sie brauchen für ihre Fahrt! Ihr erntet Staunen, Neugierde und die große Demut…
    LG Michael
    P.S. NASA-begeistert seit 1969 ❤

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    1. Mich begeistert wieder einmal deine Sicht auf die Dinge! Danke lieber Michael, dass du dir wieder einmal Zeit für einen ausführlichen und klugen Kommentar genommen hast. Er passt wunderbar in meinen heutigen Tag, der sich sein Motto selbst gewählt haben zu scheint und mir bedeutet: Horizont erweitern tut nicht so weh, wie du befürchtest, nur ein kleiner Stich und schon hast du es geschafft 😉

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      1. Danke, du schaffst es mit mir genauso! ❤

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  5. Weiß schon, warum ich mir manches nicht mehr ansehe und lieber zu Ideenlese schalte. Da lese ich wenigstens gute Texte und höre hammergeile Musik.

    👍

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    1. Ja, da hast du Recht. Das ist mal ein Programm vom Feinsten!

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  6. Das sprengt alle Rahmen der Genialität! Sagenhaftes Werk in Text und vorallem in Ton!

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    1. Bevor ich … sag ich lieber einfach nur: Dankeschön mein Lieber!

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