Küssen!

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Wenn ich etwas nicht leiden kann, dann sind es alle Arten von Befehlen, selbst dann, wenn sie als vermeintlich neckische Aufforderung getarnt, quasi harmlos dahingesäuselt werden.

Die Botschaft ist eindeutig, und zwar immer und ohne Zweifel:

Mach! Mach es jetzt! Mach es, weil ich es mir wünsche oder will. Ob dir gerade danach ist, interessiert mich nicht. Stell dich nicht so an, sei doch nicht so zickig!

Frauen und Männern meiner Generation dürfte das sehr bekannt vorkommen.

Die Aufforderung Komm Küssen! Gib der Oma, dem Opa, der Tante, egal wem, egal, ob du ihn oder sie riechen kannst oder nicht, ein Küsschen, versetzt mich in Nullkommanix in das Unwohlsein aus Kindertagen, ja eine regelrechte Ohnmacht:

Gib das schöne Händchen, mach einen Knicks und Komm Küssen!

Bäh!

Nichts turnt mich mehr ab und erzeugt mehr Widerwillen als die direkte Aufforderung, mich körperlich in den Dienst stellen zu sollen.

Denn genau das ist es. Gib mir, gib es mir jetzt, ich will und muss nichts dafür tun, dass du Bock darauf hast. Und wenn du nicht willst, dann hab ich dich nicht mehr lieb.

Geht’s noch? Nein. Das geht überhaupt nicht.
Erst recht nicht, wenn es ums Küssen geht.

Küssen ist in meiner Welt die Sprache innigster Verbundenheit; jedenfalls dann, wenn sich zwei Menschen tief und innig verbunden fühlen. Und das setzt voraus, dass da etwas vorangegangen ist. Das sich da etwas angebahnt hat, das Interesse am Gegenüber, gute Gespräche, dass man wertvoll und wichtig ist, begehrt wird, geschätzt wird, ja, geliebt!

Küssen ist kein Selbstläufer und es gehören Zwei dazu. Zwei, die beide Ja dazu sagen, weil sie beide zeitgleich spüren, dass es schön ist. Einvernehmlichkeit!

Ich mache was du willst, aber ich küsse dich nicht auf den Mund, diese weise Entscheidung trifft die Prostituierte Vivian, gespielt von Julio Roberts, als sie mit dem Schönling Edward ins Bett geht.

Logo. Würde sie ihn küssen, könnte sie ihre Profession an den Nagel hängen, denn längst spürt sie, dass sie sich verlieben würde, wenn sie ihn küsst, was suboptimal für sie als Sexarbeiterin wäre. Vivian hat Herz, viel mehr Herz als Verstand! Und wie das endet wissen wir ja alle.

Küssen ist entscheidend dafür, ob es funkt zwischen zwei Menschen! Küssen ist ein Spiel, ein Erkunden, auch Teil des Vorspiels zum Sex. Die Erkenntnis ist nicht neu.

Küssen ist ein Versprechen. Vielleicht nicht für immer, jedenfalls für eine Spanne Zeit.
Es gibt viele Arten, zu küssen und ich frage mich, warum wir es und seit wann überhaupt tun?

Ich hab gegoogelt. Kannst du auch tun, wenn du Lust darauf hast.

Aber vielleicht hast du Glück und es ist jemand in deinem Leben, mit dem du richtig leidenschaftlich knutschen kannst, weil ihr euch einig seid, unter einer Decke steckt, gemeinsame Sache macht und on top, Liebe im Spiel ist.

Toi toi toi.





9 Gedanken zu „Küssen!“

      1. Der alte Mann haut ab, wenn er zerliebt werden soll, und die Jungkatze kriegt das toben 😉 , schön alle Register, mit beißen und kratzen. Mal will sie auch eine Zeit lang und dann – wehe, wer die Zeichennicht deutet – kein Bock mehr, Krallen raus.

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      2. Schlecht erzogen! Ich habe keine Schoßkatzen, aber ich spreche ihre Sprache. Wenn sie sich gerade geputzt haben, darf ich sie nicht knuddeln. Die Kleine kommt selber, wenn sie das will, aber dann Kampf-Knuddeln. Die Große schläft immer neben mir im Bett – Kampf-Knuddeln bis zum Einschlafen. 😺😸

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