Dieser Beitrag kann Spurenelemente von Selbstironie und Satire enthalten!

Du sagst, du seist so hochsensibel,
auf einer Skala eins bis zehn,
würde dein Wert noch weit darüber,
auf hundertdreiundzwanzig stehn.

Du sagst, die Welt soll Rücksicht nehmen,
auf deine Konstitution,
denn einem hochsensiblen Mensch
gebührt ganz klar der goldene Thron.
Du sagst, du fühlst viel mehr als ich,
nimmst alles stärker wahr,
Intuitiv ein großes Licht,
siehst du, stets ahnend, klar.

Du sagst, dass Sensitivität,
was Exklusives sei,
für auserkorene Schamanen.
Du siehst mich stutzen und verzeih,
wenn ich das etwas anders sehe
und dabei über Grenzen gehe:

Bist du sensibel nur für dich,
und spürst das Gegenüber nicht,
drehst dich nur einem Kreisel gleich
in deinem kleinen, engen Reich,

Bist oft bei jeder Kleinigkeit
zu Angriff oder Flucht bereit,
Empfindlichkeit dein großes Hobby
und Mitglied der Mimosenlobby,

die Schuld gern stets im Außen sucht,
Ursache selten sich zubucht.

Seis drum.

Die Sensitivität, wenn sie solide
in dir steht,
wird unterstützt von Attributen,
die dürre Wirre gerne fluten.

Du fragst mich jetzt nach ihren Namen?
Bescheiden kann ich dazu sagen, dass ich nur von der Einen weiß und die - so sagt man, Liebe heißt.

Und weiter munkelt man sodann,
dass Liebe Kreise bilden kann,
aus Empathie und Toleranz,
dazu ein bunter Blütenkranz
aus Weisheit und Humor.
So jedenfalls kam‘s mir zu Ohr,

dass hohe Sensibilität allein
an einem Abgrund steht,
wenn sie vergisst, sich zu vereinen,
dann ist sie nur noch zu beweinen.

(c) ideenlese 2021