Gedanken an eine Gurke


Sie, die rank und schlank und grün, vor Feuchtigkeit strotzend, die Krümmung normiert begradigt, stehvermögend oder in Scheiben geschnitten, gepfeffert wie gesalzen, das Wasser erst im Munde und sodann darüber hinaus fließen, tropfen lässt.

Esprit und Charme hat sie, im Zuge ihres Vermögens, zu erfrischen, zu glätten, warum Botox, wo sie, La grande dame concombre, feinschnittig für eine Spanne Zeit den Jungbrunnen gibt, sich auferlegt zu geben statt zu nehmen, die Bühne erobert in Pose,  Standing Ovation im wässrigen Abgang.

Jedoch, sodann ereilt vom Schicksal, ne Jurke, vergessen und verkommen im Eck des Gemüsefaches, die Enden dem Modern anheimgefallen, verschrumpelt, ausgedörrt im Innen und Außen, den Kompost vor Augen, träumt sie davon, eine Erdbeere zu sein. Klein, rundlich, prall und rot. Ein schnelles Vergnügen der Lust, süße Träume der Saison, die wahrwerden, Vanille und Sahne statt Pfeffer und Salz.

Später, Marmelade die eine, essigsauer eingelegt die andere, sinnierend über das Gestern, stehen sie da, schauen, warten, bis das Licht sie befreit, sie klebrig, süß und sauer, tropfend, Stufe um Stufe erhebt, auf Augenhöhe, Erkenntnisglimmen.

(c) ideenlese





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