Von oben gesehen

Der Käse, ist er hoch erhitzt,
zieht Fäden stets statt Kreise.
Das Wasser, wird es richtig kalt,
gefriert schon mal zum Eise.

Die Sonne bringt es an den Tag,
der Mond hüllt sich in Schweigen,
und sieht von oben ruhig zu,
bei dem, was wir so treiben.

Der Käse, den wir fabrizieren,
verbinden und zertrennen,
den kalten Umgang unter uns,
und dann das drüber Flennen.

Die falsche Liebe und die wahre,
das Trauern nach dem Gestern,
die Predigten im Freiheitsreim,
hört, hört, Brüder und Schwestern.

Wir ziehen Fäden wie ein Käse,
blasen, sogar das Laub,
und sind vom ganzen Lärm um nichts,
auf Ohr und Herzen taub.

Der Mensch, ein dünnes Fädchen bloß,
manchmal ein loses Ende,
Erkenntnis wie ein Käse nur,
kein Ausblick auf die Wende.

Der Mond indes total verknallt,
Botschaft an seine Sonne,
Ach du, mein ewig leuchtend Stern,
du bist mir eine Wonne.

Dein helles Herz strahlt unentwegt,
auf meinen dicken Bauch,
ich liebe dich, trotz der Distanz
und weiß, du liebst mich auch.

Die alte Sonne krault dem Mond,
zärtlich Telepathie,
zuerst den Kopf, den Hintern auch
und tiefer, bis zum Knie.

Die eine spielt ihr Spiel bei Tag,
der andere bei Nacht,
so gibt es keinen Sternenkrieg,
Chapeau- echt gut gemacht.


(c) ideenlese 2022


Aus der Schwere

So wie ein Schiff auf schwerer See,
das leichte Segel hisst,
und schwerer Mut mit leichtem
Wein sich durchaus lindern lässt.

So wie des Körpers schwere Last
viel leichter wird durch Fasten
und Leichtsinn tiefem Denkvorgang
behilflich ist beim Rasten,

So ist, was manchmal schwer erscheint,
aus andrer Perspektive,
als wenn man nach nem langen Weg
auf leichten Federn schliefe.

Die Kraft der Schwere hält uns
fest und sicher auf dem Boden.
Und manchmal sind wir schwerelos,
im Traum wird gern geflogen.

(c) ideenlese 2022

Ein Titel, zwei Gedichte.
« Aus der Schwere »
Che Chidi Chukwumerije