Zurück

Portugal/ Alentejo Reise März 2022

Viel schreiben und lesen wollte ich während meiner Zeit in Portugal.
Beides tat ich kaum.

Stattdessen habe ich mir Zeit genommen. Sehr viel Zeit. Zeit zum Aufstehen, Zeit zum Ruhen und Schlafen, Zeit zum Kaffeekochen, Zeit, mir in aller Ruhe Mahlzeiten zuzubereiten, Zeit zum Sitzen und zum Schauen, Zeit, kommen zu lassen was kommen wollte und gehen zu lassen, was gehen wollte.

Einfach war das nicht.
Viel mit sich selbst zu sein und sonst nichts, verlockt mit euphorischen Höhen und zerrt in melancholische Abgründe.
Mein Tagebuch spricht Bände. Denn seine Seiten waren die einzigen, die ich beschrieb; auch beschrie, beweinte, betrauerte, bejammerte ich sie. Doch genau das wollte ich. Theoretisch. Schauen und probieren, wie es so ist mit mir überwiegend allein unterwegs zu sein in einem anderen Land.

Wie es ist, alle Alltagspflichten abzulegen. Wie es ist, wenn kein Hund morgens am Bett steht und sein Morgenlied jault. Wie es ist, wenn weder Waschmaschine noch Spülmaschine noch sonst irgendein Gerät zum Zwecke angeblicher Arbeitserleichterung sich elektronisch zu Wort meldet? Piiiieeep, fertig, räum mich aus. Wie es ist, ein anderes Leben zu führen als das, was ich bisher führte.

Einen Reisebericht wird es nicht geben. Nicht jetzt. Die Verarbeitung dieser sehr intensiven Zeit ist noch in vollem Gange. Nur so viel: Ich habe mich zuhause gefühlt in diesem wunderbaren Alentejo mit seinen magischen Landschaften. Ich habe mich zutiefst willkommen gefühlt. Intuition und Liebe haben mich nach Portugal geführt. Sie werden es wieder tun.

Ich hatte alles, was ich zum Leben brauchte. Ich lebte einfach. Ich lebte einfach. Ich lebte intensiv. Unbehelligt von Informationsflut, Angst, Krieg und Katastrophen.
Ich war neun Tage glücklich in diesem Land der freundlichsten Menschen, die mir bisher begegnet sind.

Jetzt bin ich zurück in Deutschland. Jedenfalls ein Teil von mir, denn der andere hat sich sein Leben in Portugal eingerichtet.
Ob ich auch zurück auf Ideenlese bin, das weiß ich noch nicht und gebe den Dingen Zeit.

Calma calma.
Immer mit der Ruhe.


12 Gedanken zu „Zurück“

    1. Manchmal sitzt man in einer Runde und möchte nur noch weg. Und dann ist man weg und spürt, dass es auch gereicht hätte, für eine Weile nur dazusitzen, zu lauschen, zu beobachten und den Dingen ihren Lauf zu lassen.
      Und dann kann es passieren, dass sich zwei Augenpaare treffen, weil da noch einer ist, der eigentlich gehen will. Und der Blick spricht Bände: Lass uns bleiben und einfach fürn Weilchen schweigen 😊

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